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Das jüdische Echo · 1915-07-16 · 28 (16.7.1915) · p. Seite 224

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
28 (16.7.1915)
Date
1915-07-16
Page
Seite 224 (sequence 4)
Language
German
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221 Das Jüdische Echo Nr. 28 werden zu gründe gehen — d. h. man muß sie von neuem pfropfen. Jetzt ist die Hauptsache die Bearbeitung. Man muß umgraben und pflügen, um die Feuchtigkeit zu bewahren; auch wird man den Sommer über zweimal bewässern müssen. Vom Geflügel starben plötzlich fünfzig Tiere, sie hatten zuviel Heuschrecken gefressen und haben keinen Schutz mehr gegen die glühende Sonne. In den Dörfern herrscht eine Viehseuche. In einem Dorf verendeten zwanzig Tiere. Wir haben wie in jedem Sommer zur Seuchezeit die Sperre durchgeführt. Aber gegen die Heuschrecken gibt es keine Sperre und sie können leicht die Seuche übertragen. Man muß auf alles gefaßt sein. Pethach-Tikwah. Die Lage ist sehr schlecht. Alle Anspannung und Konzentration der Kräfte vermochten nicht dem Schädling den Weg zu verlegen. Täglich kommen neue Schwärme und schädigen Bäume und Früchte. In den ersten Tagen glaubte man der Gefahr Herr zu werden und in der Tat vernichtete man die lokalen Schwärme. Aber gegen die mächtigen Schwärme, die täglich aus der Umgebung kommen, nützt keine noch so energische Abwehr und alle Bemühung ist fast umsonst. Die Bäume werden immer mehr zerfressen und abgenagt, das Grüne verschwindet und selbst die Gärten rings um den Häusern sind verwüstet. Die Stimmung in der Kolonie ist sehr gedrückt. E n - G a n n i m. Es gelang in gewissem Maße die Pflanzungen durch ununterbrochene fleißige Arbeit zu retten. Während in den ersten Tagen die Verzweiflung überhand nahm und die Arbeit lässig betrieben wurde, hofft man jetzt im Gegenteil die Krise zu überstehen. Der Schaden ist nicht besonders groß. Rechoboth. Während man in den ersten Tagen dachte, daß es schon gelungen sei, die Weinberge und Pfanzungen zu säubern und dem Feind Herr zu werden, verschlimmerte sich die Lage in den letzten Tagen. Die Zerstörung ist groß. Gegen die neuen Heuschreckenschwärme, die täglich aus der Umgegend kommen, läßt sich nicht ankämpfen. Alles wird allmählich aufgefressen und ma% hat schon fast die Hoffnung aufgegeben, irgend etwas zu retten. Neß-Zionah. Auch hier ist die Zerstörung furchtbar. Die meisten Pflanzungen sind abgefressen und es blieben kahle Stöcke, ohne Blätter, ohne Frucht und manchmal sogar ohne Rinde. Die Verzweiflung in der Kolonie ist sehr groß. Rischon-Lezion. Die Lage ist etwas erträglicher als in allen übrigen Kolonien Judäas. Der Schaden ist zwar groß genug, aber verhältnismäßig geringer als in den anderen Kolonien. Der Kampf gegen die Heuschrecken ist so gut wie eingestellt, denn jede Arbeit ist umsonst, solange nicht die Invasion neuer Schwärme aus der Umgegend aufhört. C h e d e r a. Auch von Chedera wird vollkommene Verwüstung gemeldet. Man rechnet im allgemeinen mit einem bisherigen Schaden von 50 bis 70 Prozent. Es läßt sich zurzeit schwer beurteilen, ob es sich dabei um einen Sachschaden oder nur um den Ernteertrag für ein oder zwei Jahre handelt. Aber noch besteht die große Gefahr, und wenn die Verwüstungen fortdauern und auch die Rinden der Bäume angegriffen werden, so sterben die Bäume ab, ohne sich zu erholen. An einigen Orten ist in den letzten Tagen bereits die dritte Generation entstanden. Die erste Generation ist bereits herangewachsen und vermag schon die Flügel zu heben. Man glaubt, daß sie in einigen Tagen fliegen kann und dann das Land verläßt. Vom Jüdischen Nationalfonds Im Juni dieses Jahres haben die Eingänge an Spenden insgesamt 55.208 Mk. betragen. Die Einkünfte des NF im 1. Halbjahr 1915 haben nunmehr die Höhe von 211.840 Mk. (1. Halbjahr 1914: 366.958 Mk.) erreicht; gewiß ein befriedigendes Ergebnis angesichts der durch den Weltkrieg entstandenen Schwierigkeiten. Es ist begreiflich, daß die NF-Eingänge in den unmittelbar vom Kriege berührten Ländern eine Einbuße erlitten haben. Es ist aber bezeichnend, daß fast nirgends: die Sammelarbeit unterbrochen wurde. In den Vereinigten Staaten ist ein erfreulicher Zuwachs von 50 Prozent gegenüber dem Vorjahre festzustellen. Auf die einzelnen Landessammelanstalten des Nationalfonds verteilen sich die Halbjahreseingänge folgendermaßen: Nordamerika 112.152 Mk., Deutschland 24.014 Mk., Österreich 19.813 Mk., Rußland 17.971 Mk., Rumänien 8548 M., Canada 7742 Mk., Holland 6773 Mk., England 5302 Mk., Argentinien 1759 Mk., Griechenland 1747 Mk., Italien 1509 Mk., Schweiz 1382 Mk., Frankreich incl. Tunis 673 Mk., Australien 466 Mk., Südslavische Länder 429 Mk., Bulgarien 404 Mk., Schweden 375 Mk., Dänemark 343 Mk., Ostasien 224 Mk. und Ägypten 214 Mk. Seit Beginn dieses Jahres sind die Einnahmen des Nationalfonds von Monat zu Monat gewachsen. Sie bezifferten sich im Januar auf 20.094 Mk., Februar 22.406 Mk., März 30.223 Mk., April 41.647 Mk., Mai 42.262 Mk. und schließlich im Juni auf 55.208 Mk. Der Erfolg der NF-Sammlungen in Amerika ist nicht in letzter Linie das Resultat* der dort veranstalteten Blumen- und Flaggentage. Aber auch in allen anderen Ländern wird unermüdlich für den NF gearbeitet. Feldzugsteilnehmer von allen Fronten schicken regelmäßig Spenden ein, und es ist wert, verzeichnet zu werden, daß sogar die aufs schwerste heimgesuchte jüdische Bevölkerung im russischen Operationsgebiet bislang nicht aufgehört hat, zum NF beizusteuern. Die ununterbrochene Sammeltätigkeit für den NF hat es ihm ermöglicht, für die Erhaltung seiner Wirtschaften zu sorgen und auch Notstandsarbeiten (Häuser- und Wegebauten) zu unternehmen. Von welcher Bedeutung die landwirtlichen Betriebe des NF schon jetzt für die Lebensmittel-Versorgung Palästinas sind, ergibt sich aus folgenden Tatsachen: Bei Beginn der Wirtschaftskrise verfügten die 'genossenschaftlichen NF-Betriebe Dagania, Merchawja, Hattin, Kinereth und Mesra über insgesamt 556.865 kg Weizen. Für die Versoneung der Städte und einiger Pflanzungskolonien Wurden 364.200 kg benutzt, während der Rest von 192.665 kg für die Verproviantierung der Farmen selbst und die Unterhaltung der bei den Notstandsarbeiten beschäftigten Arbeiter verwendet wurde. Es erhielten zu sehr mäßigen Preisen: Jaffa 122.100 ikg, Jerusalem 162.600 kg, Haifa 17.500 kg, die Kolonien Judäas 57.000 kg und die Kolonien Galiläas 5000 kg. Auch in diesem Jahre werden die Getreide-Vorräte, die jetzt eingebracht werden, zur Versorgung der jüdischen Bevölkerung in den Städten und Kolonien dienen. Außerdem wurde auf den Ländereien des NF der Anbau von Gemüse planmäßig gefördert, während die Farm Benschemen und die Genossenschaft Merchawjah die benachbarte jüdische Stadtbevölkerung mit Milch versorgten. Es ist zu erwarten, daß es dem NF durch steigende Spendeneingänge ermöglicht werden wird, auch

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