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Das jüdische Echo · 1916-04-21 · 16 (21.4.1916) · p. Seite 145

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
16 (21.4.1916)
Date
1916-04-21
Page
Seite 145 (sequence 9)
Language
German
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Nr. 16 145 Das Jüdische Echo rialien hingegeben; das will viel sagen zu einer Zeit, da viele der Schüler von ihren im Kriegsgebiet wohnenden Eltern keine Unterstützung mehr erhalten und durch eine von Prof. Schatz eingerichtete Suppenküche notdürftig vor" dem Hunger bewahrt werden müssen. Nun gilt es, mit aller Macht dahin zu streben das schwer vom Kriege betroffene Institut zu erhalten, damit es den Krieg überdauert und dereinst im Frieden seine bedeutsame Tätigkeit — die Erneuerung der jüdischen Kunst — fortsetzen und weiterentwickeln kann. Eine Anzahl künstlerischer Bezalel - Gegenstände steht zur Ansicht und zum Verkauf bei Frau Dr. Straus, München, Kobel Ist r Nr. 13. Die blau-weiße Fahne. Aus einem Feldpostbrief. Sambor, 14. Febr. 16. .... Am 8. Februar sind wir eingekleidet worden und haben alles an Ausrüstungen gefaßt. Am 10. er. sind wir vereidigt worden und waren von diesem Tage an marschbereit. Sonntag gab man uns kund, das 19. Marschbataillon rückt am nächsten Tage aus. Wir haben uns entschlossen, eine jüdische Fahne zu gründen, und alle andren drei Kompagnien folgten unsrem Beispiel. Wir. rückten also aus. an der Spitze jeder Kompagnie auf der einen Seite eine jüdische Fahne, und zwar die zionistische blau-weiße mit dem Mögen Dovid, auf der andren die Bilder Ihrer Majestäten des deutschen und des österreichischen Kaisers. Wir Juden tragen selbst jeder an der Mütze ein blau-weißes Band, zur Erkennung als Angehörige des Bundes. Ich selbst gehe mit frohem Mute hinaus; das Kopfhängen hat ja keinen Wert. Ich werde alles tun, um zur Aufheiterung der Kameraden beizutragen. Auf ein frohes Wiedersehen! Seien Sie gegrüßt von Ihrem Michael Mahler (Mitgl. d. „Jiid. Turnu. Sportvereins, München“) Welt-Echo Zum Oberrabbiner von Straßburg hat das jüdische Konsistorium durch einstimmigen Beschluß den Rabbiner Dr. Em i 1 Levy, der zur Zeit im Felde ist, gewählt. Rabbiner Dr. Levy, der bisher an einer ziemlich orthodoxen Gemeinde in Charlottenburg gewirkt hat und auch durch seine zionistische Tätigkeit bekannt ist. ist durch diese Wahl zugleich Mitglied der ersten Kammer in Elsaß-Lothringen geworden. Kriegsarbeit des Hilfsvereins deutscher Juden. Unter dem Vorsitz von Dr. James Simon fand am 10. ds. Mts. die Hauptversammlung des Hilfsvereins deutscher Juden statt. Dr. Paul Nathan erstattete den Geschäftsbericht für 1916. Die Hilfstätigkeit für die besetzten Gebiete von Polen, Litauen und Kurland hat den Verein außerordentlich in Anspruch genommen. Es wurden zehn Reisen zur Feststellung der Not und zur Organisation des Hilfswerks unternommen. Von den 2 Millionen Juden, die zurzeit in diesen Landern leben, 'sind etwa 700 000 unterstützungsbedürftig. Seit Kriegsausbruch wurden rund 2:7i Millionen Mark, die größtenteils aus Amerika kamen, unter sie verteilt. In 225 Ortschaften sind Volksküchen, Teehallen usw. eingerichtet worden. Um nur der allerschlimmsten Not zu steuern, ist eine halbe Million Mark monatlich erforderlich. Wie der Berichterstatter rühmend hervorhob, haben die humanitären Bestrebungen des Hilfsvereins bei der deutschen Militär- und Zivilverwaltung volles Verständnis und weitgehende Förderung gefunden. Das Schulwerk im Orient hat auch in der Kriegszeit fortgesetzt werden können. Es hat sogar durch die Schaffung von Abendkursen zur Erlernung des Türkischen eine Weiterung erfahren, an denen zahlreiche deutsche Offiziere teilnehmen. Ein Gegenstück dazu bieten die gleichfalls vielbesuchten deutschen Kurse für Türken. Evakuierungen in Rußland. Nachdem sich etwa 550 jüdische Flüchtlinge in Dwinsk niedergelassen haben, erging am 12. März eine neue Regierungsverordnung, wonach diese Flüchtlinge, deren Lage trostlos ist, den Ort wieder zu verlassen haben. Die Judenfrage in der Duma. In der Dumasitzung vom 15. März wies in der Debatte über den Kostenanschlag des Ministeriums für Volksaufklärung der Abg. Gurewitsch auf die schädlichen Folgen der Fernhaltung der Juden vom Sanitätsdienst hin. Dadurch sei diese wichtige Arbeit unerfahrenen Studenten überantwortet worden. Markow II. hielt eine Schimpfrede auf die „jüdische Gewaltherrschaft“ auf den russischen Hochschulen, wo stellenweise 80—90 Prozent jüdischer Hörer seien. Er beschuldigte den Unterrichtsminister I g n a t i e w, die Fremdvölker zu begünstigen und forderte die Einsetzung eines Ausschusses zu seiner Überwachung. Der „progressive Block“ schlug den jüdischen Abgeordneten vor, einen Gesetzentwurf zur Erweiterung der Prozentnorm zugunsten jüdischer Hochschüler einzubringen, doch lehnten diese es ab, da sie prinzipiell gegen jede Prozen t n o r m s e i e n. Jüdischer Bazar in New York. Im Grand Central Palace wurde Anfang April ein großer jüdischer Bazar eröffnet, dessen Ertrag den vom Kriege betroffenen Juden in Europa und Palästina zufließen soll. Der Botschafter Herr Henry Morgenthau, der Präsident des Kreises Manhattan, Herr Marks, der Dichter Scha- 1 o m Asch und andre hielten Ansprachen. Der vom Volks-Unterstützungs-Komite geschaffene Bazar ist ein Unternehmen großen Stils. Gegenstände im Werte von 150 000 Dollar sind ausgestellt. Eine besondere Anziehungskraft übt eine Sonderausstellung „Straße in Palästina“ auf die Besucher aus. Hier sind landwirtschaftliche Instrumente, Schmuckstücke, Musikinstrumente, rituelle Geräte und Kostüme aus biblischen Zeiten ausgestellt. In typischen Straßenszenen zeigen sich jüdische Damen in biblischen Gewändern. Die Sammlung ist in Palästina zusammengestellt Plano - Magazin Hermann Seherner München,Dienerst!*. 22/11 (vis-ä-vis d.Ratskeller) empfiehlt sein großes Lager in erstklassigen Pianinos u. Flügel wie E. Kaps, fr. Schwechten, G Fiedler usw. zu billigen Preisen. :: Auf Wunsch Teilzahlung Reparaturen und Stimmungen

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