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Das jüdische Echo · 1916-03-31 · 13 (31.3.1916) · p. Seite 115

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
13 (31.3.1916)
Date
1916-03-31
Page
Seite 115 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 13 Das Jüdische Echo 115 Linken, und sie hat nun wieder ihren Fraß zwölf Monate lang; sie dreht sich bald nach der einen Seite, bald nach der , andern und pflückt das Gras. Und am Ende des zwölften Monats wird ihr Leib aufgerissen, und zwei Junge gehen heraus, ein Männlein und ein Weiblein, und eins geht nach Morgen, das andere geht nach Abend, und es wird ihrer nicht mehr, bis wiederum siebzig Jahre um sind, sonst würde die Welt durch sie zerstört werden. Von den Fenstern des Himmels. Dreihundertfünfundsechzig Fenster machte der Herr in dem Himmel der Welt zu Nutzen; hundertzweiundachtzig machte er im Morgen und hundertzweiundachtzig im Abend; eines aber inmitten des Gewölbes, und mit diesem hat die Schöpfung begonnen. Die einen von den Fenstern sind für die Sonne gemacht, die anderen aber sind für den Mond. Was die Sonne in zwölf Monaten durchläuft, 'das durchläuft der Mond in dreißig Tagen. Durch viererlei Wege geht die Sonne; Nissan, Ijar und Siwan scheint sie über den Bergen, um den Schnee zum Schmelzen zu bringen; Thamus, Ab und Elul scheint sie dort wo Menschen wohnen, um die Früchte reif zu machen; Tischri, Cheschwan und Kislew scheint sie über den Meeren, um die Flüsse zu dämmen; Tebeth, Schebat und Adar scheint sie in der Wüste, auf daß die Saat nicht verdorre. Einer war der Mensch, viele kommen von ihm. Von den Menschen ist nur einer erschaffen worden. Warum denn nur einer? Auf daß die Gerechten nicht sagen sollten: Wir sind die Kinder eines Gerechten; und auf daß die Gottlosen nicht sagen sollten: Wir sind die Kinder eines Gottlosen; auf daß nicht einer dem andern sage: Mein Vater war größer als deiner, und auf daß die Stämme einander nicht befehden sollten; denn siehe, da sie alle von einem abstammen, befehden sie dennoch einander, wie wäre es gar, sie stammten von zweien ab? und siehe, da sie alle von einem abstammen, rauben sie doch beieinander und bedrücken einander, wie wäre es gar, sie stammten von zweien ab? Und noch darum ist nur ein Mensch zu Anfang erschaffen worden, auf daß verkündigt werde die Größe des Königs aller Könige, des Heiligen, gelobt sei er, welcher mit einem Stempel die ganze Welt geschaffen hat; aber von dem einen Stempel kamen viele Siegel. Ein Mensch prägt viele Münzen mit einem Stempel, doch sind sie alle gleich untereinander, aber der König aller Könige, der Heilige, gelobt sei er, der prägt die Menschen alle nach dem Bilde Adams des ersten Menschen, und gleicht doch keiner dem andern. Warum aber gleichen die Gesichter nicht einander? Auf daß die Menschen einander nicht betrügen, daß nicht einer das Feld seines Nachbarn unerkannt betrete, daß nicht einer zu dem Weib seines Nächsten ungestraft eingehe. Auch ist der Mensch als letztes erschaffen worden, und warum dies? Auf daß die Ungläubigen nicht sagen sollten: Der Mensch war Mitarbeiter des Herrn an seinen Werken. Und noch dies ist ein Grund, warum der Mensch ist zuletzt erschaffen worden, auf daß er sich nicht überhübe, denn man kann ihm sagen: Die Fliege ging dir voran in der Schöpfung. Und zum dritten ist der Mensch der letzte in der Schöpfung gewesen, auf daß er sich sofort zum Mahl hinsetzen könnte. Wer wüßte ein Gleiches dazu? Ein König auf Erden stellt es auch nicht anders an: erst baut er einen Palast, dann schmückt er ihn aus und bereitet ein Mahl, und zuletzt ladet er seine Gäste ein. Präsident Dr. Eduard Silbermann Vor wenigen Wochen verstarb der zur Zeit höchste jüdische Staatsbeamte des Deutschen Reiches, der kgl. Senatspräsident Dr. Heinrich Harburger in München. Vor einigen Tagen nun ernannte König Ludwig von Bayern zu dessen Nachfolger abermals einen hohen, jüdischen Beamten. Und zwar wurde der kgl. Staatsanwalt am Obersten Landesgericht Dr. Eduard Silbermann zum kgl. Senatspräsidenten;am Oberlandesgericht München befördert. Im Jahre 1877 bestand Präsident Silbermann zusammen mit dem späteren Kultusminister von Wehner den Staatskonkurs mit der Note I. 1879 wurde er III. Staatsanwalt in Regensburg, 1881 Amtsrichter in Augsburg, 1887 II. Staatsanwalt in Regensburg, 1891 Landgerichtsrat in München I, 1899 Staatsanwalt am Oberlandesgericht München, 1904 Oberlandesgerichtsrat dortselbst 1908 Staatsanwalt am Obersten Landesgericht. Präsident Silbermann betätigt sich eifrig in jüdischem Sinne und gehört auch seit Jahren dem Vorstand der Israelitischen Kultusgemeinde in München an. Ludwig L ... Gemeindenu.Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnaohrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien. Das Eiserne Kreuz I. Klasse wurde verliehen dem kgl. bayer. Leutnant der Reserve Theodor B i s s i n g e r im 19. Inf.-Regt, und dem kgl. preuß. Armeeveterinär Bertold Lewin, Der letztere ist wohl der einzige aktive, höhere Offizier jüdischen Glaubens, den Preußen aufzuweisen hat. Der kgl. Staatsanwalt bei dem kgl. bayer. Obersten Landesgericht Dr. Eduard Silbermann wurde zum kgl. Senatspräsidenten des Oberlandesgerichtes München ernannt. Der Amtsrichter Emil Dosenheimer in Ludwigshafen wurde zum kgl. bayer. Landgerichtsrat in Frankenthal befördert. Kommerzienrat Albert Rosenfelder in Fürth wurde zum kgl. Handelsrichter ernannt. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen dem kgl. bayer. Hauptmann der Reserve Felix Oppenheim, dem Rittmeister der Landwehr Martin Rau, den kgl. bayer. Leutnants der Reserve Theodor Mayer im 8. Inf.-Regt., Fritz Borchhardt und Richard Murr, dem Assistenzarzt der Res. Dr. Josef Dessauer (Nürnberg) und dem kgl. Stabsveterinär der Reserve Hermann Heymann (Hof). Zu kgl. bayer. Feldwebelleutnants wurden ernannt die Offizierstellvertreter Adolf Herrmann im 11. Res.-Inf.-Regt. und Wolf Friedmann im Landst.-Inf.-Bat. Ingolstadt. Der kgl. Oberleutnant Alfred Bloch in München wurde mit deSl glesetzl. Pension in den Ruhestand versetzt. Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden ernannt die Vizefeldwebel Alfred Holstein im 8. Inf.-Regt., Walter Vogel im 21. Inf.-Regt., Erich Neuburger, Jakob K i s s i n g e r , Ludw. Strauß und Hermann Hahn im 22. Inf.-Regt., Hermann Mayer im 5. Res.-Inf.-Regt., Ernst

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