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Das jüdische Echo · 1916-07-07 · 27 (7.7.1916) · p. Seite 251

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
27 (7.7.1916)
Date
1916-07-07
Page
Seite 251 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 27 Das Jüdische Echo 251 fercnz sollen Maßnahmen zur Sicherung der vollen Gleichberechtigung der Juden in allen Ländern und zur Abschaffung aller gegen sie gerichteten Sondergesetze erörtert werden. Die Teilnahme an dieser Konferenz und ihr Ergebnis wird als Gradmesser für das gegenwärtige Prestige des American Jewish Commitee beurteilt werden Jiirfen. Vorbereitungen zum Kongreß. Der amerikanische Redakteur Jacob de II a a s hat dem vorbereitenden jüdischen Kongreß-Komitee ein sorgfältig ausgearbeitetes Wahlstatut für die Delegiertenwahlen vorgelegt. Diesem Statut zufolge entfällt auf je 10 000 jüdischer Bürger ein Delegierter. Die Gesamtzahl der Delegierten dürfte 258 betragen. Davon kommen auf den Staat New York 100, auf Pennsylvania 40, Illinois 21. Massachussets 16, Ohio 11 Delegierte, auf jeden der übrigen Staaten 1—6 Delegierte. Jeder Wahlbezirk ist zur Abgabe einer Stimme berechtigt, und zwar werden die Stimmen der Mitglieder von jüdischen Organisationen durch diese Organitionen gesammelt und in ihrer Gesamtheit dem Wahlkomitee übergeben. Dadurch, daß der Einzelne auf dem Wege über die jüdische Organisation, der er angehört, wählt, wird die demokratische Basis, auf der dieser Kongreß stehen soll, am besten gesichert. Wer mehreren Gesellschaften angehört, kann seine Stimme nur durch eine dieser Organisationen abgeben. Die „national-radikalen“ Schulen Amerikas. Die „national-radikalen“ Schulen sind eine der jüngsten Schöpfungen der jüdischen Arbeiterbewegung in Amerika. Sie sind vorläufig als Ergänzung der allgemeinen Schulen gedacht, in welcher für jüdische Sprache und Kultur kein Platz ist. Der Unterricht findet daher vorwiegend bloß an Samstagen und Sonntagen statt. Jidisch und hebräisch, jüdische Geschichte, Literatur, Volksdichtung, Singen usw. sind die Gegenstände. Einige dieser Schulen (es sind im ganzen ungefähr 40) haben sich bereits in wirkliche Volksschulen verwandelt und demgemäß ihr Programm erweitert. Auf einer Ende April abgehaltenen zweiten Konferenz vereinigten sich Richtungen dieser jungen Bewegung, indem die rein-jidischen Schulen dem Verbände der jidisch-hebräischen beigetreten sind, um einen Schulverband mit gemeinsamem Programm zu bilden. Es sollen von nun an in allen dem Verbände angehörenden Schulen beide Sprachen unterrichtet werden. Jidisch bleibt die Umgangssprache der Schulen. literarisches Echo Mauschelpredigt eines Fanatikers. Von Abraham Schwadron. Verlag R. L ö w i t, Wien 1916. Mauschel, der israelitische „Weltbürger“, der unfruchtbare Schellenbaum des „Fortschritts“, Mauschel, der den Tag zum Tageblatt und die Zeit zur Zeitung gemacht hat, Mauschel der internationale Judäopiiobe, Mauschel, dessen jeweilige Heldennamen seine Volksfreiheit decken, Mauschel der schwindelhafte Kulturmacher — alle diese und noch unzählige andere Spielarten Mauschels sind oft und oft mit schmerzvollem Ernst und zornverbeißendem Scherz gezeichnet worden. In diesem kleinen Schriftchen wird Mauschel, der sich von seinem Ursprung losgerissen hat und in keinen Ursprung zurückkehren kann, ein Spiegel vorgehalten. Eine Predigt nennt der Verfasser seine in überaus gefälliger Ausstattung erschienene Schrift, er will „lachend und weinend predigen in euerer Wüste“. Und er enthüllt auch Mauschels Blößen schonungslos. Aber nicht mehr. Zur wahren Predigt, welche alle Gewissen wachrufen könnte, fehlt der wahre Zorn und die wahre Güte, fehlt echtes Weinen und echtes Lachen. Der Zorn würde Mauschel die erborgten Fetzen mit Gewalt vom Leibe reißen, die Güte zugleich ihn zum Ursprung zurückführen können, Weinen würde die Welt erschüttern wie Jeremiahus Träne und Lachen uns befreien. Nur dem großen Zorn wäre das gütige Donnerwort verliehen gewesen. Hier sind viele Worte; keines wuchtet; sie beißen einander oft in den Schwanz (um des Autors Bild zu brauchen), alterieren und assonieren; aber sie klingen nicht. Dafür sind sie zu bissig, aber zu wenig verbissen, zu gallig, aber zu wenig fanatisch. Sie werfen sich oft. auf das Unwesentliche (z. B. auf die Kleidung des sozialdemokratischen Mauschel) und zerren daran, aber das Wesentliche, die Unzulänglichkeit der Maske Mauschels, welche er aus den unmöglichsten und unwahrsten Begriffen zusammensetzt (etwa „Freiheit“), das wird in dem bereits zitierten Bilde des „roten Mauschel“ nur mit wesenlosem Wort (wie dem unglücklichen „Freiheitstroller“) gekennzeichnet, oft fehlt es ganz. Überhaupt ist des Verfassers Wort, welches hier zum mächtigen Schwert werden müßte, selten mehr als ein fanatischer Giftpfeil. Er hat Karl Kraus’ Schriften wohl zu oft gelesen; Nietzsche und Luthers gerade in den Prophetenbüchern meist verunglückte Umdeutschung der Bibesprache haben das ihrige getan, um den Stil dieser Mauschelpredigt schwer genießbar zu machen. Ihn und die ganze Schrift zu beseelen, hätte es außer der gewiß ehrlichen und anerkennenswerten Entrüstung, welche aus dem Büchlein spricht, noch eines bedurft: der Größe und Kraft der Empfindung; sie kann Berge versetzen; ohne sie bleibt von allen Energieaufwendungen nur — ein Klümpchen bittere Galle. Siegfried Schmitz. Lesestoff für die jüdischen Soldaten. Die Agudas Jisroel Jugendorganisation (Sitz Frankfurt a. M„ Am Tiergarten 8) widmet sich seit einem Jahre u. a. der Versorgung der jüdischen Soldaten mit gutem jüdischen Lesestoff. Zu diesem Zwecke wurde ein. Schriften-Versand eingerichtet. Ein Teil der Bücher wird von der Frankfurter Zentrale an die einzelnen Soldaten direkt versandt, ein anderer wurde an eine Reihe von Feldrabbinern bezw. Hilfsseelsorgern in Form von kleinen Büchern zur Verteilung an die jüdischen Mannschaften überlassen. Mit Freuden kann konstatiert werden, daß die Feldbücherei sich wachsenden Zuspruchs erfreut. Die Bücher, die zur Versendung gelangen, sind teils unterhaltender, teils erbauender und belehrender Art. Es sei noch erneut darauf hingewieseu, daß jeder jüdische Soldat, dessen Adresse der A. J. J. O. mitgeteilt wird, kostenlos die Feldbiicherci benützen kann. Büchereinlauf: Die Juden im Zartum Polen; Ein geschichtlicher Überblick von Dr. Josef M e i s 1. (A. Marcus und E. Webers Verlag (Dr. Albert Ahn); Bonn.) Die 78 Seiten umfassende Schrift ist in drei Abschnitte eingeteilt. Der erste Abschnitt bietet einen Über-

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