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Das jüdische Echo · 1917-02-16 · 7 (16.2.1917) · p. Seite 75

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
7 (16.2.1917)
Date
1917-02-16
Page
Seite 75 (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 75 Die erste Sitzung des Hmerikanisch - Jüdischen Kongreß-Komitees. Der 25. Dezember 1916 ist der Tag, an dem die erste Konferenz des Kongreß - Organisierungs- Komitees zusammentreten konnte, die alle Parteien im Judentum vertrat. Die Morgensitzung galt hauptsächlich der Wahl des vorläufigen Präsidenten für das neue Komitee. In namentlicher Abstimmung wurde Herr Adolph Kraus (49 Stimmen) gegen Herrn Louis Marshall (45 Stimmen) gewählt. Zum provisorischen Sekretär wurde Bernard Q. Richards ernannt. Sodann erfolgte die Wahl folgender Komitees: Nominierungs - Komitee, Zeit- und Ort - Komitee, Wahl-Methoden-Komitee, Hilfsarbeit-Komitee. Die Nachmittagsitzung war den Berichten der verschiedenen Komitees gewidmet. Es wurde beschlossen: 1. Daß der Kongreß in Washington abgehalten werde. 2. Daß die Wahl von Delegierten zum Kongreß sofort beginne, so daß die gewählten Delegierten sich bereit halten können, auf Qrund einer kurzen Verständigung zum Kongreß zusammenzutreten. 3. Daß die Festsetzung des genauen Datums des Kongresses dem Administrations-Komitee überlassen werden solle, mit der Maßgabe jedoch, daß dieses Datum nicht später als auf den ersten Tag des Monats Mai 1917 falle, wenn nicht am oder vor dem 15. März 1917 das Administrations- Komitee durch zwei-drittel Stimmenmehrheit es für unzweckmäßig erklären sollte, den Kongreß vor dem 1. Mai 1917 einzuberufen; in diesem Falle soll das Exekutiv-Komitee am ersten Sonntag des April 1917 zusammentreten und das Datum des Kongresses endgültig feststellen. Ein Antrag von Dr. Harry Friedenwald wurde angenommen, daß die Frage des ökonomischen Wiederaufbaues auf der Tagesordnung des Kongresses zu stehen habe und daß die Entscheidung über die Detail-Fragen dem Kongresse selbst überlassen werden solle. Auf der Abendsitzung wurde der Bericht des Wahl-Komitees entgegengenommen. Das ganze Land soll in Kongreß-Distrikte eingeteilt werden, und jeder Staat soll wenigstens eine Stimme haben. Jeder Jude oder jede Jüdin über 21 Jahre hat das Recht zu stimmen. Schließlich wurde einstimmig der bekannte Philanthrop und Zionist Nathan Straus als Vorsitzender des Komitees gewählt. iLiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiuiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiijM „ESKft" I KLEINKUNST- 1 VERSAND! MÜNCHEN Promenadestraße 5 Ausstellung aller Zweige des Kleinkunst-Gewerbes | ... Herr Krause stellte Herrn Nathan Straus der Versammlung als den „ungekrönten König der Juden in Amerika“ vor. Als Vize-Präsidenten wurden gewählt: Harry Cutler, Dr. Harry Friedenwald, Morris Hilquit, Prof. Isaac Hourwitz und Leon Sanders. Zum Schatzmeister wurde Adolph Lewisohn gewählt, zum Sekretär Bernard Q. Richards. Einiges über die Mischehe. Dr. Paula Weiner-Odenheiner, Regensburg. Hand in Hand mit den Arbeiten des nationalen Judentums für die Ziele äußerer Politik gehen die Bestrebungen zur Ergründung und Darlegung der inneren sozialen und soziologischen Vorgänge des Judentums in Geschichte und Gegenwart. Die Bevölkerungszustände und die sozialen Verältnisse sind Gebiete, die in den letzten Jahren oft behandelt wurden. So haben uns Ruppin, Theilhaber und Segall in ihren bekannten Büchern die Bevölkerungsvorgänge dargestellt und zum Teil ihre Schlüsse für den Fortbestand des Judentums aus ihren Forschungen gezogen. Mit Hilfe der in den letzten Jahren beliebt gewordenen mathematischstatistischen Methode hat David Tachauer ein Teilgebiet des jüdischen Bevölkerungsproblems, nämlich das der Mischehe, in einem Aufsatz: „Statistische Untersuchungen über die Neigung zu Mischehen“1) zu ergründen unternommen. Wenn wir die Methoden der oben genannten jüdischen Statistiker in Vergleich mit der von Tachauer angewendeten Methode setzen, so bekommen wir nicht nur einen Einblick in die statistische Art der Betrachtung der Bevölkerungsvorgänge, sondern wir werden bei diesem Vergleich auch ein genaueres Bild der betreffenden jüdischen Bevölkerungsvorgänge selbst erhalten. Die früheren Statistiker fragten sich, wie viele ungemischte Ehen wurden bei den Juden geschlossen? Wie verhalten sich hierzu die gemischten Ehen prozentual? Beispielsweise sieht eine statistische Tabelle bei Theilhaber2) so aus: Es trafen Mischehen auf je 100 Judenehen 1866—1875 .... In Bayern In Hessen 0,6 1876—1880 ....!! 3,66 5,3 1881—1885 .... . . 3,06 3,9 1886—1890 .... . . 4,38 4,9 1891—1895 .... . . 6,76 4,1 1895—1899 .... . . 8,45 5,7 1900-1906 .... . . 8,71 8,2 1905—1907 .... . . 8,93 10,3 Für jede Periode wird der Mischehenanteil herausgerechnet und alsdann in Beziehung zu dem Anteil der Mischehen an den ungemischten Ehen der folgenden Jahresabschnitte gesetzt. Dies ist die allgemeinste Art der Mischehenbetrachtung. Wenn Ruppin und Theilhaber in ihren Statistiken die Mischehe des männlichen Juden getrennt von der Mischehe der Jüdin betrachten, so ist dies schon eine feinere Art der Anschauungsweise. So stellt Theilhaber für Preußen folgende Statistik auf: D Zeitschrift für die gesamte Staatswissenschaft. 71. Jahrg. 1915, Heft 3—4. 2) Der Untergang der deutschen Juden S. 105 ff.

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