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Das jüdische Echo · 1916-05-12 · 19 (12.5.1916) · p. Seite 176

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
19 (12.5.1916)
Date
1916-05-12
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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176 Das Jüdische Echo Nr. 19 von dem Zentrum in Palästina erhoffen darf, wie er schon heute sein Judentum mit seinem Europäertum verbinden kann, das wird uns die Zukunft lehren. Helene Hanna Cohn. Das Handwerk und die Juden. Von J. Hein. (Fortsetzung:.) Die Entwicklung: des jüdischen Handwerkertums ist bis heute nur langsam weitergegangen, was kein Wunder ist. Der Handwerker muß eine gewisse Liebe und Wertschätzung für sein Handwerk besitzen, die schon von Kindheit auf in ihm ausgebildet werden muß. Es muß dazu die Begabung zu einer bestimmten Handfertigkeit vorliegen. Wie kann man nun, wenn man die Geschichte der Juden verfolgt, diese Liebe und Wertschätzung für das Handwerk in jüdischen Familien so tief und hinreichend erwarten? Wie kann die Begabung für bestimmte Handfertigkeiten unter den Juden schon entwickelt sein, nachdem das Judentum doch Jahrhunderte lang der systematischen Ausbildung der Handfertigkeiten und dem dafür berufenen Handwerk ferngehalten wurde? Das alles kann sich nur nach und nach im Laufe von Jahrzehnten herausbilden. Daß es sich herausbildet, zeigt der gegenwärtige Stand des jüdischen Handwerkertums, wie er statistisch nachgewiesen werden kann. Die folgenden Zahlen bringen das deutlich zum Ausdruck: Nach der letzten Berufs- und Betriebszählung vom 12. Juni 1907 für das Deutsche Reich gab es, nach Berufsabteilungen geordnet, in Deutschland an jüdischen Erwerbstätigen: in Landwirtschaft, Gärtnerei und Tierzucht, Forstwirtschaft und Fischerei 3746, darunter 1011 Selbständige, in Industrie einschl. Bergbau und Baugewerbe (in dieser Berufsabteilung ist auch das Handwerk hier eingezählt) 62 995, darunter 25 524 Selbständige, in Handel und Verkehr einschl. Gast- und Schankwirtschaft 145 606, darunter 78 396 Selbständige. In den hauptsächlichsten Handwerkszweigen stellt sich der Anteil des Judentums nach der erwähnten Berufszählung zahlenmäßig wie folgt: Jüdische Handwerkszweig Erwerbstätige Darunter Selbständ. (Eigentüm. und Mit¬ Steinmetzen, Steinhauer überhaupt 81 eigentümer von Betrieben) 36 Gold- und Silberschmiede, Juweliere . 467 196 Klempner . 534 226 Grob- (Huf-) schmiede . . 56 16 Schlosserei, einschl. Verfertigung vo!n :Geldschränken, eis. Möbeln, Roll-Läden u. Blitzableitern . . . -. 501 94 Zeug-, Sensen-, Messer-, Waffenschmiede u. -Schleifer . 45 15 Stellmacher, Wagner, Radmacher . 54 9 Uhrmacher . 495 263 Instrumentenmacher (math., physikal., ehern, u. Chirurg. Instrumente) . 288 108 Jüdische Darunter Selbständ. (Eigentüm. Handwerkszweig Erwerbstätige und Mitüberhaupt eigentümer Elektrotechnik, (elektr. Maschinen, Apparate und Anlagen . 613 von Betrieben) 81 Buchbinderei u. Kartonnag.- Fabrikation. 745 290 Gerberei. 334 122 Riemerei und Sattlerei . . 909 266 Tapezierer . 792 252 Tischlerei, Spiegel-, Bild.- u. Parkett-Fabrikation . . 901 357 Böttcherei . 32 10 Korbmacherei und Korbflechterei . 53 12 Drechslerei ...... 213 82 Bürstenu. Pinselmacherei 265 105 Getreide-, Mahlu. Schälmühlen . 310 151 Bäckerei, Konditorei . . . 1415 565 Fleischerei. 7590 3998 Brauerei . 232 65 Näher u. Näherinnen . . . 1457 548 darunter weibliche) . . 1367 514 Schneider u. Schneiderinnen 14422 5278 (darunter w'eibliche) 4804 1474 Wäschekonfektion . . . . 1775 548 (darunter weibliche) 646 83 Putzmacherei. 2691 876 (darunter weibliche) 2314 659 Schuhmacherei. 1813 911 Barbiere, Friseure . . . 384 249 Maurer . 106 15 Zimmerer . 24 10 Glaser . 530 369 Stubenmaler, Staffierer, Anstreicher, Tüncher . . . 643 215 Dachdecker . 56 . 7 Buchdruckerei . 969 320 Photographie. 389 176 Der Anteil der Weiblichen ist nur in den Zweigen besonders wiedergegeben, wo er am größten und nach dem Berufszweig am natürlichsten ist. Natürlich ist aber das weibliche Element auch in anderen Zweigen vertreten, nur mit bedeutend kleineren Zahlen. Handwerk und Industrie lassen sich auch nicht immer auseinanderhalten, sodaß in einzelnen Zahlen dieser Aufstellung auch der Anteil der Industrie mit enthalten ist. Soviel über die gegenwärtige Beteiligung der Juden am Handwerk. (Schluß folgt.) Welt-Echo Botschafter Morgenthau auf der Rückreise. Im Anschluß an unsere in der vorigen Woche gebrachte Nachricht von der Rückkehr des amerikanischen Botschafters auf seinen Posten in Konstantinopel können wir mitteilen, daß Herr Morgenthau am 5. ds. Mts. seine Rückfahrt nach der Türkei angetreten hat. I. L. Perez’s Todestag. In Warschau wurde am 22. April der erste Todestag des Dichters Perez begangen, an der alle jüdischen Kulturorganisationen teilnahmeni. Das „Arbeiterheim“ veranstaltete nachmittags noch eine besondere Massenversammlung, eine zweite wurde vom Verein „Hasamiir“ abgehalten. Auch in Lodz, Wilna, Tschenstochau und andren osteuropäischen

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