Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 41 (13.10.1916)
- Date
- 1916-10-13
- Page
- Seite 379 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 41 Das Jüdische Echo 1 manche,!> S?5>. «'S“"?, *"*fcicr 'a. h ierD.'. ^Uiie. '"^wue. die;hs:e he^ sonj?:. vem-acHst-:. lcen(w »recki^v f BtSär- 1 »!i auch die S^’üiidc; werdet, *a Suatsbirje:;;- «Jff jiilischcfl fiaii'ifi. ■!"•! W esiösisieii v wie Jutfditirsscr ihre cigeaa:;:je: kö:pc:- rte er.tinea w:, v!!en sekitet e;r. &:::• ihen. nach h&rh ui cm* rd fetzL e!o!:wkai: a fee r im Jsiwtz its' A-7-jherei:er. :.«s ünd l'k^v ^LP-fe^ k' -uiiiche»^^ " ,fr [£P1J'" *rf*i'*1 iX darin einig, daß die Juden den Kampf um ihre Freiheit nicht als Partikelchen fremder Organismen, sondern als Teile einer geschichtlich einheitlichen jüdischen Nation auszufechten haben. In der m e s s i a n i s c h e n Menschheit mag das Judentum dereinst aufgehen, mit ihr verschmelzen; nicht aber vermögen wir einzusehen, daß das Judentum in der heutigen Menschheit untergehen müsse, damit die messianische erstehe. Wir wollen Palästina nicht „für die Juden“, wir wollen es für die Menschheit, denn wir wollen es für die Verwirklichung des Judentums. Ich sehe ... im Hebräischen für die Diaspora nicht in erster Reihe eine Umgangssprache, sondern vor allem die Sprache, in der allein die großen Werte des Judentums unverbürgt und unverfälscht aufgenommen werden können. Damit sich eine Generation zurückwachsen kann auf den fruchtbaren Boden des Gesamtvolkes müssen die Kinder der Deutschjuden einen großen Teil ihrer Jugend im jüdischen Osten (in neujüdischen Erziehungsheimen) verleben. Es muß ein Dorf, eine Stadt des Austausches zwischen Osten und Westen entstehen. In Kolonien neuen Geistes, in gemischten Gemeinschaften von Studenten, Arbeitern, Kaufleuten sollen Ost- und Westjuden einander durchdringen . . . . Die jidische Sprache, welche diese sprechen werden .... Den Deutschjuden . . . bietet sich durch eine ausnahmsweise gütige Geschichte in dem Jüdischdeutsch eine Sprachstation zum Abbau auf dem Wege zu einem möglichen späteren Hebräisch, wie der nahe Osten ihm, wie durch ein Wunder, Etappe sein kann zu einem möglichen späteren Palästina. Inneriüdische Feststellungen. Es ist festzustellen, daß der großen Masse der deutschen Juden ein vollwertiges Interesse für Politik fehlt. Wer von Juden sich mit Politik beschäftigt, tut das deshalb, weil er für sein persönliches Leben die besonderen Hoffnungen von der Politik hegt und sich ihr daher in der besonderen Weise hingibt, wie das der politische Führer tut. Während man im assimilierten Judentum . . . . einen grundsätzlichen Gegensatz zu Einordnung und Zusammenschluß, einen zerstreuenden und auseinanderziehenden Trieb festgestelU hat, ist das Nationaljudentum grundsätzlich kein dekompositorisches Element . . . Das nationale Judentum ist geeignet, das Verständnis für die allgemeine Bedeutung des Staates und seiner Tätigkeit zu vertiefen. Der Westen gibt dem Osten neue Glaubensinhalte, der Osten dem Westen die Inbrunst, sie zu halten. Die Verstärkung, die das jüdische Wesen durch den Nationalismus erfährt, ist nicht mit einer Beeinträchtigung deutschen Wesens verbunden. Da der Jude vom Deutschen wesensverschieden ist, muß er .... in vielen Beziehungen in Deutschland und im Deutschtum ein Fremder bleiben. Das Wertvollste, was die Rückkehr zur Mutter Erde in so kurzer Zeit bei uns Juden hervorgebracht hat, ist wohl die bei den palästinensischen jüdischen Landarbeitern wachgerufene Liebe zur Arbeit. Nicht in der verstandesmäßigen Erkenntnis, sondern in der Phantasie, im Gefühl, in der dunklen Kindheitserinnerung, in der triebhaften Liebe liegen die Wurzeln des Judentums. Die assimilatorische Strömung überläßt nach und nach der nationalen in der modernen Gestalt die Führung; die erstere war typisch für das 19., die letztere verspricht es für das 20. Jahrhundert zu werden. Ob diese oder jene Teile sich bereits im Besitz einer Heimstätte fühlten, das ist ihre Sache.; aber besitzt das jüdische Volk eine Heimstätte? Es gibt eine .... innere Gemeinsamkeit, nicht eigentlich zwischen Zionismus und Orthodoxie, aber zwischen einem wahrhaften, begeisterten Zionisten und einem wahrhaften, begeisterten Gesetzesjuden: die leidenschaftliche Auflehnung gegen das fiktive Judentum und das leidenschaftliche Verlangen nach einem realen. Die Konzentrierung in den großen Städten wie auch die Isolierung in den ständigen Kolonien ist der Übergang .... von der einheitlichen Volksklasse zum differenzierten Volksorganismus. Wenn sie alle ein und dieselbe moderne europäische Sprache sprächen, würde sie das nicht ihrer eigenen Nationalität berauben. Weil er (Der Jude. D. Red.) in einigen Ansammlungen als deutliches Beispiel für die Großstadtunkultur auffällt, wurde der Trugschluß naheliegend, er hätte versucht, was doch die Zeit verschuldete. Es gibt Juden, die schon so nach Deutschland gehören, daß es schade wäre, drehten sie ihm den Rücken. Das Judentum war eine Universalreligion, aber es wurde durch das Zeremonialgese.tz national., Politische Programme. Der Sammelruf (in Österreich. D. Red.) lautet: nationale Organisation. : i>' Der weitere Sammelruf ist: Zu den jüdischen Gemeinden zurück! Will sich das jüdische Volk auf weltges'chichtliche Dauer als Nation erhalten, so muß es auf das selbständige Gemeinwesen hinarbeiten.