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Das jüdische Echo · 1917-01-19 · 3 (19.1.1917) · p. Seite 31

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
3 (19.1.1917)
Date
1917-01-19
Page
Seite 31 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 31 Die Zahl der Geschäfts- und Industrie-Unternehmungen beträgt 496; ferner gibt es 21 Gemeinde-Institute (Schulen, Synagogen, Kirchen und Hospitäler). Moiseville mit 3400 Einwohnern ist noch immer der bedeutendste Ort; das kleinste Dorf hat 100 Einwohner. Die Schulen arbeiten regelmäßig. In 65 Schulen gibt es 4294 Schüler (2311 Knaben und 1983 Mädchen), die von 130 Lehrern unterrichtet werden. Man bemüht sich, den Kindern Liebe zur Landarbeit und zu den jüdischen Riten beizubringen. Die Religionsklassen setzen ihre üblichen Kurse fort. In 25 Klassen gab es 2435 Schüler. Der Unterricht, der von 130 Lehrern erteilt wird, wird unter der Leitung des Rabbiners Haiphon ständig ausgebaut. Die Beiträge seitens der Kolonisten sind beständig im Wachsen begriffen — ein Beweis für die Nützlichkeit und den Erfolg des Unterrichts. Es gibt 9 Genossenschaften mit 2435 Mitgliedern, einem nominellen Kapital von 696 000 Dollar und einem eingetragenen Kapital von 482 947 Dollar. Die für Darlehen von der Gesellschaft zur Verfügung gestellte Summe beträgt 869 000 Dollar, der Reservefonds 158 200 Dollar. Die Gesellschaften gewährten den Kolonisten im Jahre 1915 Darlehen im Betrage von 1 290 745 Dollar. Infolge des Krieges ist die Einwanderung von Juden in überseeische Länder unterbrochen worden. 1915 wurden nur 589 neu angekommene Personen registriert gegen 3682 im Jahre 1914 und 10 049 im Jahre 1913. Von diesen 589 Personen begaben sich nur 25 nach den Ica-Kolonien. 2. Brasilien. Die brasilianischen Kolonien befinden sich im Zustande der Reorganisation. Die im Jahre 1915 erzielten Resultate gestatten es, mit Vertrauen der Zukunft entgegenzusehen. Die Philippson Kolonie umfaßt 70 Familien (356 Seelen); 58 sind als Kolonisten angesiedelt; 8 sind Verwandte von Kolonisten und helfen ihnen bei der Arbeit, 4 sind Einwandererfamilien. Eine dieser Familien beschäftigt sich ausschließlich mit Zigarettenmachen. Die Kolonisten, ermutigt durch die hohen Preise, die ihre landwirtschaftlichen Produkte infolge des europäischen Krieges erzielten, haben etwa 363 Hektar bestellt, also mehr als 6 Hektar pro Kolonist. Der Wert der Getreide- und der Gemüseernte war über 400 Dollar pro Kolonist. Im Jahre 1915 wurde zum ersten Male dank der Zigarettenfabrikation, der gesamte angebaute Tabak verkauft. Die zweite Einnahmequelle der Philippson- Kolonisten ist ihr Vieh, wovon es 1915 1086 Stück gab. Es gibt 2 Schulen mit 96 Schülern. Die sanitären Verhältnisse in der Kolonie sind befriedigend. Im Jahre 1915 machte sich ein starker Abfluß der Mitglieder der Quatro Jomaos Kolonie nach den Städten Brasiliens und Argentiniens geltend. Am 31. Dezember waren nur noch 73 Kolonisten (im ganzen 516 Personen ) übrig. Die Aussaat für 1915/16 war ziemlich bedeutend, wenngleich die erste Hälfte des Jahres für landwirtschaftliche Incorafo ^n^en^m’jüd.Echo< llltjul UlvgrößteVerbreitung! Arbeiten nicht in Betracht kam. Die Zentralverwaltung half den Kolonisten, indem sie ihnen Saatgut lieferte und ihnen gestattete, Landgebiete, die von ihren früheren Besitzern verlassen worden waren, zu benutzen. Die Kolonisten bauen Getreide und Gemüse an, und jeder hält sich Geflügel für seinen eigenen Gebrauch. Das Vieh, besonders die Kühe, sind in guter Verfassung. Die Kolonisten erzielten bessere Einnahmen als im Jahre 1914. Zu Jahresbeginn bestanden 5 Schulen; nach dem Abgang der Kolonisten waren im Juni nur noch 3 Schulen geöffnet, die im Dezember von 49 Schülern besucht wurden. 3. Vereinigte Staaten von Amerika. Die „Jewish Agricultural and Industrial Aid Society“ gewährte 1915 396 Darlehen für landwirtschaftliche Zwecke (für 190.036 Dollar) gegen 327 Darlehen (für 176 811 Dollar) im Jahre 1914. Ein neuer Staat (Vermont) ist dem Tätgkeitsbereich der Gesellschaft hinzugefügt worden. Durch das Farm-Arbeitsamt wurden 1017 Leute (gegen 937 im Jahre 1914) als Landarbeiter angestellt. 1821 Personen, die 1915 von dem Industrie-Verteilungsbureau Unterstützung erhielten, wurden in 241 Plätzen untergebracht, davon 278 in Michigaü, 272 in Ohio, 239 in Illinois und 172 in Kalifornien. Etwa 77% der Einwanderer stammten aus Rußland. 362 Schüler der Gewerbeschule in New York beendeten 1915 ihre Studien. Die Landwirtschaftsschule in Woodbine hatte am 31. Dezember 87 Schüler. Von 102 Absolventen (im Vorjahr) wurden 70 auf Farmbetrieben angestellt. 4. Canada. Dank vorzüglichen Witterungs Verhältnissen hatte Canada 1915 eine vorzügliche Ernte. Die Getreideernte überstieg 3 Milliarden Bushel. Die jüdischen Kolonien nahmen natürlich an dem allgemeinen Wohlstand teil. Das Montrdal-Komitee der Ica versorgte einzelne Stellen mit Saatgut. Die Ernte war nicht nur reichlich, sondern erzielte auch vorteilhafte Preise. Da es sich aber hier um Ausnahmezustände handelt, kann man dieses Jahr nicht als Basis der wirtschaftlichen Bedingungen überhaupt betrachten. Nach Ansicht maßgebender Persönlichkeiten ist die gemischte Wirtschaft die aussichtsreichste Form der Kolonialwirtschaft: Vereinigung von Extensivkultur und Viehzucht. Die meisten jüdischen Kolonisten scheinen sich diese Anschauung zu eigen zu machen. Außerdem haben sie ihre Arbeitsmethoden erheblich verbessert. In 14 Kolonien leben jetzt 1816 Personen. 1915 wurden 23 215 acres bebaut (gegen 20 333 acres im Jahre 1914). Der Wert der Ernte betrug 378 655 Dollar (gegen 170 135 Dollar 1914). Der Viehbestand betrug 1496 Pferde und 1588 Kühe. (Schluß folgt.) DR. MAX MAYER ERNA MAYER, GEB. ZWEIG | VERMÄHLTE | I BERLIN W. 15 TEBETH 5677 1 ü DÜSSELDORFERSTR. 23 Ü

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