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Das jüdische Echo · 1917-02-09 · 6 (9.2.1917) · p. Seite 68

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
6 (9.2.1917)
Date
1917-02-09
Page
Seite 68 (sequence 8)
Language
German
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68 Das Jüdische Echo Nr. 6 Länder M. 5855, Schweiz M. 5838, Griechenland M. 3529 (Alt-Griechenland M. 712, Neu-Griechenland M. 2817), Belgien M. 3329, Bulgarien M. 3031, Dänemark M. 2923, Ägypten M. 2707, Frankreich (mit Tunis) M. 2394. Ferner Osten M. 2050, Australien M. 1533, Italien M. 1051, Schweden M. 922, Portugal M. 750, Brasilien M. 501, Neuseeland M. 419, Norwegen M. 64, andere Länder M. 25.— Alle Unternehmungen des Jüdischen Nationalfonds in Erez Israel konnten aufrecht erhalten werden. In einigen Ländern haben die Freunde des Nationalfonds begonnen, Mittel zur Ausdehnung des jüdischen Siedlungswerks nach Friedensschluß aufzubringen, sowohl durch die Stärkung des Landfonds zur Bereitstellung von Boden für neue Kolonien, als auch durch den Pionierbeitrag des Genossenschaftsfonds für die Ausrüstung von ländlichen Arbeitergenossenschaften und Erschließung von Neuland. Diese Sammlungen sollen im Jahre 1917 energisch und systematisch fortgesetzt werden. Die Überzeugung wird in der jüdischen Öffentlichkeit immer allgemeiner, daß im Werke des Wiederaufbaus nach dem Kriege die Kolonisation in Palästina einen bedeutenden Raum einnehmen wird. Dem JNF erwächst die unabweisbare Aufgabe, finanziell bereit zu sein, um an dieser großen aufbauenden Hilfsarbeit einen gebührenden Anteil zu nehmen. literarisches Echo „Der Jude“. Eine Monatsschrift. Herausgeber Dr. Martin B u b e r , Heppenheim a. d. Bergstraße (Hessen). Verlag R. Löwit, Berlin N., Weißenburgerstraße 6. Inhalt des Januar-Heftes: Martin Bub er, Ein Heldenbuch; A. D. Gordon, Briefe aus Palästina; S. A. Horodezky, Vom Gemeinschaftsleben der Chassidim; Franz Sachs, Von deutschen Jüdinnen; R. Bernstein-Wischnit zer, Mendelssohn und seine Kinder; Gustav Mayer, Liberales Judentum im Vormärz; Jakob Klatzk in Grundlagen des Natinaljudentums; Gust. Krojanker, Max Brods Weg zum Leben; Arno Nadel, Jüdische Volkslieder. Bemerkungen. Daten und Materialien. Neue Jüdische Monatshefte. Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West. Inhalt von Heft 8: Dr. Adolf Friedemann, Politisierung des deutschen Judentums; Dr. Eugen Lewicky, Die Ostjudenfrage; Staatssekretär Zimmermann über das neue Judengesetz in Polen; Jehuda Steinberg, An den Wassern zu Babel; Geh. Reg.- Rat Prof. Dr. Hermann Cohen, Betrachtungen über Schmollers Angriff; Dr. Franz Oppenheimer, Soziologische Tagebuchblätter. Umschau. Literaturblatt. Arnold Zweigs „Ritualmord in Ungarn“ Jüdische Tragödie in 5 Aufzügen, wurde von der Generalintendanz der Vereinigten Stadttheater in Frankfurt a. M. für die Spielzeit 1917/18 zur Uraufführung angenommen. Das Drama, dessen Handlung im wesentlichen den historischen Begebenheiten des Prozesses von Tisza-Eszlar folgt, erregte bereits im vorigen Jahre beim Erscheinen der Buchausgabe (Hyperion-Verlag, Berlin) besonderes Aufsehen und läßt eine starke eigenartige Bühnenwirkung erwarten. Feuilleton Der Scheidebrief. Ein Akt in drei Bildern. Von Scholem-Alechem. Aus dem Jüdischen. (Schluß.) Drittes Bild. (Im Hause des Rabbiners Orke. Es ist eine Stube, die durch einen Vorhang in zwei Hälften geteilt ist, den „Salon“ und die „Küche“. Im „Salon“ steht ein Bücherschrank. Auf dem Tische liegt ein „Yore-Dea“ und ein „Eben-Ezer“. Ein Sofa mit Kattunüberzug. An der Wand ein „Misrach“, eine Kuckucksuhr, ein Pelzrock der Rabbinersfrau, ein „Streimel“, ein seidener Rock des Rabbiners mit gelbem Futter. In der Ecke ein Wassereimer und ein Besen.) 1. Szene. Frume-Liebe, die Frau des Rabbiners und Sara-Chantzi. Frume-Liebe: Setzt Euch, Sara-Chantzi, setzt Euch ein wenig, warum steht Ihr? Sara-Chantzi: Es macht nichts. Ich kann ausstehen . . . (räuspert sich und schneuzt die Nase.) Frume-Liebe: Was schadets Euch, Sara- Chantzi? Da steht ein Stuhl, nehmt ihn und setzt Euch darauf — bis der Scheidebrief fertig wird, dauert es noch eine Weile. Och, och, och! (Stützt ihr Haupt auf zwei Finger und bewegt es mitleidig.) Sara-Chantzi (macht eine Miene, als ob sie weinen wollte, setzt sich auf die Ecke des Stuhls): Och, och, och! Frume-Liebe: Wozu sollt Ihr sündigen, Sara- Chantzi? Wahrscheinlich ist es eine bescherte Sache! Wahrscheinlich will es der Allerhöchste, der Heilige. Er sei gesegnet, und sein Name sei gesegnet, wahrscheinlich ist es kein richtiges Paar! ... Sara-Chantzi (wischt sich die Augen und schneuzt die Nase): Kein Paar, sagt Ihr? Oh, Frumeniu, Seele meine! Ihr kennt mich doch nicht seit gestern und nicht vom vorigen Jahre ... Ich kann Euch gar nicht so viel erzählen — ich bitt’ Euch um Verzeihung, wie eine eigne Schwester — wenn Ihr wüßtet, wie er mit meiner Tochter umgeht, mit meinem Fleisch und Blut, hättet Ihr selbst gesagt, daß . . . daß es mit mir ein Jammer ist, eine Plage von seinem heiligen Namen. Er ist ja ein Unmensch, noch schlimmer als ein Getaufter, nicht hier sei’s gedacht! Weiß ich? Ein Auswurf, ein wildes Tier, ein Werwolf! . . . Frume-Liebe (bewegt die Lippen und schüttelt den Kopf): Man soll gar behütet werden, o Gott, Herr der Welt, gesegnet sein Name! Es ist ja eine Heimsuchung, eine Plage Gottes, wie in Äewpten ... Sara-Chantzi: Wie in Ägypten, savt Ihr? Wie in Sodom! ... So ein ... so eine Natter, die mit einem Blick tötet, ein Lindwurm, der im Meerrettichliegt und glaubt es gebe nichts Süßeres in der Welt! Er liegt da und nagt und nagt. Würmer sollen seinen Leib im Dunklen nagen, süßer Gott! Frume-Liebe: Behüt’ mich Gott, sein Name sei gesegnet (erhebt die Augen zur Zimmerdecke). Weiß ich? Ihr müßt danken und loben den, der ewig lebt, daß Ihr von einer solchen schrecklichen Plage, sie soll nie zurückkommen,'" befreit werdet . . .

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