Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 32 (11.8.1916)
- Date
- 1916-08-11
- Page
- Seite 293 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 32 Das Jüdische Echo 293 Die „A 11 g e m e i n e Zeitung des Jude n t u m s“ sieht aus einem jüdisch-politischen Gemeinwesen nichts anders als „namenloses Unglück“ für seine Angehörigen voraus. Die „Allgemeine Zeitung des Jude n t u m s“ versucht Deutschland den Glauben beizubringen, daß ein jüdisches Gemeinwesen in Palästina unter allen Umständen ein Feind des Deutschtums werden müsse. Die Kennzeichnung eines Blattes, das — wider besseres Wissen — nur deshalb den Anschein erwecken will, als erstrebe irgend eine jüdische Partei einen jüdischen Staat, um diesen Staat in jeder Weise zu verdächtigen,- erübrigt sich. Es hat sich dadurch sowohl hinsichtlich seines allgemein - menschlichen wie auch seines jüdischen Wertes selbst gerichtet. Welt-Echo Jüdische Handwerkerorganisation. Am 4. Juli fand die Vorstandssitzung des Zentral-Verbandes selbständiger jüdischer Handwerker Deutschlands statt. Unter den zur Diskussion stehenden Fragen waren auch die folgenden: 1. Aufsetzen eines Rundschreibens an Verein© und Stiftungen zur Förderung des Handwerks unter den Juden. 2. Besprechung über das Lehrlingswesen. Auf einem Verbandstag, der im November in Hamburg stattfinden wird, sollen folgende Fragen erörtert werden: 1. Wie erziehen wir dem jüdischen Handwerk richtigen Nachwuchs? Lehrlingsfrage. 2. Die Gründung von Lehrlingsheimen. 3. Das Handwerk unter den Juden in und nach dem Krieg. Die Warschauer Stadtratswahlen. Am 25. Juli wurde in Warschau die Eröffnung des Warschauer Stadtrates feierlich begangen. Bei dieser Gelegenheit las im Namen der jüdischen Volksgruppe der jüdisch-nationale Ratmann Hirschhorn eine besondere Deklaration vor, die folgendes fordert: 1. Die Steuern der Stadt nach Vermögen und Einkünften zu verteilen. 2. Sämtliche sozialen Einrichtungen unter die Aufsicht der Stadtverwaltung zu stellen. 3. Die /Arbelitslosigkdlt durch Schaffung von öffentlichen Arbeiten, zu denen Juden und Nichtjuden in gleicher Weise zugelassen werden, zu bekämpfen. 4. Den allgemeinen unentgeltlichen Schulzwang einzuführen, wobei die entsprechenden Summen für die Bedürfnisse der jüdischen Schulen mit jüdischer Unterrichtssprache einem jüdischen Schulrat, der die jüdischen Schulen verwaltet, zur Verfügung zu stellen sind. 5. Die Juden bei der Bekleidung von Stadtämtern gleichberechtigt zu behandeln. 6. Den Juden die Möglichkeit zu gewähren, ihre Sonnabende (und Feiertage) zu halten, ohne zwei Ruhetage in der Woche haben zu müssen. Mit der Erklärung daß sich die Juden mit dem polnischen Volke völlig solidarisch fühlten, schließt die Deklaration indem sie ihrem tiefen Glauben Ausdruck gibt, daß „Polen, das in der Zeit seiner besten Blüte die jüdische nationalkulturelle Eigenart anzuerkennen wußte, auch in diesem historischen Moment das Recht auf diese Eigenart zugestehen wird.“ Kulturarbeit im Osten. In Lodz bildete sich vor kurzem ein neuer orthodoxer Verein „Thora-uderech-ere z“, der neben den religiösen Lehren auch weltliches Wissen und Handwerk unter den Juden zu verbreiten strebt. Im Verein mit dem bereits bestehenden orthodoxen Verein „Beth - Ulfanah“ will die neue Vereinigung eine reichhaltige Bii b l! i o tVh e k führ Re 1 i g||i o n s wi s' s ein * schaft gründen und Handwerkerkurse für Gravierarbeiten, Uhrmacherei, Zahntechnik, Weberei; und Musterzeichnen für die* jüdische Jugend errichten. — Der am 19. Juli in Linz versammelte Deutsch- Österreichische Lehrerverband verlangte die Verstaatlichung der Volks- und Bürger-Schulen und der Lehrerseminare aller Nationen des Reiches. — Vandervelde und die jüdische Frage. Wie das in Lausanne in französischer Sprache erscheinende „Bulletin Juif“ (Nr. 2) mitteilt, hat der Redakteur des englisch-jüdischen Blattes „Jewish Times“, M. Chasanowitsch, Mitglied der zionistisch-sozialistischen Partei, eine Unterredung mit dem Genossen Vandervelde gehabt und ihm nahegelegt, eine Aktion zugunsten der russichen Juden zu unternehmen. Vandervelde erbot sich darauf, eine von den jüdischen Sozialisten auszuarbeitende Denkschrift über die Lage der russischen Juden zu prüfen und sich dann mit den beiden sozialistischen Ministern im französischen Kabinett, Guesde und Sembat, zum Zweck einer gemeinsamen Aktion bei der russischen Regierung zu verständigen. Amerikanische Einwanderung. Im vergangenen Jahre sind 28 155 Juden in Amerika eingetroffen, darunter 26 407 Einwanderer. Von den angekommenen Juden stammten 14 496 aus Rußland, 2024 aus Österreich-Ungarn, 3404 aus Kanada. 3263 wurden von den Einwanderungsbehörden zurückgewiesen. Ein amerikanisches jüdisches Milizregiment. Die jüdische Bevölkerung New Yorks, die bei ihren Bemühungen, ihren Militärpflichten den Vereinigten Staaten gegenüber nachzukommen, infolge der Vorurteile der Militärorganisationen Präparate unterdrücken die Bildung von Darmgiften, regeln unschädlich Verstopfung, Magenu. Darmkatarrh, erleichtern die Ältersbeschwerden. Glänzende Anerkennungen. Erhältlich in Apotheken u. Drogerien, wenn dort nicht zu haben, auch direkt zu beziehen Prospekte u. Proben kostenlos. Chem.-Bakt. Labor. Dr. E. Klebs, München, Schillerstr. 28 A iv