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Das jüdische Echo · 1916-08-25 · 34 (25.8.1916) · p. Seite 303

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
34 (25.8.1916)
Date
1916-08-25
Page
Seite 303 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 34 Das Jüdische Echo Bll kus von Afule nach Aman nutzbar gemacht werden. Der übrigbleibende Rest der Kraft soll für die Beleuchtung der Städte Daraa, Tiberias, Nazareth, Haifa, Jaffa, Jerusalem verwendet 'werden. Eine elektrische Balm wird' überdies Afule mit Nazareth verbinden. Ein anderer Teil des Wassers soll als Trinkwasser für die Bewohner von Daraa benutzt werden, sowie zur Bewässerung der Gärten und Felder. Der Direktor der Hedjas-Bahn hat erklärt, daß man sich an die Ausführung dieses Projektes sofort nach Kriegsbeendigung machen werde und daß man sich sofort alle dazu ntowendigen Maschinen verschaffen werde. Es heißt, daß 100 Dynamomaschinen im See von Tiberas benutzt werden sollen, um die angrenzenden Terrains zu bewässern. Die Sprachenfrage in polnischen Schulen. Die „Jiid. Gesellschaft für Schule und Volksbildung“ in Lodz erhielt vom Magistrat folgende Verordnung: Den Vorschriften des Chefs der Zivilverwaltung am Warschauer Generalgouvernement gemäß verordne ich: 1. Ein Teil der im Schuljahre 1916 zu eröffnenden jüdischen Schulen wird nach Bedarf die jidische Sprache zur Unterrichtssprache haben. Über die Zahl solcher Schulen hat die Schuldelegation ihre Vorschläge zu unterbreiten. 2. Es wird der Schuldirektion anheimgestellt, einen Teil der neuen polnischen Schulen für solche jüdische Kinder zu bestimmen, deren Muttersprache das Polnische ist. 3. In den jüdischen Schulen, die am Schlüsse des vorigen Schuljahres bereits bestanden haben, bleibt die Unterrichtssprache die deutsche; die Zahl dieser Schulen darf nicht verkleinert werden. Kulturarbeit im Osten. In Tschenstochau wurde ein Verein „A r b e i t e r h e i m“ zum Zwecke der Hebung der kulturellen und ökonomischen Lage der jüdischen Arbeiter gegründet. — Vor kurzem wurde in Lodz ein neuer zionistischer Verein „Hatikwah“ gegründet, der hebräische Kurse, Bibliothek und einen Lesesaal einzurichten gedenkt. Dortselbst erscheint demnächst eine hebräische Monatsschrift „B i n a h L e j t i m“, die der allseitigen Bildung der jüdischen Jugend in religiös-nationalem Sinne gewidmet sein wird. — Der jüdische Turn- und Sportverein in Lodz beschloß die Veranstaltung eines großen Wettkampfes mit Preisverteilung zwischen den jüdischen Turnern. Vorbereitungen zum Pogrom. Die Londoner jüdische Zeitung „Die Zeit“ veröffentlicht zwei Dokumente, die keinen Zweifel darüber lassen, daß die „Schwarzen Hundert“ und die russische Polizei sich zur Einleitung neuer Pogrome die blutigen Brüderhände reichen: „Russischer Volksverein vom Erzengel Michael Verwalt.: Petrograd, Mawritscheskaja-Gasse. Nr. 91. 3. September 1915. An die Saratower Abteilung. Wir übersenden Ihnen 50 000 Exemplare der Broschüre „Wie soll man die Juden bekämpfen“; die Verwaltung gestattet sich Sie zu bitten, diese Broschüren unverzüglich unter der Bevölkerung der Städte, Marktflecken und Dörfer Ihres Rayons zu verteilen mit Hilfe der Polizei und der Gemeindevorsteher, welche bereits durch den Gouverneur davon in Kenntnis gesetzt worden sind. Vorsitzender wirklicher Staatsrat (die Unterschrift ist unleserlich). Das zweite Dokument lautet: Russischer Volksverein vom Erzengel Michael. Nr. 193. 4. Februar 1916. An die Saratower Abteilung. Wir übersenden Ihnen 50 000 Exemplare der Broschüre „Die Juden und die Spionage“. Die Verwaltung erlaubt sich Sie zu bitten, diese Broschüren m i t Hilfe der Polizei und der Gemeindevorsteher in den Marktflecken und Dörfern Ihres Rayons zu verbreiten. Der Vorsitzende des Vereins, Mitglied der Duma: Dimantrieff. Feuilleton Zu Hchad-Haams 60. Geburtstag. ...Du aber warst der Wandrer in der Wüste... Hell klang von deinem Mund des Zornes Wort, Und doch warst du des Volkes wahrer Hort, Ein erster Kämpfer, der den Morgen grüßte. Du sätest goldne Saat in unsre Herzen — Die Saat ging auf in reifer Trächtigkeit Du aber trugst des Sehers starkes Leid, Du aber fühltest des Propheten Schmerzen. Die Saat ging auf. In tausend Hirnen Webt deines Schaffens ewig junge Kraft Und reckt und bildet, was erschlafft — Und Zukunftshauch umwebt die müden Stirnen. Schon schauen fern wir die verheißne Küste — Und einsam dich, der uns vor uns verstand. Schon sehen wir das wahre, neue Land — Du aber warst der Wandrer in der Wüste... Synagogenmusik. Über die Musik der Synagoge sprach kürzlich Dr. Leo F a n 11 in der Dresdner Gesellschaft für Musikgeschichte. Das Thema ist, wie Dr. Fantl selbst betonte, infolge des Mangels an ausreichenden wissenschaftlichen Vorarbeiten schwierig zu behandeln. Teilweise fehlen sogar noch die grundlegenden Unterlagen zur Klärung gewisser Fragen der heutigen Synagogenmusik, besonders ihrer Herkunft. So alt, wie man anzunehmen geneigt ist, ist sie im allgemeinen nicht. Wirklich alt ist nur der ursprünglich von Mund zu Mund überlieferte Sprechgesang für die Vorlesung des Pentateuchs, für den schon frühzeitig eine Art Notenschrift eingeführt wurde, bestehend in Häkchen, Strichen, kleinen Bögen usw., die den Buchstaben beigefügt wurden; diese Zeichen geben jedoch nicht die Tonhöhe an, sind also keine Noten in unserem Sinne, sondern kennzeichnen ganze musikalische Phrasen. Im Mittelalter gesellten sich zu der Schriftverlesung Ge-

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