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Das jüdische Echo · 1917-01-19 · 3 (19.1.1917) · p. Seite 26

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
4 (1917)
Issue
3 (19.1.1917)
Date
1917-01-19
Page
Seite 26 (sequence 2)
Language
German
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26 Das Jüdische Echo Nr. 3 I. Geistige Angelegenheiten. II. Nationale Erziehung. III. Hebräische Sprache. Die Hauptgruppe für zionistische Parteiarbeit gliedert sich in vier Hauptkreise: I. Nationalfonds- und Palästina-Arbeit. II. Wohlfahrtseinrichtungen und Hilfs-Aktionen. III. Propaganda. IV. Gemeinde-Politik. der Parteileitung überwacht und geleitet worden sind. Der Wert meiner Vorschläge wird Ihnen vielleicht deutlich werden, wenn ich nun auf die Arbeit, die die neuen Arbeitskörperschaften leisten sollen, im einzelnen zu sprechen komme. Ich beginne mit den Arbeitsaufgaben des Haupt- Ausschusses für jüdische Kulturarbeit. Es fehlt uns am notwendigsten. Wir haben keine arbeitende Wissenschaft und keine Bücher. Für jede der zwei Hauptgruppen ist ein Hauptarbeits-Ausschuß einzusetzen, der aus 5—6 Männern bestehen soll. Diese Hauptausschüsse leiten die Arbeit der ihnen unterstellten Arbeitskreise. Sie müssen so zusammengesetzt sein, daß ihre Mitglieder die Möglichkeit haben, oft zu Beratungen zusammen zu kommen. Für die Führung der Geschäfte ist für jeden der Hauptausschüsse ein besondres Bureau zu schaffen. Die Hauptausschüsse haben die Aufgabe, die in ihrem Gebiete liegenden Arbeitskreise zu organisieren. Für jeden Arbeitskreis ist ein Unter-Ausschuß von 4—6 Mitgliedern zu bilden und zur Mitgliedschaft in dem Arbeitskreis selbst sind alle Menschen, die in dem besonderen Gebiet des betreffenden Arbeitskreises theoretisch oder praktisch, beratend oder arbeitend tätig sind, heranzuziehen. Ich möchte das an einem Beispiel deutlich machen. Der Arbeitskreis für geistige Angelegenheiten würde alle Männer umfassen, die geistig produktiv arbeiten (wissenschaftliche Arbeiter, Schriftsteller, Rabbiner, Lehrer), ferner alle Zionisten, die sich in den Ortsgruppen und in der Leitung mit geistigen Dingen beschäftigen. Die Anzahl der Personen, die zu dem einzelnen Kreis gehören, braucht nicht begrenzt zu werden. Einmal im Jahre sollen Tagungen des gesamten Arbeitskreises stfettfinden. Der Haupt- Ausschuß wird mit den ihm unterstellten Unter- Ausschüssen der einzelnen Arbeitskreise öfter zusammen treten müssen und die Bureaus der beiden Haupt-Ausschüsse werden die Verbindung innerhalb der Arbeitskreise durch Rundschreiben, Rundfragen und Berichte aufrechterhalten. Uber die Kompetenz der Ausschüsse und Arbeitskreise und über die Deckung der Mittel, die sie für ihre Arbeit brauchen, müssen Beschlüsse gefaßt werden. Die Kompetenzfrage läßt sich im einzelnen jetzt noch nicht erörtern; das Wichtigste hierzu wird sich erst in der Arbeit selbst ergeben. Vielleicht wird es sich zeigen, daß die Kompetenz der Ausschüsse verschieden sein muß, je nach dem Arbeitsgebiete. Der Hauptausschuß für Kultur-Arbeiten wird im wesentlichen Aufgaben haben, die bisher überhaupt noch nicht oder nicht systematisch bearbeitet worden sind. Der Hauptausschuß für zionistische Parteiarbeiten wird sich mit Arbeiten zu beschäftigen haben, in denen schon eline langjährige AVbeitsertfahrung vorhanden ist und die ständig von den Kräften Cognac Macholl München den besten französischen Marken ebenbürtig — überall erhältlich. Eigene Verkaufsstelle: Karlsplatz 25 (Hotel Köaigshof) Es besteht eine Wissenschaft vom Judentum in Deutschland, die von liberalen Juden in de: sten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufgebaut w ist und deren Leistungen sich jetzt in den öffentlichungen der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums zeigen. Es ist hier nicht der Ort und ich fühle mich auch nicht berufen, im einzelnen auf die Leistungen dieser Wissenschaft vom Judentum einzugehen. Aus inneren und äußeren Gründen besteht da nur ein spärliches Leben. Aber wäre dem auch anders, wären im liberalen Judentum viele und bedeutende Männer voller Begeisterung bei der wissenschaftlichen Arbeit und wären die Leistungen, die in den zwei orthodoxen jüdisch-wissenschaftlichen Gesellschaften (Mekize Nirdamin und die Jüdisch-literarische Gesellschaft in Frankfurt a. M.) erheblich größer als sie es wirklich sind, die Arbeit, die bei uns und für uns zu leisten ist, kann dort nicht geleistet werden. Es hat keinen Sinn zu warten, daß uns die Hilfe von einer anderen Seite kommen soll. Wir müssen daran gehen, eine neue jüdische Wissenschaft zu schaffen, die aus unserer Stellung heraus und aus unserem Geiste versucht, unsere Vergangenheit, unser Volkstum, unsere ganze Geisteswelt neu aufzubauen. Männer, die in unserer Bewegung stehen, müssen die Arbeit leisten, unsere Vergangenheit mit unseren Augen neu zu sehen und uns die Geschichte unseres Volkes neu zu erzählen. In den 30 000 Bänden der hebräischen Literatur ruhen unsere Schätze vergraben und unsere Arbeiter können wahrhafte Mekize Nirdamim (Erwecker der Schlummernden) sein, wenn sie die Goldadern wertvollen jüdischen Lebens aus den verschütteten Büchern herausholen. — Unsere Wissenschaft wird lebende Wissenschaft sein können. — In unserem Zukunftsideal haben wir das Organ, die Tatsachen der Vergangenheit und der Gegenwart nach einem Prinzip der Auswahl zu sehen, das die bedeutsamen Vorgänge, die leitenden Kulturwerte heraushebt .— Unsere Wissenschaftler werden nicht leicht zu wissenschaftlichen Kleinarbeitern werden, die schließlich auch froh sind, wenn sie Regenwürmer finden. Geistige Arbeiter können aber ihre Arbeit nur leisten in ruhigen und langen Lebensjahren und wenn sicherzahlende Auftraggeber da sind. Hier hat die Gesamtheit einzuspringen. Jetzt geben wir, wie Dr. Epstein einmal sagt, unsere Besten preis. Sie müssen ein ihrer Liebe fernliegendes Brotstudium aufnehmen und unser Garten steht unbebaut. Fremde kommen und holen sich Stücke aus ihm und tragen sie fort zu ihrem Bau. — Das nennen sie dann z. B. alttestamentarische Wissenschaft. — Erst wenn wir unsere.Ohren und unsere Herzen auftun um zu hören, und wenn aus unserem Kreis heraus Lebensbedingungen für geistig Schaffende sich bilden, wird unser R a s c h i kommen können, der uns lehrt, die Bibel zu lesen. Es wird eine Publikationsgesellschaft gegründet werden müssen, deren Auf-

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