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Das jüdische Echo · 1916-08-25 · 34 (25.8.1916) · p. Seite 302

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
34 (25.8.1916)
Date
1916-08-25
Page
Seite 302 (sequence 6)
Language
German
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BIO Das Jüdische Echo Nr. 84 Um den Zangwill früherer Zeiten nun nicht völlig zu kompromittieren, erlärte Zangwill der englischen Zionistenföderation, er sei bereit, das Baseler Programm anzuerkennen, wenn die Worte: „Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk eine rechtlich gesicherte Heimstätte in Palästina“ umgeändert würden in: „für ein jüdisches Volk,“ — eine recht kindische Wortklauberei. Auf die Frage, was die Juden nun zu tun hätten, erwiderte Zangwill: „Die Juden in den verschiedenen Ländern haben dafür zu agitieren, daß sie ihre vollen religiösen, nationalen, bürgerlichen und politischen Rechte erhalten, genau so, wie ihre Mitbürger besitzen.“ Ob Herr Zangwill wirklich so naiv ist zu glauben, daß dieser Rat irgendwelchen Wert hat? Man kann doch ein Dichtersmann sein und braucht dennoch nicht aller politischen Einsicht bar zu sein; das könnte er an seinem Mitbürger Bernard Shaw lernen! Die 19. Jahreskonferenz der amerikanischen Zionistenföderation. Der 19. Delegiertentag der Federation of American Zionists fand am 2. Juli in Philadelphia statt. Es waren über 500 Delegierte und 1000 Gäste anwesend. Den Vorsitz führte Dr. Harry Friede n w a 1 d. Unter den Begrüßungsreden war eine von Dr. de Sola Pool, der welcher im letzten Jahre der Verstorbenen gedachte, darunter Scholem Alejchem, Dr. Solomon Schechter, Dr. Moskowitz in Rechoboth, der junge Dichter Hugo Zuckermann und die vielen auf den europäischen Schlachtfeldern Gefallenen. Ferner sprach im Namen des Aktionskomitees Dr. Schmarjah L e v i n , der zum Kampfe gegen das Assimilantentum aufforderte. Nach der Sitzung marschierten 10 000 jüdische Kinder in weißen Kleidern mit Sternenbannern und blau-weißen Fahnen am Versammlungshause vorbei. Am folgenden Abend, bei einer Massenversammlung wurden 160 000 Dollar für zionistische Zwecke von Vereinen und Einzelpersonen gezeichnet. In der dritten Sitzung berichtete Frl. Henrietta Szold, die Vorsitzende des Frauenvereins „Hadassah“ über dessen Tätigkeit. Sie forderte einen Betrag von 25 000 Dollar, um bis zum September eine medizinische Hilfsexpediton nach Palästina entsenden zu können. Ein großer Teil dieser Summe wurde sofort gesammelt. Der Leiter der Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds in New York berichtete, daß der NF im letzten Jahre in Amerika 60 000 Dollar eingenommen habe, d. h. 10 000 Dollar mehr als im Vorjahre. Mit großer Begeisterung wurde die Mitteilung aufgenommen, daß ein Mitglied des Provisorischen E x e k u t i v - K o m i t e e s , Frau Joseph Fels, Philadelphia, eine Million Dollar zur Gründung einer J ü d i s d h' e n Kolonie in Palästina nach dem Henry George-System gespendet habe. Besonderes Gewicht wurde in den Verhandlungen auf die Frage des kommenden amerikanischjüdischen Kongresses gelegt, ferner auf die Stärkung der hebräischen Bewegung. Der wichtigste Beschluß des Delegiertentages ist die Gründung einer Gesellschaft mit einem eingetragenen Kapital von einer Million Dollar zur Erhaltung der jüdischen Kolonien i n Palästina und zur Entwicklung der wirtschaftlichen Möglichkeiten desLandes auf e i n e r g e s c h ä f 11 i c h e n 13 a s i s Bei den Wahlen wurden Dr. Harry Friedenwald zum Vorsitzenden der Federation, Louis Lipsky zum Vorsitzenden des Exekutiv-Komitees und Louis Robinson zum Kassenverwalter einstimmig wiedergewählt. Welt-Echo Der Besitz von Palästina. Die Tagespresse bringt folgende Konstantinopeler Meldung vom 9. August: Von zuständiger Seite wird folgende Mitteilung. veröffentlicht: Seit einiger Zeit verbreiten die Ententepresse sowie gewisse Organe der amerikanischen Presse phantastische Nachrichten, die sie von dem gewesenen Botschafter Mr. Morgenthau erhalten zu haben behaupten. Danach hätte der genannte Botschafter mit der ottomanischen Regierung Verhandlungen gepflogen, um den Verkauf Palästinas zu Gunsten der Zionisten zu erlangen. Denselben Meldungen zufolge soll der Großrabbiner zum Botschafter der Türkei in Washington ernannt sein, um über die Verkaufsbedingungen zu verhandeln; Morgenthau soll angeblich die meisten seiner Angelegenheiten telephonisch mit dem Sultan erledigen und schließlich habe ihm sogar die ottomanische Regierung vorgeschlagen, den Posten eines Landwirtschaftsministers unter Beibehaltung seines Botschafterpostens anzunehmen. Die kaiserliche Regierung bezweifelt sehr, daß Mr. Morgenthau, der kürzlich noch einen so wichtigen Posten, wie es der eines Botschafters einer Großmacht ist, inne hatte, solche Erklärungen hätte machen können, die nicht nur lächerlich sind, sondern auch einen ganz und gar anormalen Geisteszustand widerspiegeln. Da indessen Mr. Morgenthau bisher sich nicht beeilt hat, Lügen, die in seinem Namen veröffentlicht worden sind, selbst zu dementieren, hält es die ottomanische Regierung für angemessen, die öffentliche Meinung davon zu unterrichten, daß diese Meldungen auf keiner Grundlage beruhen und daß sie ganz und gar erfunden sind. Medizinische Hilfe für Palästina. Das Provisor. Zionist. Exekutiv-Komitee in Amerika, das die Absendung von 10 Ärzten, 2 geprüften Pflegerinnen und einer Ladung von Medikamenten nach Palästina plant, hat von der Regierung der Vereinigten Staaten die Zusicherung erhalten, daß diese ihr Bestes tun werde, um von den türkischen, englischen und deutschen Regierungen die Erlaubnis zur ungestörten Landung der Expedition zu erhalten. Von der Hedjasbahn. Die in Damaskus erscheinende Zeitschrift „Chark“ bringt die Nachricht, daß die Verwaltung der Hedjas-Bahn auf die Initiative ihres Direktors Dykmann Bey ein großes und wunderbares Projekt ausgearbeitet habe, um die Wasserfälle auszunutzen, die in einer Entfernung von .60 Kilometer an der Hedjas-Linie gelegen sind. Es si.nd die Wasserfälle von Tel- Cheab und von Wazizon in der Nähe von Daraa. Die Ingenieure, die man dorthin geschickt hat, haben konstatiert, daß die Kräfte, die die Fälle geben können, 9000 P. S. betragen werden. Diese Kraft wird für die Bahn zwischen Daraa-Damas-

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