Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 9 (3.3.1916)
- Date
- 1916-03-03
- Page
- Seite 73 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 Das Jüdische Echo 73 nach Amerika, um an der Herausgabe der großen „Jüdischen Enzyklopädie" mitzuarbeiten: die Abteilungen „Englisch-jüdische Geschichte" und „Jüdische Literatur" entstanden unter seiner Redaktion. Seine jüdischen Geschichtsforschungen führten ferner zur Veröffentlichung der Werke „Geschichte der Juden in Spanien" und „Jüdische Ideale". Als Professor für englische Literatur und Statistik am Jüdischen Theologischen Seminar in New York, als Mitglied der Bibel-Übersetzungs-Gesellschaft, als Direktor des Bureaus für jüdische Statistik und als Heraugeber des „Amerikanisch-jüdischen Jahrbuches" und der sehr verbreiteten Zeitschrift „American Hebrew" leistete Jacobs Unvergleichliches für die Verbreitung jüdischer Wissenschaft und die Pflege jüdischen Geistes in Amerika. Der Tod des namhaften Gelehrten und vielseitigen Schriftstellers hinterläßt im amerikanischen und besonders Um amerikanisch-jüdischen Geistesleben eine tiefe Lücke. Gemeindenu.Vereins-Echo (Unsere Leser sind zur Einsendung von Mitteilungen aus Gemeinden und Vereinen und von Personalnachrichten, die in diesen Spalten gerne Aufnahme finden, höflichst eingeladen.) Personalien. Der als Eini.-Freiwill.-Gefreiter bei Kriegsbeginn ins Feld gezogene Kaufmann Otto Beer aus St. Ingbert, Sohn des verstorbenen Stadtrats Michael Heer, wurde schon anfangs mit dem Eisernen Kreuz 2. Kl. ausgezeichnet, später zum k. Leutnant der Reserve im 2. baver. Inf.-Regt. befördert und mit dem Militärverdienstorden 4. Klasse ausgezeichnet. Jetzt wurde Leutnant Otto Beer das Eiserne Kreuz 1. Kl. verliehen. Der österreichisch-ungarische Vizekonsul Emil Zeckendorf in München wurde zum Honorarkonsul ernannt. Zu kgl. bayer. Leutnants der Reserve wurden ernannt die Vizefeldwebel Jakob Klotz im 20. Inf.-Regt., Karl Neuberg im 3. Res.-Pionierbat., Wilhelm Hausmann in der 10. Gebirgskanonenbatterie, Kurt Dessauer im Landw.-Train 2. Aufg. und Ludwig Kraus im 21. Inf.-Regt. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit der Krone und mit Schwertern wurde dem kgl. bayer. Major der Reserve Siegfried Lismann verliehen. Major Lismann, Bankier in Frankfurt am Main, stammt von einer;, jüdischen Flabrikantenfamilie in Fürth. Die kgl. Rote Kreuzmedaille 3. Klasse wurde dem Bankier Karl Wurzinger in München verliehen. Der kgl. bayer. Militärverdienstorden 4. Klasse mit Schwertern wurde verliehen den kgl. Hauptleuten der Reserve Paul Weinberg im Eisenbahnbataill., Hermann Neumann in der 1. Train-Abt., Bernhard Falk der Landw.-Inf„ Ernst Samuel der Landw.-Feldart. 1. Aufg., Hans Marx und Hermann Falk, den kgl. Oberleunants der Reserve Karl Schäfer im 21. Inf.-Regt. und Gustav Hecht der Landw.-Fußart., den kgl. Leutnants der Res. Richard Gans im 3. Chev.-Regt., August Götz, Leo Mohr und Julius Behr in der Infanterie, Wilh. Mayer in der Fußart. und Otto Maver bei den Pionieren, ferner den kgl. Stabsärzten der Res. Dr. Max Schwab (Nürnberg) und Dr. Paul Blumenthal (Bamberg). Der seit 1. August 1914 im Felde befindliche Arzt Dr. Adolf Friediger erhielt das goldene 'Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeitsmedaille und das Ehrenzeichen mit Kriegsdekoration vom Roten Kreuze. München. Dem Rechenschaftsbericht der „Israel. Religionsgesellschaft O h e 1 Jakob" entnehmen wir, daß die Verhältnisse dieser Vereinigung, welche den Sammelpunkt des orthodoxen Judentums in München bildet, auch im Jahre 1915 sich in befriedigender Weise gestalteten. Leider hat der Tod im letzten Jahre wieder besonders schmerzliche Lücken in den verhältnismäßig kleinen Kreis gerissen: der Bericht erwähnt die entschlafenen Mitglieder, unter denen wir besonders die Namen Rahel F r ä n k e 1, Sigmund Feuchtwanger und Salomon Gutmann hervorheben wollen, in warmen Worten des Gedenkens. Die Talmud- Thora-Kurse erfreuten sich reger Beteiligung seitens der wesentlich gesteigerten Zahl der Schüler und Schülerinnen, und auch die Schiurim der Mitglieder weisen guten Besuch auf. Schenkungen und Spenden, letztere besonders in der Form von Jahrzeitstiftungen, erfuhren eine begrüßenswerte Steigerung; es ist zu hoffen, daß solche Zuwendungen im Interesse der gedeihlichen Entwicklung des Vereins demselben auch in der Folge zufließen mögen. München. Eine Reihe jüdischer Wohlfahrtsvereine veröffentlichte in der letzten Woche ihre Rechenschaftsberichte und hielt am 20. Febr. vormittag im Sitzungssaale der Kultusgemeinde ihre Generalversammlungen ab. Die Versammlungen ergaben folgendes Bild von der Wirksamkeit der Vereine: Über die Tätigkeit des Israelitischen Vereins für Krankenpflege. Bestattungswesen und religiöse Belehrung in München berichtete der 1. Vorsitzende Joseph Spanier. Der Verein hat für Kriegsunterstützungen über 5000 Mk. ausgegeben; seine Tätigkeit im Beerdigungswesen erstreckte sich im abgelaufenen Jahre auf 153 Fälle. Der Kassenbericht weist an Einnahmen und Ausgaben rund 19 000 Mk. aus. Die Versammlung ermächtigte die Vorstandschaft, auch im kommenden Jahre wieder die angemessen erscheinenden Mittel für Kriegsunterstützungen zu verwenden und dankte ihr für ihre bisherige Mühewaltung. Hierauf folgte die Hauptversammlung des Israelitischen Vereins zur Unterstützung mit Brennmaterialien, die der 1. Vorstand, Handelsrichter und Landrat Benno Degginger, leitete. Außer den erheblichen Unterstützungen mit Brennmaterialien, wozu 5201 Mk. aufgewendet wurden, hat der Verein auch für Kriegshilfe 4140 Mk. aufgewendet. Dank der Freigebigkeit seiner Mitglieder konnte er wieder eine Reihe von Spenden und Legaten verzeichnen. Die Jahresrechnung schließt mit 18 971 Mk. ab. Den Geschäftsbericht über die Krankenfürsorge israelitischer Vereine erstattete der 1. Vorstand, Justizrat Leo Oppenheimer. Die an die Fürsorge gestellten Ansprüche hielten sich im wesentlichen im Rahmen des vorangegangenen Jahres. Mit gutem Erfolg wurden Erholungsbedürftige und Genesende im Israelitischen Ferienheim in Krumbach untergebracht. Dem Kriegshilfsfonds der Kultusgemeinde wurde wieder ein erheblicher Betrag zugewendet; auch die im städtischen Krankenhause Schwabing untergebrachten verwundeten und kranken Soldaten wurden bedacht. Der Kassenbericht schließt mit 24 823.57 Mk. ab. An Stelle des verhinderten 1. Vorsitzenden, Justizrats Ofner, eröffnete sodann ebenfalls Iustiz-