Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 43 (29.10.1915)
- Date
- 1915-10-29
- Page
- Seite 361 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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halten, die verjagt werden müssen; dazu reichten aber die vorhandenen Schutzmänner nicht aus; es empfehle sich nämlich, öfter Treibjagden auf die Juden vorzunehmen (denn die Juden lassen sich nicht leicht gefangen nehmen und „verflüchtigen" sich oft, wenn man sie festnehmen möchte — bekannte jüdische Schlauheit und Frechheit" . . .), kurz, es seien neue Schutzmänner für diese „jüdische Angelenheit" nötig — die jüdischen Kassen sollen dementsprechend auch die Ausgaben vergüten! . . . (Fortsetzung folgt.) Bayerische Spendenliste für das Hilfswerk in Palästina Für das von den Palästinaorganisationen Deutschlands veranstaltete Hilfswerk sind nach dem ersten Spendenausweis M. 50.000.— eingegangen. Die Not in Palästina erfordert, wie aus allen zu uns gelangenden Berichten, von denen viele auch im „Jüdischen Echo" zu lesen waren, hervorgeht, die Sammlungen in weitem Umfange fortzusetzen. Deshalb haben sich einige angesehene Mitglieder der Münchener Gemeinde veranlaßt gesehen, den Aufruf zum „Hilfswerk für Palästina" mit ihrem Namen nachdrücklichst zu unterstützen. Das „Bayerische Komitee für das Palästinahilfswerk" besteht aus den Herren Professor Benno Becker, Professor Dr. Arthur Cohen, Bankier A n g e 1 o Feuchtwang er, Justizrat Dr. Emil Frankel, Privatier Jakob F r ä n k e 1, Rechtsanwalt Dr. Jakob Goldschmidt, Rechtsanwalt Dr. E1 i a si S t r a u s , Privatdozent Dr. Karl S ü ß h e i m , Fabrikbesitzer Dr. Ludwig Wassermann, Redakteur N o r( b e r t W e 1 d 1 e r. In Nummer 29 des „Jüdischen Echos" waren bereits Spenden in Höhe von M. 3476.75 ausgewiesen. Heute sind wir in der Lage unsere bayerische Spendenliste um ein Beträchtliches zu ergänzen. Es gingen ein aus: Alzenau: Kultusvorst. Isidor Hamburger 2 —M. Aschaffenburg: Otto Wolfsthal . . . 20.— „ Aufseß: Israelitische Kultusgemeinde . 12.— „ Augsburg: Dr. A. Neumeyer .... 10.— „ Jakob Binswanger & Co..... 50.— „ Bamberg: Max Hirnheimer .... 10.— „ Lehmann Fleischhacker..... 5.— „ Gebr. Neuburger........ 20.— „ Burgkundstadt: Durch W. Lazarus . . 10.— „ Buttenwiesen: Israel. Kultusgemeinde . 25.— „ Demmelsdorf: Abr. Heimann (durch Dr. A. Eckstein)........ 30.— „ Ebelsbach: L. Wolfromm..... 15.— „ Fürth i. B.: Isr. Kultusgemeinde . . . 50.—• „ Geldersheim: B. Weichselbaum . . . 3 — „ Heidingsfeld: Isr. Kultusgemeinde (gesammelt durch Vorstand J. Dessauer) 10.75 „ Karlstadt a. M.: W. Frankel .... 5.— „ Laudenbach b. Karlstadt: H. Oppenheimer ............ 50.— „ Lohr a. Main: Durch Bernhard Hirsch 12.— „ Memmingen: Isr. Kultusgemeinde . . 60 — „ Miltenberg a. M.: Isr. Kultusgemeinde (durch Vorstand W. Grünstein) . . 18.— „ München: Professor Cohen-Pullach . 10.— „ Meier Männlein.......• 5-— » Rechtsanwalt Jacob Goldschmidt . 5 — „ Gusta Strumpf ........ — » Adolf Mysliborsky....... 6.— „ Mutterstadt: Isr. Kultusgemeinde (durch M. Rosenstiel)......... 25 —M Neustadt a. S.: Isr. Kultusgemeinde . . 10 — ,' Nördlingen: Isr. Kultusgemeinde (gesammelt durch Lehrer Strauß . . . 483.— „ Nürnberg: Dr. H. Gessner..... 20.— „ Siegfried Schwab (Monatsrate für August)........... 5._ Max Katzenberger....... 10.— „ Wolf Ulimann......... io._ „ J. Lautmann......... io.— „ Regensburg: Samuel Grünhut . . . 5.— „ Rodalben: Isr. Kultusgemeinde (durch Josef Samuel)......... 14.— Scheinfeld: Isr. Kultusgemeinde (durch A. Schönfärber)........ 90.— „ Schweinfurt: Gebrüder Bildstein . . . 10.— „ Tauberrettersheim: Jakob Seemann jr. (durch Karl Beg)....... 3.— „ Unsleben: Isr. Kultusgemeinde . . . 20.— „ Aus dem Felde: Unterarzt Benedikt Nußbaum aus München..... 30.— „ Leutnant der Res. Willy Wolff, Kunstmaler aus München...... 10.— „ 1199.75 M. Spenden laut Ausweis von Nr. 29 des „Jüdischen Echos"...... 3476.75 „ Insgesamt 4676.50 M. Der Verlag des „Jüdischen Echos", München, Herzog Maxstr. 4 (Postscheckkonto 3987) und das Bankgeschäft J. L. Feuchtwanger. München, Dienerstr. 11 Postscheckkonto München: 552) sind gerne bereit weitere Spenden entgegenzunehmen. Vorgedruckte Zahlkarten werden auf Verlangen vom Verlag des „Jüdischen Echos" zugestellt. Feuilleton Warum Motele nicht in den Cheder gehen will Nach dem Jüdisch-Deutschen des J. D i n e s 0 h n von Hugo Zuckermann. (Schluß.) Erst am nächsten Morgen, als er schon mit dem Frühstück in der Hand das Haus verließ, um in den Cheder zu gehen, fielen ihm plötzlich des Freundes Worte ein, daß der Freund ihm bös sein werde, wenn er die Worte nicht mehr kennen würde. Plötzlich blieb er beim Tore stehen, als hätte er etwas verloren. Er runzelte die Stirn und wühlte in seinem Gedächtnisse, aber die Worte waren ihm entfallen. Sie lagen ihm auf der Zunge, aber er brachte kein Wort heraus. Niemals schien ihm der Cheder so finster und schrecklich, und niemals wäre er lieber zu Hause geblieben als jetzt. Er stand wie festgewurzelt und wußte nicht aus noch ein. Da flogen einige Vöglein vorbei und ließen sich im Garten nieder. Traurig blickte er ihnen nach und beneidete sie, weil sie keinen Cheder haben, keinen Rebben, keinen Freund und keine Übersetzungen. Ohne langes Besinnen nahm er den Weg statt in den Cheder direkt in den Garten. Da vergaß er bald seine Sorgen und kümmerte sich nicht darum, was wohl die Mutter sagen werde. ,; .....