Mannheim
Compact Memory

Das jüdische Echo · 1915-06-04 · 22 (4.6.1915) · p. Seite 180

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
22 (4.6.1915)
Date
1915-06-04
Page
Seite 180 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/9072829-9102856-9115351--00361-9073188
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

180 Das Jüdische Echo Nr. 22 werden, da sein Leiter, Herr Dr. Elias Auerbach, als Militärarzt in Deutschland Dienste tut. (In Heft 10 des vorigen Jahrgangs beschrieb Herr Dr. Auerbach, wie wohl erinnerlich sein wird, seine „Kriegsfahrt aus Palästina".) Mit dem Ausbruch des Krieges hat unsere Propagandatätigkeit fast ganz „aufhören müssen. Wir hatten im Sommer Vorbereitungen für Propagandatourneen getroffen, die aber dann nicht mehr zur Ausführung kommen konnten. Mit besonderer Befriedigung möchten wir aber konstatieren, daß unsere Mitglieder, soweit wir mit ihnen in Verbindung sein können, zum größten Teil ihre Beiträge abgeführt haben und daß sie trotz der großen Verpflichtungen, die der Krieg ihnen in ihrer nächsten Umgebung auferlegt, ihr Interesse unserer Arbeit in Palästina erhalten haben. Wir hoffen, daß dieses Interesse für unsere Arbeiten auch weiterhin lebendig bleibt und es uns ermöglichen wird, unsere Institutionen die schwere Zeit überstehen zu lassen, damit wir, wenn auch nur zu einem kleinen Teil, dazu beitragen können, der Not, die durch den Krieg in Palästina eingetreten ist, zu steuern. Dann wird es uns; auch in späteren friedlichen Zeiten möglich sein, unser Programm zu verwirklichen und eine Besserung der sozialen Lage der Juden in Palästina mit herbeiführen zu helfen." Berlin. Unter dem Vorsitz des Prof. Philippsohn trat am Dienstag, den 25. Mai, der Ausschuß der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums zu einer Sitzung zusammen. Vor Eintritt in die Tagesordnung dankte Prof. Guttmann-Breslau für die ihm seitens der Gesellschaft durch die Herausgabe einer Festschrift zu seinem 70. Geburtstage bereitete Ehrung. Das Andenken des um die Wissenschaft des Judentums hochverdienten verstorbenen Prof. Abr. Berliner ehrte die Versammlung durch Erheben von den Sitzen. Mit Genugtuung wurde festgestellt, daß das Interesse der Mitglieder an den Arbeiten der Gesellschaft durch den Krieg nicht gelitten habe, indeß auch die Notwendigkeit ausgesprochen, nach dem Kriege durch Gewinnung neuer Mitglieder Ersatz für den Verlust zu schaffen, den die Gesellschaft jetzt durch den Tod so vieler treuer Mitglieder erleidet. Im weiteren Verlaufe der Besprechungen wurde festgestellt, daß die wissenschaftlichen Arbeiten der Gesellschaft im ganzen keine Unterbrechungen erlitten hätten, und beschlossen, diese auch weiterhin mit allen Kräften zu fördern, insbesondere mit Rücksicht auf die große Bedeutung, welche namentlich das Wirken der Gesellschaft für das geistige Leben der jüdischen Gesamtheit besitzt. Im Vertrauen darauf, daß auch in diesen schwierigen Zeiten der Gesellschaft die für ihre Tätigkeit erforderlichen Mittel niemals fehlen würden, bewilligte der Ausschuß aufs neue wie in den Vorjahren eine Reihe von Subventionen, namentlich für diejenigen wissenschaftlichen Unternehmungen, die auf die Unterstützung der Gesellschaft in erster Reihe rechnen. Der Ausschuß beschloß ferner, in diesem Jahre die satzungsgemäße Mitgliederversamlung wieder stattfinden zu lassen; sie soll am 28. Dezember in Berlin statfinden. Herr Prof. Pick-Gotha wird in dieser Versammlung über Jüdische Münzen reden. — Die soeben ausgesprochene Hoffnung darauf, daß das Verständnis für die hohen Aufgaben der Gesellschaft und die Bereitwiligkeit, für diese auch finanzielle Opfer zu bringen, nie versagen werde, fand noch in der Sitzung eine schöne Bestätigung. Herr Prof. Guttmann war in der erfreulichen Lage, der Gesellschaft als Grundstock einer künftig zu errichtenden Stiftung den Betrag von 1000 Mark zur Verfügung zu stellen, den ihm ein hochherziges Mitglied seiner Gemeinde, Herr Lippmann Bloch, an seinem Jubiläum für wisenschaftliche Zwecke zur Verfügung gestellt und denen Herr Rabb. Dr. Werner-München noch 100 Mark hinzugefügt hatte. Floß. Musketier Ludwig Ansbacher fiel in den Karpathen auf dem Felde der Ehre. Frankfurt a. M. Der Vorstand des Allgemeinen Jüdischen Krankenhauses „Schaare Zedek" zu Jerusalem erläßt einen N o t r u f, in dem es heißt: Krankheiten, gesteigert durch Armut und Hunger, haben einen Zustand geschaffen, der Entsetzen hervorruft! Zu allem Unglück ist jetzt eine Flecktyphus-Epidemie ausgebrochen!... Das K. Deutsche Generalkonsulat sowie die K. Deutsche Botschaft in Konstantinopel haben sich in dringenden Telegrammen soeben an uns gewandt, damit wir unsere Hilfe zum Wohle der jüdischen und Gesamtbevölkerung vergrößern." Spenden erbeten an den Kassier, Herrn Karl Mosbacher i. Fa. Pessel u. Cie., Frankfurt a. M. oder Postscheckkonto des Allg. Jüd. Krankenhauses usw., Frankfurt a. M., Nr. 7785. München. Das Eiserne Kreuz erhielt Sanitäter Julius Thalheimer, 2. bayr. Kraftwagentransportzug des Roten Kreuzes, Abt. Dr. Maerckel. Auf dem Felde der Ehre gefallen sind: Schriftsteller Dr. Georg Hecht bei einem Sturmangriff in La Vaux Fery am 14. Mai 1915; Kaufmann Alfred Sterzelbach; Rechtsanwalt Max Kronfelder. Nürnberg. Das Eiserne Kreuz erhielt Oskar Heller, kaufm. Beamter der Fa. Gebr. Bing; das bayer. Verdienstkreuz mit Krone u. Schwertern erhielt Nathan Kahn (K. J. V.), Turnwart des Jüd. Turn- und Sportvereins in Nürnberg. Wasserstrüdingen. Das Eiserne Kreuz erhielt Gottfried Kohn, Offizierstellvertreter im 2. bayer. Inf.-Landwehr-Reg., für bewiesene Tapferkeit. Derselbe wurde auch mit dem bayer, Militärverdienstkreuz 3. Kl. ausgezeichnet. Anzeigen-Echo München. Jüdischer Turnu. Sportverein. Sonntag, 6. Juni, früh halb 7 Uhr Sendlingertorspringbrunnen. Trambahn Griinwald. Marsch nach Wolfratshausen—Starnbergersee. Proviant und Badeanzug mitbringen. Kosten ca. Mk. 1.20. Führer: Reich. München. Wanderbund „Blau-Weiß". Fahrtenzettel. Mädchen: 6. Juni. 1. Zug. 7 Uhr. Ostbahnhof. Vaterstetten-Baldham. 25 Pfg. 2. Zug. 7 Uhr 30. Starnberger Bahnhof. Pasing-Planegg- Pasing. 25 Pfg. 3. Zug. 7 Uhr 30. Starnberger Bahnhof. Planegg-Starnberg. 35 Pfg. Buben. 1. Zug. Ostbahnhof. 1 Uhr 50. Kirchseeon-Grafing- Aying. M. 1.20. 2. Zug. Ostbahnhof 1 Uhr 40. Haar-Neubiberg-Perlach. 45 Pfg. 3. Zug. Harras. 1 Uhr 45. Holzapfelskreuth-Höllriegelskreuth. 35 Pf. München. Verein Bne Jehuda. Samstag, 5. Juni, pünktlich 9 Uhr 15: Vortrag des Herrn Theo Harburger. Thema: „Zur Entwicklung des nidischen Gottesbegriffes." Hotel Reichshof. Gäste herzlich willkommen. Jeden Donerstag abend 9 Uhr Stammtisch des Bne Jehuda im Deutschen Theater-Cafe Gäste willkommen. Voranzeige: Samstag, 12. Juni: Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Dr. Buchheim aus Jaroslau über: „Die slawischen Völker" Druck und Verlag: B. Heller. Buchdruckerei. München, Herzog Maystr Z v«. ~~I ITTT ",—IT-- Weidler, München-Solln, Erikästr. 6. 'ür'dÄe^Ä Norber

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.