Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 6 (9.2.1917)
- Date
- 1917-02-09
- Page
- Seite 71 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 6 Das Jüdische Echo 71 zum letzten Hauche zu tun. Im Verlauf des Feldzuges sind dann die Juden in höherem Alter eingezogen worden und zu Tausenden dem tödlichen Blei und dem Siechtum verfallen. Der Zentralverein hat es als eine wichtige Aufgabe angesehen, Vorsorge zu treffen, daß es unseren Glaubensgenossen im Felde nicht an Seelsorge fehle. Eine Reihe von Feldpredigern wurde entsandt, deren ersprießliche Tätigkeit von den obersten Kommandostellen, sowie von den evangelischen und katholischen Feldpredigern anerkannt wurde. Mehrere von unseren Seelsorgern erhielten das Eiserne Kreuz. Hinsichtlich der Beförderung unserer Krieger waren manche Hemmnisse zu beseitigen. Doch wurden immerhin Erfolge erzielt, namentlich durch Vorstellungen, die wir beim Kriegsminister erhoben. Jetzt zählen wir in Preußen etwa 850 höhere Offiziere jüdischen Glaubens, in Bayern 400 und in den übrigen Bundesstaaten rund 250, so daß in allen deutschen Heeren zusammen augenblicklich gegen 1500 jüdische Offiziere ihrer Kampfespflicht genügen. Wir dürfen hoffen, daß nach diesem Anfänge sich der Grundsatz im Heer festsetzt, daß gleiche Pflichten auch gleiche Rechte bedingen. (Beifall.) Äußerst schmerzlich wurden wir berührt durch die behördlicherseits angeordnete Judenzählung. Wir werden im Frieden auf diese Statistik zurückkommen. Für jetzt wollen wir zeigen, daß wir deutsche Juden sind, wollen durch unser Klagen jetzt keinerlei Trübung an irgendeiner Stelle veranlassen. Wir haben in geordnetem Verfahren Gelegenheit genommen, dem Kriegsminister unsere Beschwerden darzulegen. Uns wurde darauf der Bescheid, daß die Statistik im Interesse der Juden angeordnet worden sei, um Material zur Bekämpfung zahlreicher anonymer Denunziationen zu gewinnen. Wir sind der Überzeugung, daß der jetzige Kriegsminister v. Stein bemüht ist, Gerechtigkeit walten zu lassen. Wir dürfen uns der Hoffnung hingeben, daß die Gleichberechtigung künftig eine feste Grundlage unserer Verfassung bilden wird. (Anhaltender Beifall.) Die weitere Tagung befaßte sich mit internen Fragen. Rabb. Dr. G o 1 d m a n n (Oppeln) sprach über „Aufgaben des Zentralvereins in und nach dem Kriege“. Die bisherigen Vorstandsmitglieder werden auf Vorschlag des Bezirksvorstehers Hirschberg (Berlin) wiedergewählt. Nur an Stelle des freiwillig ausgeschiedenen Regierungsassessors Nathansohn (Dresden) trat E g e r (Chemnitz). Der Kaiser hat auf das an ihn gerichtete Huldigungstelegramm des Zentralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens folgendes Antwortstelegramm senden lassen: „S. M. der Kaiser lassen dem Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens für den Huldigungsgruß und das Gelöbnis der Treue bestens danken. Geh. Kabinettsrat Valentini.“ Generalversammlung des Vereins Bne-Jehuda. Der Verein Bne-Jehuda hielt am Samstag, den 13. Januar 1917 seine diesjährige statutengemäße Generalversammlung ab. Sie zeigte, daß der Verein an Mitgliedern zugenommen hat und aus deren regem Interesse für den Verein ergab sich, daß sie darin feste Wurzel gefaßt haben. Der Bne-Jehuda konnte trotz der schweren Zeit auf ein fruchtbares tätiges Jahr zurückblicken. Nicht nur Mitglieder sind gewonnen worden, sondern man hat auch fernerstehende Kreise, hauptsächlich die ostjüdische Kolonie interessiert Dieses beweisen deutlich die Veranstaltungen des Vereins an Fest- ALBERT LUDW. DAISER Atelier für Gravierkunst und Heraldik Alleiniger Edelstein - Graveur in Bayern Spezial - Lager in Petschaften aua Silber, Elfenbein, Bronze, echt Stein usv. :: :: Auswahl in Siegelringen Zu sämtlichen Gravierungen passende Steine als Carneol, Jaspis, Onyx, Amethyst, Lapislazuli usw. Stein-Camöes/Ziselieren MUN<HEN-2c Maffeistr Gummi Spei WAP PE N Stahlprägestempel für Papierdruck Gold - und Silber-Gravierungen Silber-Monogramm für Lederwaren b—y—üaüiiB Feinste Empfehlungen —— Papier] Zeitungen, Zeitschriften, Bücher, Hefte, Akten, Stampf und Pappen, unter Garantie des Einstampfens Lumpen Neutuche, neue Stoffabfälle, Rupfen, Seile, Stricke, Flaschen verschiedener Arten, Alteisen kauft stets jedes Quantum, groß und klein, zu allerhöchst. Preisen, holt frei ab Josef Duschl’s Rohprodukten-Grosshandlg., Dachauerstr.21/0,2. Hof lks. Telephon 10436. Geöffnet ununterbrochen v. früh 6 Uhr bis abds. 8 Uhr. i- ">c., :.-JOOC ■ >oO BÜRO Abschriften DIklal e SIEGFRIED München, Schülzenslr. la/11 (Kontorh. Imperial) Tel.EjjH 3kiliuö<D{eatef,!3(ößie&uLni Zküie Xrren Ü&xAe uSfi&xlervaren Sffljinchen, SSRajcinulianatr 4/ Wascb- Ersatz beschlagnahmefrei in Stücken zu 2 Pfd. 20 Pfd 4 Hk. Hilsenbeck Tattenbachstr. 5/1, Gartenb. Graphologie ChirakleMelliino aus der Handschrift Einzusendendes Material: zwanglos geschriebenes Schriftstück, a. I. Brieffragment ca. 20 Zeilen. Charakterskizze: 1 Mark Charakterbild: 2 Mark Rückporto beil. L. Reimer, Graphologe München, laoibacbstraOe 22 a ' Wir bitten unsere geschätzten Leser, bei Einkäufen unsere Inserenten gell, zu berücksichtigen.