Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 6 (9.2.1917)
- Date
- 1917-02-09
- Page
- Seite 72 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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72 Das Jüdische Echo Nr. 6 tagen. Mit dieser! Abenden verfolgte man zwei Hauptzwecke: 1. Dias jüdische Publikum Münchens mit jüdischer Literatur und Musik bekannt zu machen bezw. das Interesse daran zu beleben. 2. Unser notleidendes Volk im Osten zu unterstützen. Natürlich ist es nur wie ein Tropfen im Meer, wenn der Verein die Summe von 376 M. fortsenden konnte, aber andererseits ist es sehr viel, wenn man die niedrigen Eintrittspreise berücksichtigt. Man wirft uns oft vor daß wir die Eintrittspreise zu niedrig stellen — aber dieser Vorwurf ist nicht gerechtfertigt, denn auch dem Unbemittelten muß die Möglichkeit gegeben werden, unsere Abende zu besuchen. Daß der Verein auf dem richtigen Wege ist, das hat der letzte Chanuka-Abend gezeigt. Ein Publikum von 506 Personen hatte sich eingefunden: Ost und West, Arm und Reich saßen neben einander und konnten ein paar gemütliche Stunden im jüdischen Kreise mit jüdischem Geiste verleben. Trotz des billigen Eintrittspreises von 50 Pfg. und trotz der erheblichen Ausgaben konnte der Verein einen Reingewinn von 200 Mk. abschicken. Leider finden sich sehr viele Pessimisten, die solche Veranstaltungen für unzeitgemäß halten, und dem Verein Bne-Jehuda den Vorwurf machen: „Während unsere Söhne und Brüder im Felde stehen und unser Volk im Kriegsgebiet leidet, versammelt er die Leute zu Unterhaltungen.“ Wir aber haben gemeint, daß es gerade in dieser schweren Zeit notwendiger als je ist, sich zusammenzuschließen. Gerade weil unsere jungen Männer im Felde sind, müssen wir dafür sorgen, daß sie bei ihrer Heimkehr eine jüdische Organisation finden. Der Verein hat nicht nur nach außen gewirkt, sondern auch in seiner Mitte, soweit es ihm nur irgend möglich war. Dies beweisen die verschiedenen Vorträge und die anschließenden Diskussionen aus allerlei Gebieten. Wir behandelten aktuelle Tagesfragen wie z. B. „Die Judenfrage in Polen“. „Forderung jüdischer Volksschulen“. „Die Wichtigkeit einer jüdischen Volksschule für das Judentum“. „Zionismus und Jidischismus“. „Die jüdische Frau und der Krieg“. Außerdem sprachen: Frl. Helene Hanna Cohn über „Eindrücke in Palästina“. „Erlebnisse in Amerika“, „Amerika und die jüdischen Schulen“. Herr Alex. E 1 i a s b e r g über: „Der Chassidismus und seine Sagenwelt“. Literarische Themata behandelten: Ingenieur L. Abramsohn: „Scholom-Alechems Schaffen und Wirken“. „Achad Haams Zionismus“. Herr Schriftsteller Joseph Löwy: „Perez“. „Scholom Asch“. „Ch. N. Bialek“. „Awrom Knisen“ und „Dovid Edelstadt“. Geschichtliche Vorträge hielten: Herr Chawkin über: „Baruch Spinoza“ und Herr Alexander Eliasberg: „Die Juden in Frankreich zur Zeit der Revolution“. Ferner wurden Kurse eingerichtet und zwar für Jidisch und Musik. Kurse für Hebräisch waren vorgesehen, konnten aber wegen Mangel an einem Lehrer nicht durchgeführt werden. Der Kursus für Jidisch hatte einen sehr guten Erfolg bei den Teilnehmern; derjenige für Musik hatte zwar kurzen Bestand, gab aber doch viel Schönes. Auch hier war das Fehlen einer geeigneten Lehrkraft bestimmend für die schließliche Auflösung. Wenn man unsere eben angeführten Ziele bedenkt, so kann man sich mit Recht sagen: Der Verein zeigt in seinem Programm weder eine bestimmte Richtung, noch gehört er einer bestimmten Partei an, und ist somit „fahnenlos“. Er bezweckt eben einen Zusammenschluß aller jüdischen Größtes Leseinstitut Münchens (60000 Bände) Sämtliche Novitäten belletristischen und wissenschaftlichen Inhalts in deutsch, französisch, englisch und italienisch. Oporntexte leihweise — Stadtu. Landabonnement Theatinerstraße 49, Entresol (Korsethaus Lewandowski. (Inhaber: E. & M. Kraus) KURSE! Französische, Deutsche, Englische Sprache Kunstgeschichte (mit Führung) Literatur (verb. mit Lektüre) L in allen Gebieten T nfto akad. Lehrerin für Kunstgesch. L,UllK nt5UIZt5, und neue Sprachen v. d. Tannstraße 15, II. Aufg. 0 r. — Sprechstunden 3—4 Uhr. II Dentist Strobel ## früher über 7 Jahre bei Herrn H of-Zahnarzt Dp. med. Brubaeher tätig || Luitpoldstraße 8 Ecke Prielmayerstr. ® J gegenüber Warenhaus Tietz. 00 Konservierung kranker Zähne und Wurzeln. 00 Spezialität: Piattenloser Zahnersatz. 00 Ganze Gebisse. Erstklassige Ausführung. 00 ■■■»•■«•••■« Zahnoperationen 00 mit den neuesten schmerzlosen Mitteln. Telepho nische Nr. 11361. Anmeldung erwünscht. #• Sprechzeit nur Werktags von 9—5 Uhr. ■ Manchen "«sr ■ | Israel. Töcbterpensionat J I Fran Apotheker Rothschild Ww. I Telephon 40757 Elektrolyt Georg Hirth Energiesteigered. In jeder Apotheke erhältlich in: Pulverform (zu 0.50, 2.25 und 6 Mk.); Tablettenform (zu 0.50, 1.50 und 3.20 Mk ). — Literatur kostenfrei. — Hauptvertrieb und Fabrikation: Ludwigs-Apotheke München Neuhauserstr. 8/ Druck und Verla* t B. Heller, Buckdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. Verantwortlick fftr die Redaktion t Helene Hanna Cohn. München, Von der Tannstr. 22; fftrden Anzeigenteil tH. W.StShr.Mftucheu