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Das jüdische Echo · 1916-06-16 · 24 (16.6.1916) · p. Seite 225

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
24 (16.6.1916)
Date
1916-06-16
Page
Seite 225 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 24 Das Jüdische Echo 225 ein Blick auf die g e g e n w ü r t i g e politische Situation Palästinas das Verständnis für die damalige, im Grunde von genau den gleichen Gesetzen beherrschte Zeit.) Auch hier zeigte sich der weitschauende politische Blick Jeremias in der richtigen Einschätzung der Faktoren: die Rolle Ägyptens war verspielt, das Schwergewicht lag nicht mehr in Memphis-Suez, sondern in Babylon- Bagdad. „Auch in Betreff Ägyptens wirst Du enttäuscht werden, wie Du in Betreff Assurs enttäuscht wurdest.“ (2, 36) und „Die Heeresmacht des Pharao, die zu eurer Unterstützung ausgezogen ist, wird alsbald in ihr Land, nach Ägypten zurückkehren und zurückkehren werden auch die Chaldäer um diese Stadt zu belagern, sie einzunehmen und niederzubrennen.“ (37, 8) (Schluß folgt.) Welt-Echo Louis D. Brandeis’ Bestätigung. Der amerikanische Senat bestätigte Louis Brandeis als Richter am Höchsten Gerichtshof. Die Opposition war ziemlich heftig, weil das neuenglische Element den höchsten Gerichtshof bisher als seine Domäne betrachtete, zu der Deutsche, Juden und Emigranten, sowie deren Söhne keinen Zutritt haben sollten. „Der schwarze Moritz“. Die „Jüdischen Nachrichten“ in Berlin schreiben uns: Im Berliner Lichtspielhaus Tauentzienplatz wird zurzeit ein Eilmstiick „Der schwarze Moritz“ gespielt, das die empörendste antisemitische Roheit darstellt, die man sich denken kann. Ein schändlich karrikierter „Herr Apfelreis“, mit seinen Brüder auf der Reise in Zentralamerika, erfährt von einem Testament, das dem zuerst geborenen Sohn eines von ihnen mit der Hand eines gewissen Minchen Cohn in Berlin eine reiche Erbschaft zusichert. Um als erster zu einem Sohn zu kommen, springt Apfelreis aus dem fahrenden Zug und läßt sich in aller Fixigkeit mit einer Schwarzen kopulieren. Ihr schwarzer Sprößling Moritz Apfelreis soll nun das schöne Resultat einer Mischehe darstellen — den Verfassern schwebt ein ins Schwarze übersetzter Assimilantentypus vor —, er eilt, schnell erwachsen, nach Berlin und holt sich Minchen Cohn und ihr Geld. Das ganze Machwerk kann nur als im höchsten Maße widerlich bezeichnet werden. Unter Verzicht auf jede Spur von Geist und technischem Reiz sucht es das Publikum durch eine geradezu tolle Häufung antisemitischer Mätzchen und Witzchen zu locken. Als Verfasser zeichnen Louis Taufstein und Eugen Burg, die Orchesterleitung führt ein Kapellmeister Fischberg, der Besitzer des Lichtspielhauses ist ein Herr Ludwig Klopfer — und das Publikum, daß die dümmsten ungeschicktesten Pöbeleien belacht, wenn sie nur recht antisemitisch zurecht gemacht sind, ist jene Gesellschaft des Berliner Westens, der jedes Gefühl der Selbstachtung abhanden gekommen ist. Nicht die Äußerung eines Antisemitismus von nichtjüdischer Seite wird hier vom zahlungsfähigen Gesindel von Berlin W bejubelt. Eine auf die Spitze getriebene Selbstentwürdigung feiert ihre Orgie. Sicherlich darf man behaupten, daß es in ganz Rußland, dem Reich der Pogrome und Ritualmordprozesse, keine Stätte gibt, wo solches schamloses Treiben möglich wäre. Hier sind Juden,L getaufte oder ungetaufte, mit am Werke, als Verfasser, Theaterbesitzer und Publikum! Will man sich überlegen, welche verrohende und den schlimmen Antisemitismus fördernde und züchtende Wirkung von solchen Kinostücken ausgehen muß, wenn sie nun von Berlin W aus den Zug durchs Land antreten? Das Verbot der Filmeinfuhr scheint einer sehr Wenig erfreulichen Sorte von Interessenten zur Wirkungsmöglichkeit verholten zu haben. Will man vielleicht solche Films als Propagandamittel für'deutsche Art und Kultur verwenden.? Wir hoffen, daß sich selbst die Antisemiten des politischen Programms, die Deutsche sind, damit nicht befreunden werden. Daß die angeblich so strenge Kinozensur solchen Stücken die Genehmigung erteilt, muß man sich merken. Polnische Judenfreundschaft. Durch den Aufruf des Komitees: Pro causa judaica, sahen sich die in der Schweiz ansässigen polnischen Organisationen veranlaßt, .eine Erklärung in der Judenf rage an das. Komitee zu richten. Das Schreiben betont zunächst die Übereinstimmung der Ziele des Komitees mit den polnischen Interessen, insbesondere in Bezug: auf die Aufhebung aller rechtlichen Beschränkungen der Juden in Rußland, und die Bestrebungen, eine ausschließlich jüdisch territoriale und :nationale Einheit zu bilden. Es wird weiterhin gegen die Verwechslung Polens mit Rußland protestiert und jede Verantwortung der Polen für die russische Gesetzgebung nachdrücklichst abgelehnt mit dem besondern Hinweis, daß, solange Polen als unabhängiger Staat besteht, sich dort, die Juden, der größten Freiheit und Unabhängigkeit erfreuen. Die polnische Erklärung versichert zuletzt, alle polnischen Parteien :seien einig darin, daß ein freies und unabhängiges Polen keine rechtlichen Beschränkungen gegen die Juden, bestehen lassen werde. „Polen wird die bürgerliche Gleichberechtigung der Juden anerkennen und demnach .das Werk der Verständigung mit den Juden aus eigenem Willen und ohne fremde Einmischung vollziehen“. Diese Erklärung' wurde' von dem'Komitee „Pologne et la Guerre“ in Lausanne und dem polnischen Preßbureau in Bern gezeichnet. <— Den polnischen Organisationen ist offenbar daran gelegen, sich die Sympathien der Juden nicht zu verscherzen. Allerdings wohl nur der — ausländischen Juden. Kulturarbeit im Osten. Der russische Kultusminister Ignatiew erteilte die Bewilligung zur Eröffnung eines jüdischen P r i v a t - P o 1 y - technikums in Jekaterinosl a w , für Elektrotechniker, Ingenieurs- und ökonomische Wissenschaften. Obwohl das Programm dieser Anstalt dem ähnlicher russischer Hochschulen gleichgestellt ist, müssen sich die Abiturienten dieses Polytechnikums einer Prüfung in anderen russischen polytechnischen Hochschulen unterziehen, Piano - Magazin Hermann Scherner München,Dlenerstr. 2S/II (vis-ä-vis d. Ratskeller) empfiehlt sein großes Leger in erstklassigen Pianinos u. Flügel wie E. Kaps, Fr. Schwechten, G. Fiedler usw. zu billigen Preisen. :: Auf Wunsch Teilzahlung t: Reparaturen und Stimmungen

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