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Das jüdische Echo · 1916-07-28 · 30 (28.7.1916) · p. Seite 276

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
30 (28.7.1916)
Date
1916-07-28
Page
Seite 276 (sequence 4)
Language
German
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276 Das Jüdische Echo Nr. 30 Eines hat dieser Kampf jedenfalls ^gezeigt: Ins auf die kleine Gruppe der „Notablen“ und einige auf ihrem Verbandsprogramm herumreitende Arbeiter lebt in allen Kreisen des jüdischen Millioncnvolkcs in Amerika das Bewußt-. sein der nationalen Verbundenheit und Verantwortlichkeit von ganz Israel. H. H. C. Welt-Echo Dr. Helfferich im Cheder. Bei seiner kürzlichcn Anwesenheit in Warschau besuchte der Staatssekretär Jdes Innern, Exzellenz Dr. Helfferich, eine Reihe jüdischer Institute, darunter auch mehrere Chedarim, in denen er dem Unterricht mit Interesse zuhörte. Dr. Helfferich sowie die ihn begleitenden Staatsbeamten haben sich über die Lehrtätigkeit der Melamdim, besonders aber über die Aufnahmefähigkeit der jüdischen Schüler anerkennend ausgesprochen. Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Den 'Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina veröffentlicht seinen Bericht für das Kriegsjahr 1915. Wie alle in Palästina arbeitenden Organisationen hat auch der Verband im abgelaufenen Jahre schwer um seine Existenz zu kämpfen gehabt. Der Spitzenverkauf ist von 16 483 Mk. im Jahre 1914 auf 6700 Mk. im Jahre 1915 gesunken. Teils kam keine Ware aus Palästina, teils war die Nachfrage nach Luxuswaren gering. Die Mitgliederbeiträge brachten in den Jahren 1914 und 1915 zusammen nur soviel, wie das Friedensjahr 1913 allein. Dazu kommt der schlechte Umwechslungskurs in Palästina, der riesige Verluste verursacht. Dadurch geriet die landwirtschaftliche Farm des Verbandes, die mit einem sehr stark verkleinerten Budget arbeiten mußte, in eine schlimme Situation, und es mußten Sammlungen in die Wege geleitet werden, um das Schließen dieser so segensreich wirkenden Institution zu vermeiden. Der Verband wandte sich um Hilfe nach Amerika, doch steht die Antwort von dort noch aus. Die Summen, die bis jetzt von den Verbandsdamen in Deutschland und Österreich-Ungarn für den Zweck aufgebracht wurden, haben glücklicherweise die akute Gefahr abgewendet und die Hoffnung auf ein Durchhalten gestärkt. Immerhin sind weitere Anstrengungen dringend notwendig, da die lange Dauer des Krieges erhöhte Anforderungen stellt. Die Spitzenateliers arbeiten gut und wirken in dieser Zeit segensreicher denn je. Auch sind die L ± Josefine Marti Sendlingerstraße 52 Damen - Moden- Atelier nur erstklassige Ausführung Kostüme, Sport-, Reit- und Gesellschafts - Kleider Spitzenmuster viel schöner und mannigfaltigeir geworden als früher. Das Büro des Verbandes befindet sich nach wie vor in Berlin, Bürohaus Börse, Burgstr. 27, Büro 22. Daselbst sind auch die Spitzen zu haben. Etwaige Geldsendungen sind zu richten an das Bankhaus Heymann & Co., Berlin, Postscheckkonto 7645. Verbot jüdischer Auswanderung aus Rußland. Die russische Regierung verweigert den Juden die Ausstellung von Auslandspässen und hat ausdrücklich die Auswanderung nach Amerika über Archangelsk verboten. Eine Million Juden für Rußland gefallen. Den „Basler Nachrichten“ zufolge ist im Laufe des Krieges eine Million Juden für Rußland und den Zaren gefallen — für dasselbe Rußland, in dem heute an allen Ecken und Enden Pogrome gähren und dessen Regierung sich entschieden weigert, von ihrer schimpflichen Judengesetzgebung abzugehen! Hebräische Tagung in Petersburg. Die Gesellschaft „Frewide der hebräischen Sprache“ hielt am 1. Juni eine Konferenz in St. Petersburg. Bekannte Hebraisten .darunter Ch. N. Bialik, Dr. J. L. Katzenelson, Dr. Josef Klausner, H. Slatopolski, Dr. Mohilewer .hielten Referate. Die Gesellschaft unterhält in 126 Städten Schulen und Chedarim, in denen 18 000 Kinder von Flüchtlingen, Landstürmern und Bedürftigen unterrichtet werden. Die Fortbildungskurse werden von 2660 Erwachsenen besucht. Das Budget für das kommende Jahr beträgt 638 500 Rubel. Der wichtigste Punkt, der zur Diskussion stand, war die Erörterung der Sprachenfrage. Eine Reihe hervorragender Hebraisten verlangte die Einführung 'des Hebräischen als Schulsprache. Unter den Rednern waren Ch. N. Bialik, Dr. Josef Klausner, Dr. Katzenelson u. a. In den Vorstand wurden gewählt: der Historiker S. M. Dubnow, Dr. Katzenelson, M. N. Kreinin, G. A. Landau, M. Scheffel, S. L. Zinberg. Diese Wahl bedeutet einen ausgesprochenen Sieg der Hebraisten gegenüber der jidischistischen Minderheit. Schweizerische Sympathien für die Juden. Die letzte Sitzung der russischen Duma stand unter dem Zeichen der Judenfrage und verlief daher äußerst stürmisch. Der Abgeordnete Miljukow, der kürzlich aus England zurückgekehrt ist, berichtete, daß die Regelung der Judenfrage von großer Bedeutung für die russische Kriegsanleihe in Amerika sein werde. Die Erörterung, ob man die Judenfrage in Verbindung mit der Frage der Anleihe behandeln solle, führte zu lebhaften Debatten. Bei dieser Gelegenheit erklärte der Abgeordnete R a d i t s c h e w , daß auch die Schweiz die Anleihe wegen d er Beh n n d 1 u n g d e r J u d e n durch die russische Regierungverweigert hätte. Die Debatte führte zu keiner Beschlußfassung. Das verschwindende Ghetto von Amsterdam. Itn städtischen Museum von Amsterdam wurde in diesen Tagen eine eigenartige Ausstellung eröffnet. „Das verschwindende Ghetto“ nennt sie sich, und der Umstand, daß ein Teil des Amsterdamer Judenviertels, die Uilenburg, niedergerissen wird, ist der äußere Anlaß zu ihrer Veranstaltung. Diese Ausstellung bietet ein ungemein interessantes Bild der Entwicklung des Amsterdamer Judentums. Lange hat der Kampf gedauert, bis der Entschluß, das Judenviertel niederst

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