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Das jüdische Echo · 1916-10-13 · 41 (13.10.1916) · p. Seite 378

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
41 (13.10.1916)
Date
1916-10-13
Page
Seite 378 (sequence 4)
Language
German
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378 Das Jüdische Echo Nr. 41 gung fernstehen, ihn nicht immer verstehen werden. Der Versuch, eine Tribüne zu schaffen, auf der jüdische Dinge tendenziös und in solcher Weise ausgesprochen werden, daß sie auch dem ganz Fernstehenden einen Einblick — wohl nicht in d i e Judenfrage, aber in diese oder jene jüdische prage — geben, ist immerhin wert, unternommen zu werden. Und er wird unternommen. Die „Neuen Jüdischen Monatsheft e“, Zeitschrift für Politik, Wirtschaft und Literatur in Ost und West, erscheinen zweimal im Monat unter Mitwirkung von Geh.-Rat Prof. Dr. Herrn. Cohen, Alexander Eliasberg, Dr. Adolf Friedmann, Geh. Justizrat Dr. Eugen Fuchs und Dr. Franz Oppenheimer. Diese Herausgeberliste beweist, daß sich die neue Zeitschrift bestreben will, allen Richtungen im Judentum gerecht zu werden. Will sie doch nicht nur von Juden, sondern auch von Christen gelesen werden, deren Vorurteile und irrige Meinungen bekämpft werden sollen. Sicherlich eine gerade in jetziger Zeit sehr wichtige Aufgabe! Außerdem will die Zeitschrift „der Versöhnung der jüdischen Parteien“ dienen. Ob eine derartige „Versöhnung“ denkbar ist, ob es zwischen Orthodoxen und Freidenkern, Zionisten und Assimilanten ein geistiges Band gibt, bleibe dahingestellt. Aber selbst wenn dieses geistige Band nicht vorhanden sein sollte, so dürften vielleicht gemeinsame Interessen — und sei es auch nur die Abwehr gemeinsamer Feinde — die Juden demnächst zu einem engen Zusammenschluß rufen, und dann wird zweifellos diese mehr nach außen sich richtende Zeitschrift ihre Daseinsberechtigung deutlich erweisen können. Da die „Neuen jüdischen Monatshefte“ offenbar mehr journalistisch als literarisch, mehr informierend als erzieherisch wirken wollen, so wird man sie sicherlich in den weitesten Kreisen verstehen. Das erste Heft enthält folgende Beiträge: Eugen Fuchs: Zur Aussprache; Georg Gothein: Zur Nationalitätenfrage in Polen; Julius Hirsch: Verwertung der ostjüdischen Arbeitskräfte; Heinrich Loewe: Jüdische Erziehung; A. Eliasberg: Eine chassidische Sage; Hermann Cohen: Streiflichter über jüdische Religion und Wissenschaft; Franz Oppenheimer: Soziologische Tagebuchblätter; Umschau; Literaturblatt. Es ist durchaus zu wünschen, daß Juden und Nichtjuden dem dankenswerten neuen Unternehmen ihr Interesse zuwenden! Ein Judenspiegel. (Zitate aus den sechs ersten Heften des „Juden“.)* Ethische Losungswoite. Wir müssen lernen, daß ... die ganze Ideologie vom nationalen Zentrum in Palästina sinnlos wird, wenn nicht in der Diaspora selbst das Judentum nach und nach alle Lebensinteressen des Einzelnen umfaßt und durchdringt. Gebt doch dem Judentum weniger „durchgebildete, geschulte Zionisten“ und weniger Agitatoren, dafür aber mehr jüdische Menschen, die all die Häßlichkeit und Geistlosigkeit, die sich im Volke breit gemacht hat, wie eine Krankheit ihres * Vergl. Nr, 40 ds'. Blattes, eigenen Körpers empfinden und die sich nun zur Hilfe verpflichtet fühlen. Das ist ja das Wundervolle am Judentum, daß die jüdische Lehre täglich und stündlich neu zum lebendigen Erlebnis wird. Das ist ein wahrhafter Jude, der mit seinem Judentum in seinem Leben und seinem Tun Ernst macht. _ Wir Deutsche haben manche geistigen Berührungspunkte mit dem Judentum. Wir rühmen uns gerne, ein universales, ein geistiges Weltvolk zu sein. Beweisen wir es auch dadurch, daß wir uns um die Schicksale der Unterdrückten, der Ringenden annehmen. Innerjüdische Programme. Der Ostjude soll einsehen lernen, daß die wahre, die wissenschaftliche Philosophie, die nicht den Dilettantismus der Phantasie hegt, sondern mit den Wissenschaften methodisch verwachsen ist, den Glauben an den einzigen Gott zu rechtfertigen vermag . . . Auf dieser ethischen Begründung der religiösen Sittlichkeit soll auch die Staatsgesinnung der Ostjuden gegründet werden; aus ihr soll er auch subjektiv sein Staatsbürgerrecht herleiten. Die Organisationsform der jüdischen Nationalerziehung in Deutschland und Westösterreich sind freie, selbstverantwortliche Jugendgemeinschaften, in denen die Jugend ihre eigenartigen körperlichen und geistigen Werte entfalten kann, von denen ihr natürlicher Willen geleitet, ein geistbestimmtes Leben zu gestalten, nach freigewählten Vorbildern ihr eignes Sein um- und durchzubilden, in hingebender Gefolgschaft im Sinne der schöpferischen Menschen im Judentum, dessen Zukunft zu wollen und vorzubereiten. Ich sehe in der Festhaltung und Überpflanzung dieser (der jüdischen Zeremonial-. D. Red.) Bräuche einen wesentlichen Teil der jüdischen Erziehung. Ich löse so weit als möglich und so früh als möglich die historischen Formen des jüdischen Lebens vom Religiösen los. Dem orthodoxen Juden kann seine ganze Welt auf einmal Zusammenstürzen. Dem . . . national Erzogenen haben die nationalen Lebensformen und was hinter ihnen an Ideengehalt steht, ihr eigenes Leben, ihre eigene Schönheit und ihren eigenen von der Religion unabhängigen Sinn. Die Vertreter der beiden Richtungen (Zionismus einerseits und national-kulturelle Wiederbelebung m der Diaspora andrerseits. D. Red.) sind sich --■■■ mjiio uiuiyoi. München, Weinstraße 13, altes Polizeigeb. flMB fS5.Einfl2nB v0!1 Neuh6iten. - Umarbeltuno sämtlioher MJ. . Zutaten‘ Fassonieren. PrSl.e bimg8t. München, Weinstraße 13, altes Polizeigeb.

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