Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 42 (20.10.1916)
- Date
- 1916-10-20
- Page
- Seite 389 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 92% known words query
- IRI
…/9072829-9102942-9138062--01077-9073903- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Das Jüdische Echo 389 Z. e|«j *, jZ* Vr£& f*** «t*» ü £ r't*l!L Nr. 42?*WPte»fcr ffctttawtefe. tadaftfeL hdhs Otpjküm e '£ «■ «4 der pa:;. kfateis USfX1I< . fefc m File rr: «teiadtotlöEv cteäTolb fax. h JttaaÄ^:- .(O* hSW&* >3 Adolf B ö h m und Naclium Goldina n n erheben kraftvoll die Forderung großzügiger praktischer Arbeit und stellen sich damit in bewußten Gegensatz zur Gruppe derer um Achaad Haam Dr Heinnch Loewe erweist sieh auch hier als beredter Anwalt der hebräischen Sprache. Egon Zweig erzählt vom Jüdischen Nationalfonds Sehr schön ist der belletristische Teil, der manche wertvolle Probe jungjiidischer Dichtung von B u b e r , Scholem Aleichem, B i a 1 i k , Arnold Zweig und anderen enthält. Durch den ganzen Almanach weht ein Zug von Jugendfrische und trotz aller Kriegsnöte — ungebrochener Jugendkraft und ernstem Wollen. Besonders erwähnenswert sind noch die zum Teil vortrefflichen Illustrationen nach Bildern von Wachtel, Struck u. a. über diesen Vortrag schlechthin zu referieren, da durch alle die streng wissenschaftlichen Ausführungen Hans Ludwig Heids ein Ton von Inbrunst und mystischem Glauben mitschwang, der seinen Vortrag über das Belehrende hinweg in die Sphäre des Künstlerischen und Religiösen erhob und unbedingt mit dem gesprochenen Wort verknüpft war. Nur einiges aus seiner Studie sei hervorgehoben: Das Wort „Golem“ in der Form „Golni“ taucht in der Bibel nur ein einziges Mal auf (Psalm 130, 16), findet sich aber in der talmudischen und kabbalistischen Literatur ziemlich häufig im Sinne von Embryo, überhaupt einer noch formlosen, ungestalteten Masse, nicht aber einer unbelebten Masse. Der Midrasch behandelt in mancherlei Variationen die Frage, in welcher Weise die „Daheim“, Abbildung eines jüd. Kolonistenheimes in Palästina aus dem Jüd. National-Kalender 5677 (Wien). IÖS.^5^ iCBfi £ 0- Der Golem. Am 12. Oktober hielt im Steinicke-Saal Hans Ludwig Held einen Vortrag von ungewöhnlicher Bedeutung. Er sprach über die legendenhafte Gestalt des Golem, um die Meyrinck seinen schnell bekannt gewordenen Roman gesponnen hat, und ging auf Entstehung, Geschichte und Bedeutung der Golemlegende ein.*) Den Inhalt dieses Vortrags im Rahmen einer kurzen Zeitungsbesprechung zu wiederholen, ist unmöglich, denn fast jedes Wort des Vortragenden, der sich tief in das Problem versenkt und die gesamte klassische Literatur des Judentums durchforscht hat, um den Spuren des legendären Wesens nachzuforschen, enthielt eine Fülle von wissenswertem und fesselndem Material. Schwierig auch ist es, *) Ein Aufsatz des Vortragenden erscheint demnächst in der Zeitschrift „Das Reich“. Seele in den Embryo hineingelangt. Im Sinne der Kabbala bedeutet Golem so viel wie die Summe der menschlichen Materie, die noch nicht vom Hauche Gottes belebt ist. Die Frage nach dem Werden der Materie und die nach dem Werden des ersten Menschen, die Gestalt des Golem und die des Adam fließen'allmählich ineinander über. Unter den vielen Legenden über das Werden des ersten Golem Adam, die Held aus Midrasch und Sohar anführte, erinnerten einige an die in Platons Gastmahl vorgetragenen Theorien vom Werden des Menschen. Daß der Golem, die formlose, nicht mit der Seele fest verknüpfte Masse zu einer Legendengestalt wurde, geschah erst im 17. Jahrhundert. Der Wundertäter, der das tönerne Bild zum Leben erweckt, indem er ihm den Namen Gottes unter die Stirn legt, ist der hohe Rabbi Löw von Prag. Am Sabbath, nach andren Versionen am Tage