Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 7 (16.2.1917)
- Date
- 1917-02-16
- Page
- Seite 80 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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80 Das Jüdische Echo Nr. 7 aber nur mit 1 bis 2 Prozent verzinslich und erst 10 Jahre nach Erhalt in 30 Jahresraten rückzahlbar sein. Der Zweck der Ansiedlungsbeihilfe ist nicht nur, besonders tüchtige Arbeiter-Ehepaare zu belohnen und dadurch Fleiß und Tüchtigkeit zu wecken, sondern auch den für die Kolonisation so wünschenswerten Typus des Bauern, d. h. des Getreide- und Milch-Produzenten zu vermehren. 3. Auf alle privaten Pflanzungsgesetlschaften, die in Palästina „trockene“ Pflanzungen anlegen, muß eingewirkt werden, daß sie auf je 100 Dunam bepflanzten Boden bei erreichter Fruchttragung einem ihrer Arbeiter 5 Dunam Boden, darunter 3 Dunam bepflanzt, als Extralohn übergeben. Da dieser Extralohn nur einen Wert von 700 Francs repräsentiert, so wird dadurch jeder Dunam der angelegten Pflanzung nur um 7 Francs, d. h. um 3V2 Proz. der gesamten Anlagekosten verteuert, — eine vergleichsweise geringe Erhöhung, die durch größeren Eifer der Arbeiter und erhöhtes Interesse an der Entwicklung der Pflanzung sicherlich wett gemacht wird. Pflanzungsgesellschaften, die sich zu dem vorstehenden Extralohn bindend verpflichten, sollen auf ihr Ersuchen vom J. N. F. für jeden anzusiedelnden Arbeiter schon vor Anlage der Pflanzung im Wege des Darlehens oder der Erbpacht ein Arbeiterhaus erhalten, so daß sie die Kosten für die Errichtung von Arbeiterwohnungen ganz oder größtenteils ersparen. 4. Der Arbeiter, der sich als Häusler, Kleinhändler oder Bauer ansiedelt kann nur dann auf Erfolg rechnen, wenn er eine in Haus- und Hof-Wirtschaft tüchtige Frau findet. Solche Mädchen sind in Palästina bisher sehr selten, da es an Familien oder Anstalten, in denen Mädchen sich in Haushaltung, Milchwirtschaft, Geflügelzucht und Gemüsebau ausbilden können, fast ganz fehlt. Zur Abhilfe dieses Mangels müßten landwirtschaftliche Haushaltungsschulen gegründet und den Mädchen in den Farmen mehr als bisher Gelegenheit zu praktischer Arbeit gegeben werden. Welt-Echo 1500 Jüdische Offiziere. In der Versammlung des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wurde mitgeteilt, daß in Preußen etwa 850 Juden, im ganzen Reiche etwa 1500 Juden zu Offizieren befördert worden sind. Judenzählung im Heere. Der Verband der Deutschen Juden, welcher der Angelegenheit betreffend die aufgenommene Statistik jüdischer Kriegsteilnehmer seine besondere Aufmerksamkeit zugewendet hat, macht uns auf folgende Punkte aufmerksam: 1. Wie schon bekannt geworden, hat der jetzige Kriegsminister Herr v. Stein in Ergänzung des Erlasses des früheren Kriegsministers Herrn Wild v. Hohenborn eine weitere Verfügung dahin getroffen, daß keineswegs die Behörden usw. Gelegenheit nehmen sollten, Juden aus ihren bisher innegehabten Stellungen zu entfernen, da für solche Maßnahmen nur sachliche Gründe in Frage kommen dürfen. 2. Es ist wiederholt von den höchsten Behörden die Erklärung abgegeben worden, daß bei Anordnung der Statistik irgendwelche Voreingenommenheit gegen die Juden das Kriegsministerium nicht geleitet hat, daß es im Gegenteil Beweise gegen die bei ihm eingelaufenen Anklagen gegen die Juden gewinnen wollte. 3. Der Herr Kriegsminister v. Stein hat mit Bestimmtheit erklärt, daß alle begründeten Beschwerden über Sonderbehandlung von Juden aufs eingehendste geprüft und daß gegebenenfalls Abhilfe geschaffen wird. 4. Fälle, in denen eine solche Sonderbehandlung auch nach dem Ergänzungserlaß des jetzigen Kriegsministers stattgefunden hat, von denen übrigens nur wenige bewiesen sind, haben dem Herrn Kriegsminister bereits Anlaß zu solcher Abhilfe gegeben. 5. Der Herr Kriegsminister hat an den stellvertretenden Vorsitzenden des Verbandes, Geh. Justizrat Cassel, welcher nach einer vom Verbände an den Herrn Kriegsminister gerichteten Eingabe von diesem zu einer Rücksprache empfangen worden war, ein Schreiben gerichtet, in dem es heißt: „Jedenfalls habe ich festgestellt, daß das Verhalten der jüdischen Soldaten und Mitbürger während des Krieges keine Veranlassung zu der Anordnung meiner Herren Vorgänger gegeben hat und damit nicht in Beziehung gebracht werden kann.“ Hebräisch an der Front. Ein jüdischer Soldat berichtet dem „Jewish Chronicle“, daß sich in einem englischen Regiment an der Front ein hebräischer Sprachzirkel gebildet habe, der sich eines regen Besuches erfreut und auch nicht-jüdische Teilnehmer hat. Der Soldat schließt seinen Bericht mit den Worten: „Es erscheint sonderbar, daß diese Männer trotz ihrer schweren militärischen Pflichten wöchentlich einige Stunden zur Fortsetzung ihrer Studien erübrigen können, während so viele unseres Volkes, die daheimgeblieben sind, hierzu keine Zeit finden.“ Henry Morgenthau, der frühere Botschafter der Vereinigten Staaten in Konstiantinopel, ist mit der goldenen Medaille ausgezeichnet worden, die von der B‘ne Brith Loge in Amerika dem Mann verliehen wird, der „während des letzten Jahres das Meiste für das Judentum geleistet hat“. Kostümfabrik F. u. A. Diringer München, Herrnstraße 23, Hochbrückenstraße 13 kttnigl. bayer., kttnigl. Württemberg , grossherzogl. badisebe Hoflieferanten Bankkonto: K. Filialbank, München und Bankhaus Martini u. Sitnader, München. — Postscheckkonto: Nr. 3613 München. Telegramm-Adresse: „Diringer München“. — Telephon-Nr.: 21774, 21775, 21776. Grobte Fabrik und Verleihanstait dieser Art ln Deutschland. 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