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Das jüdische Echo · 1916-02-04 · 5 (4.2.1916) · p. Seite 36

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
3 (1916)
Issue
5 (4.2.1916)
Date
1916-02-04
Page
Seite 36 (sequence 4)
Language
German
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86 Das Jüdische Echo verhelfen, damit die großen, schreienden Ungerechtigkeiten in der Behandlung der Juden in Rußland und Rumänien beseitigt werden. Zur Abhilfe der augenblicklichen Not der vom Krieg betroffenen Juden in Europa hofft man in den Vereinigten Staaten fünf Millionten Dollar durch Sammlung der dort ansässigen Juden aufzubringen. Die Sammlung begegnet keinen größeren Schwierigkeiten. Als ich New-York am 4. Dezember verließ, waren bereits drei Millionen Dollars gezeichnet. Jacob Schiff hat allein eine Million Dollars gegeben, Nathan Strauß 500,000 Rubel. Jacob Strauß ebensoviel. Guggenheim 200,000, Bankier Seligmann 200,000 und die Bankiers Kuhn, Löb & Co. 500,000 Dollars. Was seitdem gezeichnet worden ist, weiß ich nicht, aber es wird nicht wenig sein. Im Frühjahr wird in den Vereinigten Staaten ein großer jüdischer Kongreß tagen, auf dem die Disposition der eingegangenen Geldmittel und andere praktische Maßnahmen diskutiert werden sollen. Was später geschehen wird, ist noch ungewiß. Aber was auch geschehen mag, die amerikanischen Juden werden ihre europäischen Glaubensgenossen nicht verlassen. Welt-Echo Botschafter Morgenthau auf Urlaub. Wie die Zeitungen melden, hat der amerikanische Botschafter in Konstantinopel, Herr Henry Mergenthau, eine Urlaubsreise nach Amerika angetreten. Herr Morgenthau, der mit der Wahrnehmung der Interessen aller Ententestaaten beauftragt ist, hat sich, besonders seit Kriegsbeginn, jederzeit in wärmster Weise der jüdischen Interessen in der Türkei angenommen. Ein Zionistenführer im Obersten Gerichtshof. Einem Telegramm der „Frankfurter Zeitung" zufolge wurde der bekannte Reformer Louis B r a n d e i s , der seit einiger Zeit einen entscheidenden Einfluß auf die zionistische Bewegung in den Vereinigten Staaten gewonnen hat, zum Mitglied des Obersten Gerichtshofes ernannt. Brandeis stammt von in Deutschland geborenen Eltern ab und hat eine Dresdner Schule besucht. Seine Ernennung wird von den Trusts stark bekämpft. Die österreichischen ,.Blau-Weiß"-Vereine. Aus Österreich wird berichtet, daß die dortigen „Blau- Weiß"-Vereine dem k. k. Reichsbund der patriotischen Jugendorganisationen Österreichs beigetreten sind. Dieser Schritt ist offenbar darauf zurückzuführen, daß der österreichische Staat in heutiger Zeit von allen bestehenden Jugendvereinen erwartet, daß sie die Wahrung der Interessen des Staates (die in diesem Falle in der Ertüchtigung der jüdischen Jugend liegen) zu ihren Aufgaben hinzurechnet. Herrn von Tschirschkys Soende für das zionistische Ambulatorium. Das zionistische Zentralbureau in Wien richtete sofort nach Kriegsausbruch ein Armenambulatorium ein. zu dessen Gunsten bisher über 50.000 Kronen gesammelt worden sind. An den Spenden ist auch der deutsche Botschafter in Wien, Herr v. Tschirschky, mit einer größeren Summe beteiligt. Eine Prozentnorm in — Holland. Wie aus New- York berichtet wird, soll die holländische Regierung eine Verordnung erlassen haben, daß nur 5% der an holländischen Hochschulen eingetragenen Studenten russischer Nationalität sein dürfen. In der Praxis werden von dieser Bestimmung natürlich nur russische Juden betroffen. Der deutsche Generalgouverneur in der Warschauer Synagoge. Am Freitag der letzten Woche kündigte ein Offizier dem Rabbiner der Warschauer Synagoge in der Tlumaczka-Gasse den Besuch des deutschen Generalgouverneurs an. Herr v. B eseler erschien mit zwei Adjutanten, dem Gouverneur v. E t z d o r f f, dem Kurator der Hochschulen Grafen Hütte n- Czapski, Polizei - Präsidenten v. Glasen a p p, dem Grafen Lerchenfeld und dem Reichtagsabgeordneten und Referenten für das jüdische Kultuswesen in Polen Dr. Haas sowie einigen Damen. Die Gäste wurden von den Vorständen der Synagoge empfangen; sie blieben bis zum Ende des Gottesdienstes, nach dessen Beendigung sie den Synagogenvorständen sowie dem Oberkantor Siroto ihren Dank aussprachen. Russische Regierungsspende für die jüdischen Flüchtlinge. In Beantwortung einer Petition seitens des Petersburger jüdischen Hilfskomitees hat die russische Regierung bechlossen, eine Million Rubel zur Bekleidung der jüdischen Flüchtlinge zu bewilligen. Slobotke. Der hochsinnige deutsche Kommandant von Slobotke bei Kowno, Major v. Struensee, der aus den Berichten der zurückgebliebenen Einwohner die hohe kulturelle Bedeutung der vom Kriege zertrümmerten weitberühmten Jeschiwah von Slobotke erkannte, äußerte den Wunsch, daß diese alte Stätte jüdischen Geisteslebens doch so bald wie möglich wieder erstehen möge, er selbst werde alles, was in seinen Kräften stehe, tun, um dies zu ermöglichen. Dank dem Eingreifen des Herrn Feldrabbiners Dr. Rosen ak, der sich mit einer Darlegung der Verhältnisse an die Zentrale der „Agudas Jisroel" in Frankfurt a. M. wandte, hat diese Organisation beschlossen, durch Bewilligung einer größeren Summe die Verwirklichung des Planes zu erzielen. Mit der Instandsetzung des Jeschiwahgebäudes, das durch den Krieg stark gelitten hatte, ist bereits begonnen worden; ein Teil der in alle Welt zerstreuten Zöglinge ist zurückgekehrt. Das Jüdisch-Amerikanische Hilfskomitee. Bei einer Massenversammlung in New-York, in der Augenzeugen das Elend der vom Kriege betroffenen Juden schilderten, sollen, nach Meldungen englischer Zeitungen, kürzlich 250.000 Pfund für das Jüdisch-Amerikanische Hilfskomitee gesammelt worden sein. Cognac Macholl München den besten französischen Marken ebenbürtig — überall erhältlich Eigene Verkaufsstelle: Karlsplatz 25 (HotelKönigshof)

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