Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 4 (1917)
- Issue
- 3 (19.1.1917)
- Date
- 1917-01-19
- Page
- Seite 29 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Das Jüdische Echo 29 beiten. Sie würden dort lernen, wie organisierte Arbeit zu leisten ist; sie würden sich dort eine reiche Kenntnis von Sachen und Personen aneignen, die für ihre spätere Arbeit sehr wertvoll sein kann und die ihnen die Möglichkeit gibt, dauernd in lebendigen Beziehungen zum Zentrum unserer Bewegung zu bleiben. Der Zentralleitung wird diese studentische Mitarbeit sehr willkommen sein; es ließe sich ein besonderes Arbeitsfeld für diese Mitarbeit ausbauen. Ich glaube, daß eine ähnliche Dienstleistung für Studenten in Palästina nach dem Kriege möglich sein wird und hoffen wir, daß nach dem Kriege unsere Beziehungen zu Polen so eng bleiben können, daß ein Austausch von Kräften in ähnlicher Form auch nach Polen hin möglich ist. Das Leben unserer zionistischen Jugend könnte durch diese Arbeits-Semester im praktischen Dienst unserer Bewegung an Reichtum außerordentlich gewinnen. Der Energie-Kern, der in unserem Tun, in unserem Werke wirkt, wird die wertvollen Kräfte des anderen Lagers anziehen und unbewußt beeinflussen. Die Gefahr, daß unsere Kräfte sich verlaufen, wird um so geringer werden, je reicher sich unsere Arbeit ausbaut. Wir werden die Möglichkeit haben, neutrale Hilfe, die sich uns anbietet, anzunehmen. In einer großen Anzahl Ortsgruppen wird unsere Arbeit im Rahmen des Gemeindelebens vor sich gehen können. Rabbiner und Lehrer werden gern die Arbeitsmöglichkeiten, die unsere Organisationen ihnen bietet, ergreifen, und wir werden keinen sachlichen Grund haben, sie abzulehnen, wenn durch positive Arbeit in den Ortsgruppen die Gefahr, daß der geistige Schwerpunkt in ihnen verschoben werden kann, nicht mehr besteht. Wenn ich jetzt zu den Arbeitsaufgaben des Hauptausschusses für Partei- Arbeit übergehe, kann ich erheblich kürzer sein, weil ich nur von den Teilen der Arbeit zu sprechen habe, die durch die Einrichtung der Arbeitskreise erneuert und ausgebaut werden wird. Ich spreche zuerst von den Aufgaben des Arbeitskreises für National-Fond und Palästina-Arbeit. Dieser Arbeitskreis wird als beratende Instanz manches Neue schaffen können. Es wird versucht werden müssen, die National-Fond- Arbeit aus dem Stadium der einfachen Sammeltätigkeit herauszuheben und für die einzelnen Institutionen und Schöpfungen in Palästina besondere Interessentenkreise unter den deutschen Zionisten zu schaffen. Dann wird jeder unter uns unseren Aufgaben in Palästina durch werktätige Liebe für ein bestimmtes Arbeitsgebiet, das sein besonderes Interesse hat, näher kommen können, und alle Menschen, die sich für eine bestimmte Unternehmung in Palästina interessieren, werden zu einer Arbeits-Einheit zusammengefaßt werden können. Neue Arbeitsaufgaben wird der Arbeitskreis für Wohlfahrts - Einrichtungen und Hilfs-Aktionen haben. Unsere Hilfs- Aktionen waren bisher das Werk Einzelner, die weit über ihre persönliche Kraft arbeiten mußten. Ich bin davon überzeugt, daß unsere Aktionen in Zukunft an Kraft und Erfolg stärker sein werden, wenn für sie im ganzen Reiche eine interessierende Mitarbeiterschar vorhanden ist. Wichtiger als die gelegentlichen Hilfsaktionen erscheinen mir aber die Wohlfahrtseinrichtungen, die die Menschen in unserer Bewegung als Gebende und Nehmende zugleich fördern können. In Berlin ist hier in letzter Zeit manches Wertvolle geschehen. Ich denke an die Gründung des Siedlungsheimes: hinzu käme noch die Schaffung von Kindergärten, Mädchenvereinen, Mütterberatungsstellen. Ein gioßes Gebiet würde sich öffnen, wenn wir alle die Aufgaben, die das Wirtschaftsleben stellt, in Angriff nehmen würden; zuerst käme vielleicht die Schaffung von Kredit-Organisationen in Frage. Wenn eine Körperschaft da ist, die stets mit Interesse die schon begonnene Arbeit beratend und werktätig unterstützt, wird auf diesen wichtigen Gebieten viel Ersprießliches geleistet werden können. Wenn ich nun auf das Gebiet des Arbeitskreises für Propaganda zu sprechen komme, kann ich auf das zurückgreifen, was ich bereits über diesen Punkt ausgeführt habe. Seit langem hörte man Klagen darüber, daß unsere Propaganda-Tätigkeit nicht den rechten Erfolg hatte. In Deutschland hatten sich, trotzdem die ganze Entwicklung nach unserer Richtung hin geht, von links und rechts Mauern aufgerichtet, und durch unsere Werbearbeit kamen selten Menschen aus fremden Lagern zu uns herüber. Treten wir in das große Aufgabengebiet unserer Gegenwartsarbeit ein, dann werden wir einen Teil der Werbearbeit der Entwicklung selbst überlassen können und unsere Werbearbeit wird im allgemeinen leichter und fruchtbarer durchzuführen sein. Als vierten Arbeitskreis der zionistischen Partei-Arbeit habe ich mir den Arbeitskreis für Gemeindepolitik gedacht, der die Aufgaben der bereits bestehenden Kommission für Gemeindepolitik zu übernehmen hat. Ich möchte empfehlen, daß man die aktive Gemeindepolitik mit Wahlagitation und ähnlichen Mitteln nur dort aufnimmt, wo man sich durch diese Arbeit einen wirklichen Erfolg für die Sache des lebendigen Judentums versprechen kann, und wenn man damit rechnen kann, daß ein positives, jüdisches Programm durchgeführt werden kann. Nur um des Ergebnisses willen, daß ein oder zwei Zionisten in die Gemeindestube kommen, verlohnt sich gemeinhin der Aufwand von Mitteln und Energien nicht. Hierbei muß man die unsere Sache hemmende Verbitterung, die bei Gegnern und bei neutral zuschauenden Juden oft entsteht, mit in Rechnung stellen. Ich glaube, daß wir uns stark genug fühlen können, um auf die Waffen und Mittel, die unsere Gegner als die Vertreter der Majorität nun einmal haben, verzieh- „ESKR" | KLEIliKÜMST- I VERSAND | M 0 M C H E M PSSS",5*' 1 Ausstellung aller Zweige 1 des Kleinkunst-Gewerbes 1 TniIillIII!IIIIIIIIi|l!||I||l||i||i|ii|||||!||!|||||i||if|]i[|||||||)|||i||i||]||||||i|ii„I|„|I|I|)|||||||||||{|||}||,|||j^