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Das jüdische Echo · 1916-06-30 · 26 (30.6.1916) · p. Seite 241

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
26 (30.6.1916)
Date
1916-06-30
Page
Seite 241 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 26 Das Jüdische Echo 241 Das Gouvernement Lublin zählt unter 1 463 271 Einwohnern 206 180 Juden, von denen 188 096 Personen in den 14 größeren und 51 kleineren Städten des Gouvernements angesiedelt sind. Von den 40 161 Protestanten des Gouvernements leben nur 2036 Personen in den Städten. Im Gouvernement Lomza finden wir unter 625 126 Einwohnern 101 493 Juden und 6424 Protestanten. Von den Juden wohnen 82 211 Personen, von den Protestanten 1337 Personen in den 7 größeren und 25 kleineren Städten des Gouvernements. Im Gouvernement Petrikau werden unter 1 901 662 Einwohnern 298 062 Juden und 245 275 Protestanten gezählt. In den 12 größeren und 40 kleineren Städten des Gouvernements leben davon 64 475 Juden und 6833 Protestanten. Die Gesamtbevölkerung des Gouvernements Plock zählt 681 087 Personen, darunter 71 224 Juden und 49 843 Protestanten. 64 527 Juden und 3302 Protestanten wohnen in den 9 größeren und 16 kleineren Städten des Gouvernements. Die Ziffern für Radom ergeben unter einer Gesamtbevölkerung von 1 069 744 Köpfen 153 782 Juden und 12 771 Protestanten. 134 623 jüdische Personen und 1141 protestantische leben davon in den 10 größeren und 53 kleineren Städten. Im Gouvernement Siedlec zählt die Gesamtbevölkerung. 943 661 Personen, darunter 148 609 Juden und 14 790 Protestanten. Von der jüdischen Bevölkerung leben 129 718 Personen, von der protestantischen 380 Personen in den 12 größeren und 34 kleineren Städen. Im Gouvernement Suwalki, beträgt die Gesamtbevölkerung 632 734 Köpfe, darunter 80 570 Juden und 36 412 Protestanten. Die Bevölkerung der 10 größeren und 20 kleineren Städte zählt davon 64 475 Juden und 6833 Protestanten Das Gouvernement Warschau endlich wird von 2 438 685 Personen, darunter 473 358 Juden und 119 849 Protestanten bewohnt. Auf die 22 größeren und 45 kleineren Städte entfallen 419 858 Juden und 30 184 Protestanten. Im ganzen ergibt sich aus dieser Übersicht, daß die jüdische Bevölkerung . größtenteils in den Stäldten zusamnrengedrängt ist und demgemäß auch von den dort hauptsächlich vertretenen Erwerbszweigen lebt. Die evangelische Bevölkerung bildet dagegen nur einen ganz geringen Bruchteil der städtischen Bevölkerung; sie ist zum großen Teile in geschlossenen Dörfern ansässig und bildet einen beachtenswerten Prozentsatz der landwirtschaftlichen Bevölkerung. Literarisches Echo Zwei ungarisch-jüdische Künstler. Die auch im Auslande riihmlichst bekannte ungarische Monatschrift für jüdische Kunst und Literatur „M u 11 es J ö v ö“ (Redakteur Dr. Patai) widmet ihre zwei letzten Hefte zwei bedeutenden ungarischjjidischen Künstlern Nändor Katona und Alfred Lakos, von denen man im Auslande nur wenig hört, um so weniger wußten wir von der Fülle und Tiefe ihrer Kunst. „Mult es Jövö“ zeigt uns überhaupt einle hohe Stufe der ungarisch-jüdischen Kultur und hat uns schon mit der Vorführung so mancher bedeutenden ungarisch-jüdischen Künstler Überraschung bereitet. Von Nändor K atona finden wir im Mai-Heft „Mult es Jövö“ ungefähr 60 prachtvolle Reproduktionen, darunter rührende Szenen aus der Synagoge, reizende Papierausschnitte aus den Kinderjahren des Künstlers, Misrach-Tafeln, Illustrationen zum Hohen Lied usw. Seine größte Bedeutung ist aber die Landschaftsmalerei und seine Landschaftsbilder sind im Besitze S. M. des Königs Franz Josef, des Zaren von Bulgarien, der Fürsten Hohenlohe, Windischgraetz, Borgiese, des ungarischen Staates und der ungarischen aristokratischen Gesellschaft. Alfred Lakos ist ein parexcellence jüdischer Künstler, der hauptsächlich jüdische Themen in seiner Kunst behandelt. Das Juni-Heft der „Mult es Jövö“ bringt ungefähr 30 Reproduktionen liäch seinen tiefempfundenen Genre-Bildern, die fast alle aus dem jüdischen Volksleben, aus dem ungarischen Ghetto,(aus dem Leben jüdischer Flüchtlinge ihren Stoff entnehmen. Lakos kämpft seit zwei Jahrzehnten mit großer Begeisterung in Wort und Bild für die Emanzipation des jüdischen Themas in der ungarischen Kunst. Und was er auf diesem Gebiete geleistet, zeigt eben die jüngste Nummer von „Mult es Jövö“. Seine Kunst würdigt der Redakteur der Zeitschrift Dr. P a t a i, während die Kunst K a t o n a s von Frau Dr. Patai und Alexander Mezey besprochen wird. Die Zeitschrift „Mult es Jövö“ verdient es überhaupt auch in den weitesten Kreisen des Auslandes verbreitet zu werden, da sie durch ihre hervorragenden Illustrationen auch dem der ungarischen Sprache nicht Kundigen viel anregendes und eine Fülle künstlerischer Schönheit bietet. Das Abonnement von „Mult es Jövö“ ist ganzjährig 20 Kronen. Redaktion und Administration Budapest VI. Podmanickygasse 6. - Feuilleton Chaim Nachman Bialik. Der große hebräische Dichter, auf dessen Bedeutung für das geistige Leben des Judentums wir noch eingehen werden, feiert in diesen Tagen sein 25jähriges Dichterjubiläum. Die jüdischen Zeitungen und Zeitschriften in Rußland, Polen, Amerika und Palästina widmen ihm Sondernummern und Jubiläumshefte. In Rußland wurde ein B i a 1 i k f o n d begründet, zu dessen Förderung die jüdische Presse folgenden Aufruf veröffentlicht: „Der Dichter unserer Zeit braucht sich zu unserem Glück nicht mehr zu fragen: „Für wen schaffe ich und vielleicht bin ich der letzte Dichter Zions?“ wie in tiefer Verzweiflung sein berühmter Vorgänger gefragt hatte. Seit jener Zeit hat sich vieles geändert. Die Kenntnis der nationalen Sprache wurde von unserer Jugend immer tiefer als ein natürliches Bedürfnis empfunden. In Palästina erstand die hebräische Sprache zu vollem Leben. Je weiter der Wirkungskreis der hebräischen Sprache ausgedehnt wird, desto größere Forderungen wurden der Literatur dieser Sprache gestellt, desto vielseitiger und moderner mußte sie werden. Cognac Macholl München den besten französischen Marken ebenbürtig — überall erhältlich Eigene Verkaufsstelle: Karlsplatz 25 (HotelKönigshol)

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