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Das jüdische Echo · 1916-11-24 · 47 (24.11.1916) · p. Seite 447

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
47 (24.11.1916)
Date
1916-11-24
Page
Seite 447 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 47 Das Jüdische Echo 447 Früchte trägt. Unerschüttert durch die Unterdrückung eines Jahrhunderts hast Du Dich offen von Rußland losgesagt. Du hast die besten Deiner Söhne zu Legionen vereinigt, um selbst für Deine Befreiung zu kämpfen. Ihr Blut ist nicht vergeblich geflossen, und vor Dir liegt die Zukunft freier und edler nationaler Entwicklung. Nimm unsere Wünsche entgegen zu diesem Ereignis, welches den Boden bildet für das Gedeihen Deiner kommenden Geschlechter. In Deinem Staate soll Gerechtigkeit regieren, und wir ververtrauen, daß Du nach schweren Erfahrungen am eigenen Körper Andersstämmige und Andersgläubige achten und gleiches Recht allen geben wirst. (Von uns gesperrt. D. Red.) Setze den mutigen Kampf gegen Deinen Unterdrücker fort, polnisches Volk, und erinnere Dich an den Ruf, der an den Präsidenten unserer Liga, Michel Lempicki, auf dem Kongreß der Nationalitäten in Lausanne gerichtet wurde: „Polen voran! Wir folgen nach!“ Die Russifizierung Ostgaliziens. Polnische in Rußland erscheinende Zeitungen berichten, daß sowohl die Organe der radikalen russischen Nationalisten wie die der extremen Rechten auf der rücksichtslosen Durchführung der Russifizierung im okkupierten Teil Ostgaliziens bestehen. Diese beantragte Russifizierung betrifft hauptsächlich die Ruthenen, weniger, und mit gewissem Vorbehalt, die polnische Bevölkerung. Unerbittlich soll man jedoch gegen die Juden Vorgehen, die gegenwärtig von den reaktionären Parteien in Rußland mit größerer Feindseligkeit denn je behandelt werden. „Solange Ostgalizien nicht gründlich russifiziert wird.“ führen diese Organe aus, „kann man nie seines Besitzes sicher sein.“ Sir Lionel Rothschild hat sich, im Gegensatz zum englischen Staatssekretär Samuel, warmherzig der zum Heeresdienst gezwungenen russischen Juden in England angenommen. In einem Aufsatz in einer Tageszeitung weist er nach, daß die Juden Englands im Verhältnis zu ihrer Zahl, der englischen Armee mehr Menschen geliefert haben als die Engländer selbst. Mehr als 20 000 Juden dienen im englischen Heere. Keine Fasttage in Jerusalem. Wie Briefe aus Palästina berichten, beschloß kurz vor dem Versöhnungsfest eine Konferenz der palästinensischen Rabbiner, daß infolge der im Lande herrschenden Epidemien am Jom-Kippur nicht gefastet werden solle. In einer öffentlichen Erklärung wies die Rabbinerkonferenz darauf hin, daß im Hinblick auf die gegenwärtigen Verhältnisse das Fasten einen Verstoß gegen das jüdische Gesetz bedeuten würde. literarisches Echo Jüdisches Wörterbuch von D. Dr. Hermann L. Strack, Professor der Theologie und Geh. Konsistorialrat in Berlin. Leipzig (J. C. Hinrichs) 1916. 204 Seiten. Vor dem Kriege hätte es wohl niemand für möglich gehalten, daß ein deutscher ordentlicher Universitätsprofessor ein Wörterbuch des so verachteten „Jargon“ herausgeben werde. Ja sehr, viele mögen bezweifelt haben, ob es so etwas bei dem als eine Art Kauderwelsch verschrienen „Judendeutsch“ überhaupt geben könne. — Der Krieg erst hat Deutschlands Militär und Beamtenschaft mit den Ostjuden und ihrer Sprache in nähere Berührung gebracht. Das „Ostjudenproblem“ ist durch den Krieg, wenn auch nicht erst entstanden, so doch vielen erst zum Bewußtsein gebracht worden, und die Sprache der Ostjuden hat in der politischen Diskussion dieser Fragen einen breiten Raum eingenommen. Professor Strack, der als einer von den wenigen nichtjüdischen Theologen auch dem nachbiblischen Judentum seine Aufmerksamkeit zuwendet und dessen Schriften „Einleitung in den Talmud“, „Das Blut im Glauben und Aberglauben der Menschheit“ u. a. es zu danken ist, wenn eine Reihe festeingewurzelter Vorurteile gegen die jüdische Religion heute als von anerkannt autoritativer christlicher Seite widerlegt gelten dürfen, hat sich durch die Herausgabe des „Jüdischen Wörterbuchs“ ein neues nicht geringes Verdienst um die jüdische Sache erworben. — Man mag über die Bedeutung des „Jargon“ als „jüdischer Nationalsprache“ sehr verschiedener Meinung sein — wir selbst teilen die Ansichten der „Jüdischsten“ im Gefolge von Mathias Acher keineswegs — jedenfalls hat gegenwärtig das „Jüdische“, als die Umgangssprache von weit über 90 Prozent der Ostjuden, eine außerordentliche Bedeutung. Seine Kenntnis ist Voraussetzung für jeden ernsthaften Eindringer in das Wesen der Juden des Ostens, in ihr Denken und Wollen. Die hochentwickelte „Jargonpresse“ allein macht es nötig, daß sich auch nichtjüdische, deutsch-offizielle Kreise um die Kenntnis der Sprache bemühten. So erklärt Strack mit Recht, er sei sich bewußt, „seinem lieben deutschen Vaterland“ durch die Herausgabe des Buches gedient zu haben. — Es .ist nicht ganz leicht, ein Wörterbuch des „Jüdischen“ zu verfassen. Weitaus der größte Teil des Sprachguts ist deutsch und bedarf deshalb für den Deutschen keiner Übersetzung oder Deutung. Strack hat trotzdem mit Recht alle die deutschen Wörter aufgenommen, die sich in der Aussprache oder Schreibweise — das Wörterbuch bedient sich, wie der moderne Jargondruck durchweg, der hebräischen Quadratschrift — sich von dem Schriftdeutsch unterscheiden. Von alters her hat die „jüdische“ Umgangssprache einzelne hebräische Ausdrücke aufgenommen, in erster Linie für Gegenstände oder Vorgänge des jüdischen Kultus und Gemeindelebens. So mußte das Wörterbuch die Verdeutschung einer beträchtlichen Zahl hebräischer Wörter und Wendungen bringen. Ja, der Verfasser schickt sogar dem Buche eine Belehrung jiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiniiiniiiiiiiiiiiiiiiniiiiiHiiiiiiiiiiiiiiiim „ES KR" KLEINKÜNST- VER5RND MÜNCHEN Ausstellung aller Zweige des Kleinkunst-Gewerbes iriiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiniiiiiiiiiiiiiiiiiiitiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiitiif?

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