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Das jüdische Echo · 1916-09-08 · 36 (8.9.1916) · p. Seite 327

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
36 (8.9.1916)
Date
1916-09-08
Page
Seite 327 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 36 Das Jüdische Echo 327 uiiO ©u fjiffjl &en Srie$ t>erf örseti! SWuöfunft erteilt öereitwilligft We näcfyffe 3anf, ©parfaffe, pofianftalt, £e&eti<Jt>erft#erung0» gefeflföofl, ffret>itgenoffenf^aft. den, die weiter Juden bleiben“ bringen (siehe oben); auch wird selbst die „Lösung individueller Art“ für die so Entjudeten vielfach nur eine „Scheinlösung“ sein. Es tritt das Problem der „Blutmischung“ und ihrer Folgen (Unfruchtbarkeit, körperliche und geistige Degeneration der Nachkommenschaft) hier als eine „neue Erscheinungsform der Judenfrage“ auf. „Und es ist die Aufgabe der jüdischen Wissenschaft, auch Wesen und Wirkung der Blutsmischung zu erforschen; erst dann kann vielleicht Gewisses darüber gesagt werden, ob sie eine Lösung der Judenfrage oder nur eine Problem v e r s c h i e b u n g darstellt“. Feuchtwanger sucht dann in einem weiteren „J ii d i s c h e Ideologie n“ iiberschriebenen Kapitel „die wirtschaftliche Bedingtheit der Assimilation und ihrer Gegenbewegung“ aufzudecken. Er will hierbei zwischen den Anhängern der beiden ^Richtungen einen gewissen „Klassengegensatz“ beobachten, den er — „absichtlich überscharf zugespitzt“ — dahin kennzeichnet, daß er die Gleichungen Zionist Proletarier, Assimilant Bourgeois bildet. Da die Stellung der Juden im Wirtschaftsleben der Völker und ihre soziale Schichtung aber eines der Probleme der jüdisch - nichtjüdischen Verquickung ist, deren Klärung Feuchtwanger als Aufgabe der jüdischen Wissenschaft bezeichnet, wird die Wissenschaft auch „das verschlungene Gewebe der geistigen und materiellen Einflüsse zu entwirren haben“ und ein neues Licht auf die geistigen Strömungen in der JudenheiL der Gegenwart verbreiten. Est. (Schluß folgt.) Geschmacklosigkeiten in Reclam’s Universum. Eine Zeitschrift vom Range des „Universum“ findet es notwendig, in der jetzigen Zeit ihren Lesern ein Feuilleton — noch dazu eines mit Fortsetzungen — vorzusetzen, das den Titel „M o i s c h 'e S c h 1 a u ml © s Kriegstagebuc h“ trägt und eiines dier jämmerlichsten Machwerke darstellt, das man sich denken kann. Der Verfasser, der als Max F r i e d 1 a n d , Altona zeichnet, scheint geglaubt zu haben, daß er seinem Geschreibsel dadurch, daß er seinem „Helden“ hier und da eine kitschige Phrase von Vaterlandsliebe in den Mund legt und ihn als Freiwilligen in den Krieg ziehen läßt, die antisemitische Spitze abgebrochen habe. Vielleicht hat auch die Redaktioiwaus bestimmten Rücksichten nachträglich maneffes ausgemerzt und umgemodelt. Wie dumm und unanständig das Ganze trotz dieser kleinen Vorsichtsmaßregeln geblieben ist, das beweisen die folgenden Stilproben: „Was is Krieg? Krieg is wie auf e Ball, c Tanzball, hat mein Onkel gesagt; ma fercht sich immer.“ Und er hat gelegt seine alte Hand auf meine Schulter und hat geredt: Moische, sagt er, wenn du kommst gegen den Ruß’, denk an Kischinew; aber wenn du kämpfst als Krieger im Westen und du treffst e Engelländer, Moische dann mägst du glauben, es sei Amalek“. „Und es war bei mir e Gefühl wie am Kol- Nidre-Abend. Nich das Gefühl, das du meinst, weil man zu viel gegessen, um zu können gut zu fasten am Jom Kippur“. „Und wir sind gegangen zu marschieren. Und wir sind gegangen und gegangen und sind gekommen nach Obitz. Herr Unteroffizier, hab ich gesagt, wozu sind wir gegangen hierher zu Fuß, wo wir doch hätten fahren können bequem bis zu de Tür mit de Eisenbahn. Moische hat der Unteroffizier gesagt, das verstehn se nich. Wie haißt nich verstehn, Herr Unteroffizier, bei so viel Mann hätten wir gekriegt Rabatt oder hätten gekonnt fahren auf Vereinsbillet.“ Das dürfte genügen, denn es liegt uns nichts daran, unseren Lesern durch weitere Kost-Proben den Appetit zum Mittagbrot zu rauben. Über literarischen Geschmack kann man natürlich verschiedener Ansicht sein, aber daß es eine mehr als alltägliche Dummheit ist. einen jüdischen Soldaten im deutschen Heere dieses lächerliche Kauderwelsch schwätzen zu lassen, und eine mehr als gewöhnliche Unverfrorenheit mit den Gebräuchen der jüdischen Feste und einer so tragischen Erinnerung wie die an Kischenew es ist, seinen billigen Spott zu treiben, darüber kann es nur eine Meinung geben. Welt-Echo Doktorexamen eines Jaffaer Abiturienten. Als erster Abiturient des Jaffaer hebräischen Gymnasiums hat Herr Naaman B ermann aus Jaffa nach einem sechssemestrigen Studium an der Heidelberger philosophischen Fakultät mit der Dissertation „Die Kriegführung der alten Hebräer“ promoviert. Herr Dr. Bermann beabsichtigt nach dem Kriege nach Palästina als Lehrer zurückzukehren. 1500 jüdische „Spione“. Ein russisch-jüdisches Blatt berichtet, daß der Gouverneur von Perm in einer offiizellen Ansprache an die dortigen Regierungsbehörden und Vertreter der jüdischen Gemeinde 1500 nach Perm abgeschobene jüdische Flüchtlinge als „Spione“ bezeichnete. Man kann sich vorstellen, wie diese vom Gouverneur als „Spione“ bezeichneten Flüchtlinge von der Bevölkerung aufgenommen wurden! Das amerikanisch-jüdische Hilfswerk. Die Diskussion innerhalb der amerikanischen Judenheit über die Verteilung der amerikanisch-jüdischen

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