Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 3 (19.1.1917)
- Date
- 1917-01-19
- Page
- Seite 34 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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34 Das Jüdische Echo Nr. 3 über 477.000 Rubel, verwendet hauptsächlich für Nahrung (ca. 100.000 Rubel), Wohnungshilfe (43.000), Versorgung mit Kleidern und Schuhwerk (260.000), für medizinische Hilfe, persönliche Unterstützungen, Darlehen und Ausgaben in Verbindung mit der Evakuation. Ferner wurden die Familien der Einberufenen sowie für verwundete Soldaten 123.000 Rubel aufgewendet. Der gesamte Verwaltungsapparat erforderte über 142.000 Rubel, ein angesichts der Größe der Eingänge und der Menge der geleisteten Arbeit sehr geringer Betrag, was nur damit erklärt werden kann, daß sich freiwillige Kräfte, vor allem die jüdische Jugend, in weitgehendem Maße dem Komitee zur Verfügung stellten. Interessant sind auch die detaillierten Angaben des Komitees über die Einnahmen aus der Selbstbesteuerung der Stadt Moskau. Wir übergehen die Einzelheiten über die Verteilung der Steuerzahler nach Berufsgruppen. Die absoluten Zahlen zeigen, daß die Zahl der zur Selbstbesteuerung Herangezogenen von 2100 im Jahre 1915 auf 3970 im Jahre 1916 gestiegen ist. Die Einnahmen aus diesem Spendenzweig betrugen monatlich 80.500 Rubel im Jahre 1915, dagegen ca. 110.000 Rubel im Jahre 1916. Feuilleton Geschichten vom Rishiner. Von Martin B u b e r. (Schluß.) 4. Mose und der Name Gottes. Nach dem Tode Rabbi Dob Bers, des Sohnes des großen Raw, kamen etliche seiner Chassidim zum Rishiner und wollten versuchen, ihm nahezutreten und seine Schüler zu werden. Aber es befremdete sie, daß hier nicht, wie sie es von ihrem Lehrer her gewohnt waren, zu aller Zeit die Schrift ausgelegt wurde und die Weisheit des Gesetzes waltete, sondern ein ungebärdiges und, wie ihnen schien, unbeherrschtes Leben sich tummelte; und so sehr sie sich auch mühten, den Sinn der Fröhlichkeit um sich her zu erfassen, sie blieb ihnen fremd und unzugänglich. Endlich beschlossen sie, heimzukehren, und kamen zum Rishiner, um von ihm Abschied zu nehmen. Er aber sprach zu ihnen: „Es steht geschrieben: „Und Mose redete zu Gott: Siehe, ich komme zu den Kindern Israels und sie werden mir sagen, was ist sein Name — was soll ich ihnen entgegnen?“ Und es scheint wunderlich: ob Mose auch in Ägypten aufgewachsen ist, kann es sein, daß er bislang den Namen Gottes nicht kannte? Das kann nicht sein; vielmehr auch die Kinder Israel kannten ihn. Und das eben meinte Mose: „Die Kinder Israel werden mir selbst den Gottesnamen ansagen und werden sprechen: Wir kennen ihn ja von lange her — was bringst du uns und was willst du von uns? Was soll ich ihnen da entgegnen und was ist das Neue, das ich ihnen kundzutun habe?“ Da sprach Gott zu ihm: „Ich bin der ich bin. Gehe zu ihnen und sage ihnen: Ich-bin-der-ich-bin hat mich zu euch geschickt.“ Und als Mose dem Volke diese Worte wiederholte, da umbrauste die ewig gleiche Wahrheit es als ein Neues und nie Erhörtes und warf es nieder vor der Unendlichkeit Gottes.“ 5. Gott der Vergebende. Als der Rishiner auf den Rat der Ärzte nach Odessa kam, um im Meere zu baden, wohnte dort ein Enkel des berühmten Rabbi Jakob Emden, namens Me'ir. Er war aber von den Wegen seiner Väter gewichen und dem Bösen anheimgefallen. Als Rabbi Israel von ihm erfuhr, ließ er ihn rufen und forderte ihn auf, mit ihm nach Rishin zu fahren; für all seinen Lebensbedarf solle gesorgt werden. Der Mann war es zufrieden. In Rishin hatte er nicht viele Tage am Tische des Rabbis gesessen, als die Umkehr ihn überkam und er vollkommene Buße tat. Eines Tages sah ihn der Meister mit düsterem Gesichte stehen und fragte ihn: „Me'ir, mein Sohn, was betrübt dich? Sind es die Sünden, die du gesündigt hast, so denke daran, daß die Umkehr alles gutmacht.“ Er aber antwortete: „Wie soll ich mich nicht grämen? So groß ist meine Schuld vor Gott, und nun, nachdem ich Buße getan habe, kehre ich mich Mal um Mal wieder zur Sünde, wie ein Hund zu seinem Ausgespieenen — und wie kann ich wissen, ob meine Buße noch immer angenommen wird?“ Da legte ihm der Rishiner die Hand auf die Schulter und sagte: „Me'ir, man sagt von dir, du seist ein gelehrter Mann. Hast du nicht bedacht, warum geschrieben steht: „Denn du bist ein Vergebender zu Israel und ein Verzeihender zu den Stämmen Jeschuruns?“ Wäre es nicht genug, zu schreiben: „Du vergibst und verzeihst?“ Aber wie es der Menschen Art und Nötigung ist, zu sündigen und immer wieder zu sündigen so ist es Gottes Art und göttliche Nötigung, zu vergeben und immer wieder zu vergeben.“ mmimmiiiiiiiiiiiimmmmiiiiiimiiiiiimiiimmmiiimmiiimmiiinimiiiiiiumm : Anzeigen im ||; Jüdischen Echo || | haben wegen ihrer Verbreit | m jjgj 1 tung und wegen des Standes | jjj | seiner Leser stets guten Erfolg | |§j iiimimiimmiiimiiiiimiiiiiiiiiiimiMiiimiimiiimmiiMiiiiimiimimimimiiiiiiim 208505479844634628970