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Das jüdische Echo · 1916-08-18 · 33 (18.8.1916) · p. Seite 298

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
33 (18.8.1916)
Date
1916-08-18
Page
Seite 298 (sequence 2)
Language
German
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298 Das Jüdische Echo Nr. 33 den Südafrikas beiwohnten, wurde die Fordei uns der Gleichberechtigung und der Erschließung l alästimas für die jüdische Ansiedelung einstimmig angenommen. ___ In Belgien, Kanada und Rumänien herrschen Bewegungen zur Gründung von Organisation miit ähnlichen Zielen. In Mailand wurde eine Gesellschaft geschaffen, der nur Nichtjuden angehören und die ebenfalls eine Propaganda iui die . Gleichberechtigung der Juden in die Wege leitet. Daß man in Palästina selbst fast vom ersten Tage des Krieges ab den Wunsch nach Schaffung solcher Organisationen gehegt hat, braucht kaum erwähnt zu werden. Von Holland aus wird der Gedanke solcher Körpei - schäften *in den verschiedensten neutralen Ländern seitens der poale-zionistischen Partei eifrig propagiert. Wird es gelingen, die Menschheit endlich zum Verständnis des namenlosen Elends zu erwecken, in dem das jüdische Volk schmachtet? Wird man sie endlich von ihrer Pflicht überzeugen können, den Juden endlich zu ihrem Recht zu verhelfen? Am wichtigsten erscheint es, daß sich im rechten Augenblick eine jüdische Körperschaft findet, die befähigt und befugt ist, diese verschiedenen Organisationen zu einer gemeinsamen Tat zusammenzurufen. / Joseph King, M. P. über den Zwangsdienst. Während einer Debatte über die Kriegskosten, die in der vorigen Woche im englischen Unterhause stattfand, brachte das Parlamentsmitglied Joseph King die Frage des Zwangsdienstes und der Deportation russischer Juden zur Sprache. Er sagte: „Bevor wir noch Gelegenheit hatten, die Frage zu erörtern, hat der Staatsminister im Ministerium des Innern plötzlich dem Abgeordnetenhause angekündigt, er würde alle aus den Ländern unserer Verbündeten stammenden Ausländer auffordern, in das britische Heer einzutreten, und würde denen, die dieser Aufforderung nicht nachkommen wollten, Gelegenheit geben, sich einem von ihm eingesetzten Schiedsgericht zu stellen. Wenn sie von diesem Schiedsgericht ihrer Dienstpflicht nicht enthoben würden, sollten sie deportiert werden. Ich möchte dem Staatssekretär sagen, daß es ein großer Fehler war, die Ausländer, die sich nicht stellen wollen, mit der Deportation zu bedrohen. Wenn Sie Leute, die keine Bürgerrechte haben, veranlassen wollen, in unser Heer einzutreten, so dürfen sie nicht mit einer Drohung in der einen Hand und dein Bürgerpapier in der andern Hand zu ihnen kommen, ohne daß diese Leute überhaupt wissen, daß sie berechtigt sind, Eigene Verkaufsstelle: Cognac Macholi München den besten französischen Marken ebenbürtig — überall erhältlich. Karlsplatz 25 Königshof) in das Heer einzutreten — das Kriegsministerium hat es zwar veröffentlicht, aber es ist weder durch die Presse noch durch Maueranschläge bekanntgegeben worden —. Ich möchte den Staatssekretär fragen, ab er wirklich im Einverständnis mit allen unseren Verbündeten in dieser Weise vorgeht. Bei Franzosen und Belgiern besteht kein Zweiiel. Aber es handelt sich auch um Russen, Italiener, Serben, Japaner und Portugiesen, deren Länder sämtlich unsere Verbündeten sind. Kein einziges dieser Länder ersucht, ihm seine Staatsangehörigen zurückzuschicken, damit sie im Heere dienen. Rußland und Italien haben weder das Bedürfnis noch den Wunsch, ihre Leute deportiert zu sehen. Was sie statt dessen brauchen, ist Geld und Munition. Es gibt hierzulande mehrere Tausend Russen, meistens Juden, die zum größten Teile wegen der unglücklichen politischen und wirtschaftlichen Zustände, unter denen sie in Rußland leiden und infolge wirklicher religiöser Verfolgung hierhergekommen sind. Es gibt jetzt hier mindestens 10 000 russische Juden im militärpflichtigen Alter. Drei Deputationen verschiedener Gesellschaften sind zu mir gekommen. Sie sind vor allein unsäglich erstaunt, daß man sie, ohne daß man sich ernstlich bemüht hätte, sie zum freiwilligen Heeresdienst zu bewegen, mit der zwangsweisen. Verschickung bedroht. In den russischen Judenvierteln des Londoner Ostend, in Manchester und Leeds herrscht die größte Erbitterung. Ich frage den Staatssekretär: wäre cs v,irklich richtig, heute die russischen Juden na eh ihrem Lande zurückzuschicken? Erstens hat die russische Regierung nicht nach ihnen verlangt. Zweitens braucht Rußland keine Leute, sondern Munition und Geld. Drittens müssen Sie sie auf einer langen Seereise nach Archangelsk befördern, wo sie Hunderte von Meilen von jeglichem Truppenübungsplätze entfernt sind. Die Verschickung eines Juden von hier nach irgendeinem Kriegsschauplätze wäre also ein sehr teueres und überflüssiges Vorgehen. Meine Anschauung stützt sich auf zwei Gründe. Erstens sind alle Juden heute von großem wirtschaftlichen Wert. Es soll mindestens 20 000 bis 25 000 russische Juden geben, die im Bekleidungsfach an Khakiherstellung arbeiten, und viele Geschäfte hätten ohne sie niemals ihre Kriegslieferungen ausführen können. Sie berauben keineswegs andere Leute ihres Postens, wie ein Teil der gelben Presse behauptet. Die russischen Juden sind in gewissen Handwerken, die sie selbst eingeführt haben, organisiert. Ich höre, daß die Kisten, in denen wir unsere Munition ins Feld schicken, meistens von russischen Juden gemacht werden. Dem Staatssekretär scheint das nicht bekannt zu sein. Er hätte sonst einsehen müssen, daß die russischen Juden nicht anderen Leuten ihre Posten fortnehmen, sondern für andere Leute Posten schaffen. Der Z u s t r o m eine r i ü - fischen B e v ö 1 k e r n n g ist i m in er ein Segen für das Land, in das sie e i n - wandern. Die Juden haben dem Lande Reichtum gebracht, haben sich auf jedem Gebiet geistiger und künstlerischer Arbeit betätigt, haben sich in Finanzwesen und Industrie ausgezeichnet, cs wäre die größte Torheit, wenn Sie an eine Ausweisung der Juden dächten. Allerdings fühlt man in unserer Mitte, daß diese rremdlmge, die hier Schutz und Wohnrecht ernalten haben, irgendein großes Opfer bringen sollten, das wir zu einer solchen Zeit von ihnen 2

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