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Das jüdische Echo · 1916-03-03 · 9 (3.3.1916) · p. Seite 74

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
9 (3.3.1916)
Date
1916-03-03
Page
Seite 74 (sequence 10)
Language
German
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74 Das Jüdische Echo Nr. 9 rat Oppenheim er die Hauptversammlung des Israelitischen Frauenvereins. Auch an diesen Verein hat der Krieg bei wenigen Einnahmen erhöhte finanzielle Anforderungen gestellt. Nach dem Kassenbericht des Kassierers. Bankier Frankel, wurden 29 333 Mk. hauptsächlich für wohltätige Zwecke verausgabt, so daß der Verein sein Bankdepot angreifen mußte. Für die Kriegshilfe der israelitischen Kultusgemeinde, die für solche Zwecke schon 93 700 Mk. aufgewendet hat, wurden der Vorstandschaft weitere 6000 Mk. zur Verfügung gestellt. Frau Rosa Werner erstattete sodann den Geschäftsbericht des Vereins für Ferienkolonien und zur Bekleidung von Schulkindern in München. Der Verein war in der Lage, zwei Kolonien zu entsenden. Es gingen 47 Knaben und 45 Mädchen nach Krumbaeh. Bekleidung genossen 128 Knaben und 125 Mädchen. Der Kassenbericht schließt mit 17 264.62 Mk. ab. Die Wahlen der Vorstandschaften ergaben bei den sämtlichen genannten Vereinen keine Veränderung. München. Am 26. Februar sprach im Verein „Bne-Jehuda" Herr Dr. Alexander E 1 i a s b e r g über „Die chassidische Sagenwelt". Unter Heranziehung zahlreicher Legenden, die den Kreis des „Beseht" und dessen Lebensweisheit unserem Vorstellungsvermögen näher bringen, entwarf er ein fesselndes Bild vom Wesen und Gehalt desChassidismus. In einer der nächsten Nummern unseres Blattes werden wir auszugsweise den gehaltvollen Vortrag unseren Lesern darbieten können. Daher erübrigt sich, hier auf seinen ungemein interessanten Inhalt einzugehen. Die zahlreiche Zuhörerschaft lohnte mit starkem Beifall dem Redner besonders für die Wiedergabe einiger chassidischer Sagen, die in dem bald erscheinenden Buch des Herrn Dr. Eliasberg. „Sagen polnischer Juden", enthalten sein werden. München. Die Münchner Jugend-Gruppe der Agudas Jisroel traf der Krieg noch mitten in der ersten Werbetätigkeit. Die Hälfte der männlichen Mitglieder wurde bereits in den ersten Wochen nach der Gründung der Gruppe zur Fahne gerufen. — Die bestehenden S c h i u - r i m konnten gemeinsam mit dem in München schon seit langem bestehenden Lernverein Mekor-Chajim beibehalten werden, womit wenigstens den jüngeren Mitgliedern Gelegenheit zum Thoralernen geboten ist. Die Ereignisse der Zeit, welche die Mitglieder der Jugendgruppe örtlich getrennt und auseinandergesprengt haben, haben die Mädchengruppe, die nun in ihrer Arbeit ganz auf sich allein gestellt war, zu festerem Zusammenschluß geführt. Ein Jahr tatkräftiger Arbeit im Sinne der Agudo- Idee, in deren Mittelpunkt die Schiurim stehen, liegt hinter uns. Die Kurse, welche sich alle regster Beteiligung erfreuen, umfassen: Kizzur Schulchan, Aruch (Rabb. Dr. Ehrentreu); Jesaia (Dr. R. Levi); Jüdische Ethik (Justizrat Dr. Fraenkel); Sidrahschiur mit anschließender freier'Aussprache. Ein anderes Tätigkeitsgebiet war die Kriegsfürsorge. Die Mädchengruppe übernahm die Sammlung von Kleidern und Wäschestücken für die galizischen Flüchtlinge. Durch zur Verfügung gestellte Geldmittel. Stoffe usw. konnte ferner eine Nähstube eingerichtet werden. Die Nähabende dienten insofern auch Propagandazwecken als Nichtmitglieder, die zur Mitarbeit gewonnen waren, in unsere Bestrebungen eingeweiht werden konnten. Mit den Mitgliedern im Heeresdienst verbindet die A. J. J. die Feldpost. Grüße aus Garnison und Schützengraben kommen in die Heimat und die A. J. J. wiederum bekundet ihre Zusammengehörigkeit mit den Freunden draußen durch Liebesgabensendungen (Chanukah, Purim, Pessach). In besonderen Veranstaltungen wurde die Geselligkeit gepflegt, wobei jeweils ein Vortrag über ein Thema aus dem jüdischen Ideenkreis den Mittelpunkt bildete. Auch mehrere Ausflüge wurden gemacht.—Außerdem wurden F er ienzusammenkünfte im engsten Kreis der Mädchengruppe veranstaltet, sowie auch zwei Vortragsabende. Die Ortsgruppe München des Jüdischen Frauenbundes hielt am Freitag, den 25. Februar, unter dem Vorsitz von Frau Justizrat Oppenheimer ihre ordentliche Generalversammlung ab. Dieser ging eine Helferinnen-Versammlung voraus, bei der die Damen ersucht wurden, sich der städtischen Armenpflege, die um ihre Mitarbeit ersucht habe, zur Verfügung zu stellen. Der Generalversammlung erstattete Frau Dr. S t r a u s den Bericht über die Tätigkeit des Vereins im verflossenen Jahre. Der Stellenvermittlung des Vereins gelang es, im Laufe des Jahres 59 Leuten einen Beruf zu verschaffen. In der Nähstube wurden 300 Strickerinnen und 100 Näherinnen beschäftigt, darunter Flüchtlinge aus Galizien. Die Abteilung für Erziehung und Berufsbildung brachte 2 Mädchen in der Berliner Haushaltungsschule, 2 in der Frauenarbeitsschule unter und sorgte einigen Schülerinnen höherer Schulen für Schulbücher. Ferner leistete der Verein Armenhilfe durch Verabfolgung von Speisebillets und Kleidungsstücken sowie durch Anschaffung von Näh- und Strickmaschinen. Zu Chanukah wurden 70 Kriegerfrauen beschenkt. Der Verein, dessen Mitgliederzahl sich um 66 erhöht hat. hofft demnächst einen abschließenden Bericht über seine Kriegsfürsorge und später ein Programm für die Zeit nach dem Kriege ausarbeiten zu können. Auch sollen Lehrwerkstätten zur Ausbildung von Näherinnen geschaffen werden. Frau Dr. Ellinger erstattete den Kassenbericht. In den Vorstand wurden wiedergewählt die Damen Werner, Oppenheimer. Krämer. Straus, Ellinger, Stark, Auerbach. HHBHBflSflBi GiselaSchimmel Hr^\IW^^H München EÄJv^inH ■ör "<v^w Werkstätten Bv'/iÄÄv Yfl für feine K^wliH Damen-Moden Bft a'JK&HMjflf Lindwurmslraßei RS. ■ HV jff >jS Ecke Sendlingerlorpl. Tel. 52754 '

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