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Das jüdische Echo · 1916-12-15 · 50 (15.12.1916) · p. Seite 484

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
50 (15.12.1916)
Date
1916-12-15
Page
Seite 484 (sequence 8)
Language
German
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484 Das Jüdische Echo Nr. 50 Satz: „Das Photographieren für den dienstlichen Bedarf muß vorzugsweise Militärpersonen des aktiven Dienstes übertragen werden und nur als Ausnahme Zivilpersonen, aber nur russischen Untertanen, keinen Juden.“ Vom Amerikanisch - Jüdischen Kongreß. Die neue Vereinbarung, die das Amerikanisch-Jüdische Kongreß-Komitee mit dem Sub-Komite der Konferenz amerkanisch-jüdischer Organisationen in der Frage des amerikanisch-jüdischen Kongresses getroffen hat, ist den Delegierten der Philadelphia-Vorkonferenz in einem zweiten Referendum zur Abstimmung unterbreitet worden. An der Abstimmung haben sich 221 Delegierte beteiligt, von denen 217 für und nur 4 gegen das neue Abkommen gestimmt haben. Es scheint demnach, daß in dieser Sache nun doch eine e i n - heitliche Aktion der amerikanischen Judenheit erwartet werden darf. Eine Professur für Jidisch in Amerika. Die Universität von Wisconsin hat, als erste Universität in den Vereinigten Staaten eine besondere Professur für das Studium des Jidischen eingerichtet und Herrn Professor L. B. W o 1 f s o n für dieses Lehramt berufen. Neue amerikanisch-iüdische Hilfsaktionen. Dr. Magnes, der von seiner Europareise kürzlich nach Amerika zurückgekehrt ist, unterbreitete dem American Jewish Relief Committee folgenden Plan: es sollen von den amerikanischen Juden 30 Millionen Dollar zur Verfügung gestellt werden, die nach dem Kriege in Form kleinerer Anleihen denjenigen Juden zu gewähren sind, die sich von neuem eine Existenz aufbauen müssen. Der Plan hat die Aufmerksamkeit aller jüdischen Kreise des amerikanischen Judentums erregt und wird zur Zeit eifrig diskutiert. Die Frage, wie der gegenwärtigen Notlage zu steuern ist, in der sich die jüdische Bevölkerung Polens befindet, bleibt trotzdem noch offen. Und es ist deswegen mit besonderer Freude zu begrüßen, daß das Conjoint Distribution Committee sich an die amerikanische Judenheit mit der dringenden Aufforderung wendet, aufs neue 10 Millionen Dollar für den amerikanisch-jüdischen Hilfsfonds aufzubringen und es ihm zu ermöglichen, in noch größerem Maße als bisher den an ihn herantretenden Forderungen zu genügen. Italien und die jüdische Frage. Das italienischjüdische Organ „V e s s i 11 o I s r a e 1 i t i c o“ richtete vor kurzem eine Rundfrage an ungefähr 200 Senatoren und Deputierte, ob sie es für wünschenswert hielten, daß Italien bei der Friedens- ■ ■ - * njllllllllllllllllllllllll!llllllllllllillllll]||||||||||||llllll!lllllllllll!l|||||||||||||!||lll||||||||||!|||||||||||||||||| „E5KR" | KLEINKÜNST- I VERSRND I MÜMCIiEh Promenade- Straße 5 Ausstellung aller Zweige | des Kleinkunst-Gewerbes i iiiiiiiuiiminiiiiiimiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiMiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiifn konferenz die Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern, wo sie ihnen heute vorenthalten wird, verlange. Fast alle der Angefragten sprachen sich dafür aus und begrüßten lebhaft den Gedanken, daß Italien die Initiative in dieser Sache ergreifen solle. Nur wenige drückten ihre Zweifel aus, ob die Zeit für einen solchen Schritt günstig gewählt sei. Zeitungs-Echo Quousque tandem? In der „Voss. Zeitung“ veröffentlichte Landgerichtsdirektor a. D. Karl Kanzow, Mitglied des preußischen Abgeordnetenhauses, einen Aufsatz betitelt „Quousque tandem?“: Als ich im Mai 1914 im Abgeordnetenhause das hetzerische Treiben des Antisemitismus kennzeichnete, sagte ich zum Schluß, daß bei der heutigen Lage des Reiches im Innern und nach außen die Regierung, die Volksvertretung und jeder vaterländisch gesinnte Mann alles tun müßten, was sie können, um die Unzufriedenheit, Uneinigkeit und Zerrissenheit in unserem Lande nicht zu vergrößern, sondern zu verringern. Noch nicht drei Monate vergingen, und der Krieg brach aus. Da kam der 4. August 1914, jener unvergeßliche deutsche Tag, da alle Deutschen einig waren. Kaiser, Kanzler und Volksvertreter waren einig in dem Streben, alles Trennende bei Seite zu schieben und sich eng zusammenzuschließen für des Vaterlandes Glück und Größe. Und heute? Wird ganz vergessen, daß das Land im Kriege ist? Zwar ist der Krieg nicht im Lande, Deutschland ist jetzt nicht, wie in den früheren Jahrhunderten, das Schlachtfeld Europas, aber wird ganz vergessen, daß wir diesen schwersten Krieg nur dann zum guten Ende führen können, wenn die Eintracht der Volksgenossen gewahrt bleitbt? Gibt es jetzt Verderblicheres, als die alte deutsche Zanksucht wieder hervorzuholen? Wieder erhebt der Antisemitismus sich, um auf den früheren Prügelknaben, den deutschen Reichsbürger jüdischen Glaubens loszuschlagen. Vor hundert Jahren sagte Marwitz: „Die Reformer wollen das alte königliche Preußen in einen neumodischen Judenstaat verwandeln“. Jetzt schreibt der Reichtstagsabgeordnete für Neustettin: „Die Wahlrechtsfrage ist eine der traurigsten Hinterlassenschaften der Bülowschen Mißwirtschaft. Soll der Zukunftsstaat mit jüdischer Spitze aufgerichtet werden?“ Ein Herrenhausmitglied schreibt am 3. August 1916 in der „Pommerschen Tagespost“ unter dem Titel „Vettel Humanität“: „In den Kriegsgesellschaften steht überall das auserwählte Volk an leitender Stelle und stellt seine Dienste selbstlos in den Dienst der Allgemeinheit. Diese treuen Arbeiter beziffert man auf 15 000“. Am 8. August 1916 schreibt Frau v. Puttkammer in der „Kreuz-Zeitung“ von der fremden Wucher - R a ss e , die in ihrer Eigenart den Schauplatz ihrer Tat mit größter Gewandtheit am liebsten möglichst weit hinter die Kampffront verlegt. Herr v. Bodelschwingh erklärt: „Das Judentum ist aus Gründen seiner Rasse überhaupt nicht imstande, monarchisch zu empfinden“. Am 4. Oktober 1916 schreibt die „Deutsche Tageszeitung“, daß die völlige Durchführung der

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