Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 3 (1916)
- Issue
- 6 (11.2.1916)
- Date
- 1916-02-11
- Page
- Seite 44 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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44 Das Jüdische Echo Nr. 6 der Enthüllung seines Denkmals sagte einer seiner Freunde: „Möglichst viel zu geben und wenig zu nehmen war bei ihm Sache der Neigung. Geld verdiente er, weil er mußte. Hilfe leistete er, weil er wollte, er half, um zu helfen". Wenige werden sich noch seiner Persönlichkeit erinnern, aber diese Wenigen haben Herz ein warmes Gedenken bewahrt. Jacob Frankel. Welt-Echo Keine Genehmigung für die Deutsch-Israelitisch- Osmanische Union. Über die geplante Gründung des Herrn Dr. N o s s i g haben wir berichtet. Wir wiesen darauf hin, daß die Ziele der Organisation, die nähere Beziehungen zwischen den Juden Deutschlands und der Türkei herstellen und die Einwanderung ostiüdischer Elemente in das osmanische Reich fördern will, an sich zu begrüßen seien. Gleichzeitig machten wir unsere Bedenken geltend, ob die etwas laute Art. in der Herr Dr. Nossig seine Gründung proklamiert, seine Institution nicht ihres ernsthaften Charakters berauben müsse. Wir erhalten nunmehr die Nachricht, daß die Arbeit der Union von vornherein unmöglich geworden ist, da die türkische Regierung dem Statut der D.-J.-O.-U. ihre Genehmigung versagt hat. Die Förderer des Gedankens einer jüdischen Einwanderung in die Türkei können nur wünschen, daß in dieser Verfügung der türkischen Regierung kein prinzipieller Widerstand gegen die Ziele der Union zu erblicken ist und dieser die Genehmigung doch noch erteilt wird. Jedenfalls beweist sie. daß man einer Gründung des Hern Dr. Nossisr auch in leitenden türkischen Kreisen nicht .dasjenige Vertrauen entgegenbringt, von dem in Herrn Dr. Nossigs Prospekt so stark die Rede war. Rituell lebende jüdische Soldaten in Bayern. Das bayerische Kriegsministerium hat im Januar folgenden Erlaß veröffentlicht (Nr. 106.774): „Es ist nichts dagegen zu erinnern, daß einzelne Mannschaften israelitischen Bekenntnisses auf Antrag unter Berufung auf die Religionsgesetze — soweit es die dienstlichen Verhältnisse nach dem Ermessen des Truppenkommandeurs gestatten — von der Teilnahme an den gemeinsamen Speiseeinrichtungen entbunden werden. Der Antragsteller hat jedoch glaubwürdig nachzuwiesen, daß er auch vor seinem Dienstantritt nach den religiösen Speisegesetzen gelebt hat. Wenn es die örtlichen Verhältnisse erlauben, und Unzuträglichkeiten daraus nicht entstehen, kann solchen Mannschaften auch gestattet werden, sich rituell zubereitete Speisen in die Kaserne zusenden zu lassen. Die Höhe der Geldabfindunc: zur Selbstbeköstigung richtet sich nach Ziffer 3 des K. M. C. vom 21. 10. 1915, Nr. 99.063. — V. Bl. S. 962/963. I. V.: Frhr. v. Speidel." Cognac Macholl München den besten französischen Marken ebenbürtig — überall erhältlich) Eigene Verkaufsstelle: Karlsplatz 25 (HotelKöoigsho/ Neue jüdische Bildungsinstitute im besetzten Polen. In den besetzten polnischen Gebieten sind, mit Zustimmung der deutschen Verwaltung, eine Reihe neuer jüd. Bildungsanstalten und Vereine begründet worden: In Warschau wurden auf Veranlassung der deutschen Behörden Fortbildungskurse in jidischer und hebräischer Sprache für jüdische Volksschullehrer eröffnet. die aus öffentlichen Mitteln erhalten werden. Beschlossen wurden von jüdischer Seite die Gründung eines Allgemeinen Synagogenverbandes und einer Ligazur Bekämpfung der Kindersterblichkeit unter den Juden. Das Auskunftsbureau für jüdische Auswanderer eröffnete englische Sprachkurse für Leute, die nach dem Kriege nach Ländern des englischen Sprachgebietes auswandern wollen. Ferner wurde in Warschau eine ..Jüdische Genossenschaft für graphische Berufszweige" gegründet. Die „Gesellschaft zur Verbreitung von Handwerk und Landarbeit unter den Juden" eröffnete eine Schule für Weberei und eine solche für Innendekoration. In Pruschani \vurde die erste jüdische Volksschule mit jidischer Unterrichtssprache eröffnet. In Kolno und M a k o w wurden jüdische Literaturvereine begründet. In B i a 1 i s t o k und L u b 1 i n wurden drei neue jüdische Gymnasien für Knaben und Mädchen eröffnet. Ferner trat dort ein jüdisches F r a u e n h i 1 f s k o m i t e e zusammen, das mit neutralen Ländern in Verbindung steht. Eine Reihe vom Waad-ha-Kahal gegründeter Konsumvereine werden von den deutschen Behörden eifrig unterstützt. Die deutsche Regierung scheint also der dringenden Notwendigkeit der Schaffung von jüdischen Instituten das erforliche Verständnis entgegenzubringen. Ein amerikanischer „Judentag". Wie das in New-York erscheinende ..Jüdische Tageblatt" meldet, ist auf Anregung des amerikanischen Kriegshilfs-Komitees dem Präsidenten Wilson der Vorschlag gemacht worden, seine Zustimmung zu einem .Judentag" zu geben, an dem allenthalben in den Vereinigten Staaten Sammlungen zugunsten der. jüdischen Kriegsopfer veranstaltet werden sollen. Senator Stone vom Auswärtigen Amt hat den Vorschlag in Empfang genommen. Intervention der amerikanischen Regierung zugunsten eines Rabbiners. Das New-Yorker jüdische Tageblatt „Wahrheit" meldet, daß die amerikanische Regierung bei der russischen die Freilassung des galizischen Rabbiners Josef Landau beantragt hat, der als Geisel nach Rußland verschleppt wurde. Sitzung der Knights of Zion in Amerika. Am 5. Januar fand in Chicago die Jahressitzung der zionistischen Föderation „Knights o f Z i o n" statt. Der Verein hat gegenwärtig 53 Gruppen mit etwa 3000 Mitgliedern. Er hat im Laufe des Jahres 9000 Dollar für den iüdischen Nationalfonds und 1000 Dollar an Schekekeldern aufgebracht. Bei einer am Eröffnungstage veranstalteten Massenversammlung unter dem Vorsitz von N. D. Kaplan sprachen Richter Julius M a c k , Dr. Schmarl ah Levin und Herr Louis B r a n d e i s. Bei den Neuwahlen wurde Herr Max Schulmann zum Präsidenten gewählt. Unter den angenommenen Resolutionen befand sich eine zur Gründung einer hebräischen Wochenschrift. Ferner wurde beschlossen, die Einberufung eines jüdischen Kongresses auf nationaler Grundlage in Amerika zu unterstützen.