Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 22 (4.6.1915)
- Date
- 1915-06-04
- Page
- Seite 179 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Nr. 22 Das Jüdische Echo 179 % IS iLJ* Hatte fc f id aus öt~ er v, Ulk llen [m Da Kfr iie Jf $ fjfj*1 •"Urt <Ä ji^Jef511! irii^V und jetzt wieder zu den beiden: „Ihr Bürschchen!" Und jetzt wieder zu Hans: „Lauf voraus zu Kaufmann Bylack! Daß man solchen Gesellen noch eine neue Mütze kaufen muß! Ich laß euch beide einsperren!" Und Hans ging ganz bescheiden einige Schritte seinem Vater voraus und dieser folgte ihm auf den Fersen. (Schluß folgt.) Gemeindenu. Vereins-Echo Berlin. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina versendet seinen Jahresbericht, dem wir folgendes entnehmen: „Die erfreuliche Entwicklung, die unsere Spitzen-Ateliers zu Beginn des Jahres genommen hatten, wurde schon im August durch den Ausbruch des europäischen Krieges jäh unterbrochen. Frl. Perlmann, die als Leiterin der Ateliers Jaffa, Safed und Tiberias, für uns aus Deutschland nach Palästina gegangen war, hat im August ihre Tätigkeit wieder aufgegeben, da sie sich der Unmöglichkeit bewußt wurde, in dem Maße zu arbeiten, wie sie es wünschte und es als ihre Pflicht ansah. Mit dem Ausbruch des Krieges wurde es auch unmöglich, soviel Qeld nach Palästina zu schicken, wie es zur Aufrechterhaltung sämtlicher Ateliers nötig gewesen wäre. Die verfertigten Spitzen konnten nicht mehr aus Palästina ins Ausland versandt werden und zudem mußten wir hier, besonders in den ersten Kriegswochen, damit rechnen, daß auch der Verkauf dieser Luxusware ganz aufhören würde. Dazu kam noch, daß wir von einem großen Teil unserer Mitglieder durch den Krieg vollständig abgeschnitten wurden. — Selbstverständlich können unsere Mitglieder in Rußland, England usw. keine Zahlungen an uns leisten und aus den durch den Krieg besonders mitgenommenen Gebieten, wie Galizien und Polen, können wir gewiß für lange Zeit hinaus auch keine Unterstützung erwarten. Wir hofften erst, durch Zuwendungen aus Amerika,. die Ateliers in Safed und Tiberias, die bis dahin der Fürsorge Moskaus oblagen, erhalten zu können; aber als dann auch die Türkei in den Krieg eingriff und die Beaufsichtigung der beiden Ateliers, die von Jaffa aus stets geschah, unmöglich wurde, mußten wir uns der Notwendigkeit fügen, und zu unserem großen Bedauern diese Ateliers schließen. Momentan arbeiten nur unsere Mädchen in Jaffa — nach den Berichten sind es ungefähr 26 — unter der Leitung von Fräulein Schreiber. Frau H o o f i e n in Jaffa hat sich in liebenswürdiger Weise bereit erklärt, unsere Interessen zu vertreten. Die Arbeiten können natürlich jetzt nicht nach Europa geschickt werden, da die türkische Post keine Wert- und Einschreibepakete annimmt und bleiben daher bis auf weiteres im Lande. Wir können nur die Spitzen verkaufen, die wir vor Ausbruch des Krieges bereits in Europa auf Lager hatten. Da Ausstellungen und ähnliche Privatverkäufe nicht stattfinden, sind wir nur auf den Absatz durch Geschäfte angewiesen. Dieser Absatz nimmt aber trotz der schweren Zeiten, in Deutschland nud Oesterreich-Ungarn einen über Erwarten guten Verlauf. Das gibt uns die Hoffnung, daß wir später, wenn normale Zeiten wieder eingekehrt sein werden, mit einem neuen Aufschwung unserer Spitzenproduktion werden rechnen können. Ueber unsere Mädchenfarm in Kinereth bekommen wir nur spärliche Berichte. Aus diesen ersehen wir aber, daß die Farm in der Lage ist, weiter zu existieren. Selbstverständlich mußten wir das Budget wesentlich einschränken. Nach dem letzten Bericht von Frau Dr. Maisel-Scho- PALÄSTINENSISCHE SPITZEN aus den Werkstätten des Verbandes jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina. Verkaufsstelle in München: Rosa Klauber, Theatinerstr. 35 chat arbeiten in der Farm 14 Mädchen. Da ziemlich viel Gemüse gepflanzt worden war und auch Eier und Milch auf der Farm vorhanden sind, ist die Lebensführung nicht sehr kostspielig. Frau Dr. Maisei schreibt uns, daß die Arbeit in diesem Jahr besser vorwärts geht, da der Boden zum größten Teil von Ingill (Unkraut) gesäubert ist und ein Teil der Schülerinnen bereits im zweiten Lehrjahr steht, so daß sie die Arbeiten besser verstehen und ausführen. Wir hoffen zuversichtlich, die Farm auch weiter erhalten zu können. Frl. Elfriede Bambus, die ein Jahr lang als zweite Lehrerin auf der Farm tätig war, hat im November Palästina verlassen, da sie seit dem Kriegsausbruch keine richtige Tätigkeit für sich im Lande mehr sah. Das Krankenhaus in Haifa mußte geschlossen