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Das jüdische Echo · 1917-01-26 · 4 (26.1.1917) · p. Seite 43

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
4 (26.1.1917)
Date
1917-01-26
Page
Seite 43 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 4 Das Jüdische Echo 43 Die „Jea“ während des Krieges. (Schluß.) 5. Rußland. Infolge der schwierigen Verhältnisse hat die Ica nur allgemeine Nachrichten über die Tätigkeit ihrer Untersuchungen im Jahre 1915 erhalten. Die kriegerischen Ereignisse haben die Tätigkeit in den nordwestlichen Gouvernements unterbrochen, während sie in anderen Teilen des Landes zum Teil fortgesetzt werden konnte. In den Kolonien des Gouvernements Cherson gab es 1915, dank den Witterungsverhältnissen ein gutes Jahr. Die Weizen-, Gerste-, Roggen- und Weinernte war ungewöhnlich gut. Infolgedessen konnten Rückzahlungen bis zur angesetzten Summe von 60 000 Rubel geleistet werden. Nur ein Teil der im Budget vorgesehenen Ausgaben, nämlich 24 169 Rubel (von 41 210 Rubel) wurde gebraucht. Unter den herrschenden Umständen wurde es für ratsam erachtet nur unbedingt notwendige Ausgaben zu machen und von neuen Unternehmungen ganz abzusehen. Die genossenschaftlichen Darlehenskassen setzen ihre Arbeit in diesen Kolonien fort. Auch im Gouvernement Jekaterinoslaw war die Ernte in den Kolonien gut. Getreide erzielte vorteilhafte Preise, ebenso Wein und Milchprodukte. Trotzdem wurden statt 40 000 Rubel nur 27 680 Rubel zurückgezahlt. Dieses Ergebnis erklärt sich aus der moralischen Depression der Kolonisten, die in der Erwartung schwerer Zeiten so sparsam wie möglich ind. Statt 26 930 Rubel wurden nur 15 500 Rubel ausgegeben da verschiedene Ausgaben erheblich gekürzt wurden. In den Kolonien von Beßarabien und Podolien beschäftigten sich die Kolonisten vorwiegend mit Wein- und Tabakbau. Es wurden gute Ernten und hohe Preise, besonders für Tabak, erzielt. Der Geschäftsgang war durch die herrschenden Verhältnisse beeinträchtigt. Es waren Kredite von nur 17 855 Rubel vorgesehen, von denen aber nur 11 125 Rubel ausgegeben wurden. An Darlehen wurde nur gewährt: 600 Rubel für den Ankauf von Kühen und 3750 Rubel, an 32 Tabakpflanzer. Bemerkt sei jedoch, daß der Darlehensfonds in Resina einen besonderen Fonds von 50 000 Rubel besitzt, aus dem 450 Pflanzer Darlehen erhalten konnten. Die Rückzahlungen von 21 674 Rubel übersteigen den Schätzungsbetrag. Diese Ergebnisse erscheinen umso günstiger, als die Kolonien dem Kriegsschauplatz so nahe sind. Der Gemüsegarten in Soroki ergab infolge der allgemeinen Verhältnisse nur mäßige Resultate. Er hatte nicht nur unter Verkäufen zu schlechten Preisen zu leiden, sondern auch unter der Requirierung der Transportmittel durch das russische Heer, so daß häufig Aufträge nicht ausgeführt werden konnten. Das Einkommen betrug 5781 Rubel statt des im Budget angesetzten Betrages von 8400 Rubel. Trotz beschränkter Ausgaben war ein Defizit von 4274 Rubel vorhanden. Der Einfluß des Kriegs machte sich auch in der jüdischen Darlehens- und Sparkasse fühlbar. Einige Filialen in der Nähe des Kriegsschauplatzes mußten geschlossen werden, andere ihre Tätigkeit vermindern. Die meisten arbeiten jedoch weiter. Wenngleich die Mobilisation das Wirtschaftsleben störend beeinflußte, ist doch andrerseits durch Arbeiten für den Heeresbedarf das industrielle und kommerzielle Leben gehoben worden, was den obigen Kassen zu Gute kam. Leider befindet sich ein Teil dieser Kassen, 277, von denen 85 einen Betrag von 365 000 Rubel schulden, im okkuppierten Gebiet. Um denjenigen ihrer Mitglieder, die Handwerker oder Arbeiter sind, Arbeit zu verschaffen, haben einige der Kassen Heereslieferungen ausgeführt. Andrerseits mußten andre Kassen ihren Mitgliedern das zum Leben Notwendigste zur Verfügung stellen. Die Kassen für landwirtschaftliche Kolonien gewährten Darlehen auf Getreide, damit die Kolonisten ihre Ernte zu den besten Preisen verkaufen konnten. Die Warschauer Bank hielt es nicht für notwendig, den Kassen ihre Untertützung zu entziehen, obgleich sie neue Darlehen nur mit großer Vorsicht gewährte. An neuen oder versprochenen Krediten zahlte die Bank im Laufe des Jahres 810 000 Rubel aus, während sie 378 700 Rubel aus Rückzahlungen erhielt. Diese Zahl beweist, daß trotz der ungünstigen Verhältnisse die Genossenschaftskassen ihre Pflichten genau erfüllen. Zwei Kassen wurden 1915 außerhalb des Ansiedlungsrayons errichtet, die eine in Jekaterinenburg, die andere in Perm. Weitere Gründungen sind geplant. Der Elementarunterricht hat durch den Krieg gelitten. Einige der Ica-Schulen sind im besetzten Gebiet; bei andren verringerte sich die Unterstützung durch die ansässige jüdische Bevölkerung. Damit diese Institute nicht geschlossen zu werden brauchten, erhöhte die Ica ihre Subvention. Die Grodnoer Lehrerseminarkurse wurden bei der Einnahme der Stadt erst nach Charkoff verlegt. Sie werden fortgesetzt, obgleich sich durch den Heeresdienst die Zahl der Studenten verringert hat. 6. Cypern. Die Ergebnisse der lanwirtschaftlichen Arbeit in den Kolonien auf Cypern im Jahre 1915 waren befriedigend. Der Durchschnittsbetrag von 115 Franken per Hektar ist in den letzten Jahren selten erreicht worden. Dieser Betrag wurde eher durch günstige Verkaufsbedingungen als durch größere Ernten erzielt. Die Kolonisten hatten freilich von den höheren Preisen keinen Vorteil, da sie den größten Teil ihrer Ernte für eigenen Gebrauch und als Viehfutter zurückbehalten mußten. Sie konnten daher ihre Schulden an die Gesellschaft nicht zurückzahlen. Die ungünstige Lage der Kolonie und Differenzen zwischen der Verwaltung und den Kolonisten machten es notwendig, einen Inspektor nach Cypern zu senden. Dank seines Eingreifens wurden verschiedene Maßnahmen getroffen, die sich hoffentlich als günstig für die Kolonisten erweisen werden. Welt-Echo Die Antwort des Königs auf den Glückwunsch der bayerischen Rabbiner. Auf das Glückwunschtelegramm, das die Rabbiner Bayerns durch ihren Vorsitzenden Professor Rabbiner Dr. Werner in München an den König zu dessen Geburtsfest sandten, erging folgende Antwort: Die Rabbiner des Königsreichs haben meines Geburtstages mit warmempfundenen Glückwünschen für mein und des Vaterlandes Wohl gedacht. Von Herzen sage ich ihnen für den neuen Beweis treuanhänglicher Gesinnungen meinen aufrichtigen Dank. Ludwig Außerdem erging folgendes Dankschreiben aus des Königs Kabinett an Distriktsrabbiner Dr.

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