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Das jüdische Echo · 1915-08-13 · 32 (13.8.1915) · p. Seite 258

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
32 (13.8.1915)
Date
1915-08-13
Page
Seite 258 (sequence 6)
Language
German
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258 Das Jüdische Echo Nr. 32 Literarisches Echo Dr. Schmarja Lewin: In Milchome-Zait e n (Blätter eines Tagebuches). Herausgegeben von der amerikanischen Zionisten-Föderation, New-York 1915. 8°. 317 S. (Jiddisch). Eine Sammlung mustergültiger Aufsätze über zionistische Zeit- und Streitfragen. Geschrieben für die Augenblickswirkung einer Tageszeitung (hauptsächlich der New-Yorker „Wahrheit' ) und unter dem Eindruck der sich drängenden Kriegsereignisse, haben diese Aufsätze und Abhandlungen trotzdem viel Bleibendes, Absolutes an sich. Auch wenn der Kanonendonner verhallt sein wird und die Welt wieder ihren ruhigen Gang geht, werden Lewiiis Artikel nicht ihre Bedeutung und Eindringlichkeit verlieren. Denn seine Gedanken sind im Grunde Gedanken für die Zeit nach dem Krieg. Lewin vergießt nicht Tränen über das Versäumte, er zeigt den Weg, den wir in Zukunft zu beschreiten haben. Jeder Aufsatz spricht von ihm: dem Weg des konsequenten jüdischen Nationalismus. Kurz, scharf und geistreich ist Lcwins Stil, voll von treffendem Witz, von kunstvoll eingeflochtenen Geschichten, glühend von Herzlichkeit und innerer Wärme. Die Artikelserie „Unser eigene Milchome" beschäftigt sich mit dem bekannten „Sprachenkampf", bei dem Lewin ja einer der Hauptbeteiligten war. Sie ist ein psychologisches Meisterwerk. Der Sprachenkampf wird in ihr zum Symbol des gewaltigen Ringens und Werdens der jüdischen Nation. Viel Beachtung finden sicher auch diejenigen Stellen, wo der Zionist Lewin sich mit den übrigen jüdisch - nationalen Parteien und Gruppen auseinandersetzt. Im ganzen ein Buch, das uns nicht nur über die zionistischen Probleme und Kämpfe der letzten Jahre Aufklärung gibt, sondern vor allem einen Einblick in die Seelenverfassung der heutigen amerikanischen Ostjuden gewährt. Denn aus der Art, wie ein Agitator zu seinem Publikum sprechen darf, lassen sich Schlüsse auf die Beschaffenheit des Publikums selbst ziehen. Welt-Echo Eine Yacht als Geschenk eines amerikanischen Philanthropen für das Palästina - Hilfswerk Die durch den Krieg hervorgerufene Not in Palästina, die noch dazu durch eine furchtbare Heuschreckenplage gesteigert worden ist, hat überall zur Organisierung großer Hilfsaktionen für Palästina geführt. Jüdische Kreise, die in engster Verbindung mit der jüdischen Kolonisation in Palästina und der gesamten jüdischen Bevölkerung im heiligen Lande stehen, haben diese Organisation in allen Ländern durchgeführt. Von Amerr i k a sind die ersten großen Unterstützungen nach Palästina abgegangen, u. a. auch schon vor längerer Zeit ein Lebensmitteltransport auf einem amerikanischen Regierungsdampfer. Vor kurzem hatte in B o s t on die Jahreskonferenz der amerikanischen Zionisten stattgefunden, die eine große Demonstration für die zionistische Bewegung darstellte. An der Konferenz nahmen von bekannten jüdischen Persönlichkeiten Herr Dr. Schmarja Lewin, Mitglied des Berliner Aktionskomitees der zionistischen Organisation, der Hauptführer der amerikanischen Zionisten, der bekannte demokratische Politiker Louis Brandei s, der bekannte amerikanische Philanthrop Nathan Straus, der Bruder des früheren amerikanischen Botschafters in Konstantinopel u. a. m. teil. Herr Nathan Straus, der sich schon bisher an der jüdischen Hilfsaktion für Palästina beteiligt hatte, tat sich auch diesmal durch eine großherzige Spende hervor, indem er dem Hilfswerk für Palästina seine kostbare Privatyacht zum Geschenk machte. Er richtete an Herrn Louis Brandeis, den Vorsitzenden des provisorischen Komitees für zionistische Angelegenheiten in Amerika, den folgenden Brief: „Sehr geehrter Herr Brandeis! In diesen Tagen der Einsternis für alle Menschlichkeit und für unsere Brüder im besonderen hat die Frage der Hilfeleistung für die allgemeine Not, insbesondere im heiligen Lande, eine unvergleichliche Bedeutung erlangt. Es ist zur zwingenden Pflicht für jeden einzelnen geworden, Opfer zu bringen oder wenigstens auf manchen Luxus zu verzichten, um dort Hilfe zu leisten, wo sie am meisten nottut. Die Welt ist mein Land; Gutes zu tun, ist meine Religion. Ich habe mich darum entschlossen, dem provisorischen Komitee für allgemeine zionistische Angelegenheiten, meine Yacht, die „Sisilina" zum Geschenk zu machen, von der ich" eine Beschreibung mitschicke. Ich habe diese Yacht Maklern zum Verkauf übergeben, so daß das erlöste Geld so schnell wie möglich zur Hilfeleistung für die dringende Not zur Verfügung steht. Die Verkaufsverhandlungen werden Sic selbst in der Ihnen am geeignetsten Weise zu Ende führen können. Ich habe einen tiefen Eindruck von der Art der Haltung, in der Sie immer in erster Linie für Recht und Gerechtigkeit gestanden haben und darum nehme ich mir die Freiheit, Sie zu bitten, diese Gelder zu verteilen, denn ich bin sicher, daß Ihre Kenntnis der Dinge Ihnen ermöglicht, den besten Gebrauch davon zu machen." In Deutschland haben sich zum Hilfswerk für Palästina sieben jüdische Organisationen zusammengeschlossen, deren Sammlung schon über 52.000 M. ergeben hat. Das V e r t e i 1 u n g skomitee in Palästina, dem sowohl die aus Amerika als auch aus Deutschland, Österreich usw. zugehenden Gelder überwiesen werden, besteht aus Vertretern aller jüdischen Richtungen. An seiner Spitze steht Herr Dr. Arthur R u p p i n in Jaffa. Zum Empfang, zur Weiterleitung und zum Ausweis von Spenden ist der Verlag des „Jüdischen Echos" gerne bereit. * * * Nathan Strauß über die reichen Juden. Nathan Strauß hielt eine scharfe Rede gegen die reichen Juden, die hinsichtlich Palästinas und anderer Zwecke ihre Pflicht vernachlässigen. Herr Strauß erklärte, daß zur Linderung der jüdischen Not, die aurch den Krieg entstanden ist, 10 Millionen Dollar nötig seien. Hebräisches Theater in New-York. Der Verein „Habima" bemüht sich jetzt in New-York ein hebräisches Theater zu gründen. Einige hebräische Einakter wurde unter der Regie des Herrn Harari aus Palästina mit Erfolg aufgeführt. Hehräische Jugendzeitschrift. Der Lehrerverband in New-York hat die Absicht, dort eine hebräische Wochenzeitschrift für Kinder unter dem Namen „Haabib" herauszugeben. Neue hebräische Wochenschrift. Binnen kurzem soll in W i 1 n a eine neue hebräische Wochen-

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