Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 18 (7.5.1915)
- Date
- 1915-05-07
- Page
- Seite 147 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9102856-9114951--00324-9073151- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 18 Das Jüdische Echo 147 "■^mib" I ZU S lauft seinen % seiner b instieen fe nuntäP'; . imP M\ T»v. I 5*1^ *ii sm »4 Pj \> bliothek befassen, wie mit dem kleinen Aruch von München, der Regensburger Handschrift des kleinen Aruch, mit dem hebräisch-italienisch-arabischen Glossar Makre Dardeke, wovon eine Münchencr Handschrift vorhanden ist, und den jüdischdeutschen Glossen eines Schülers des R. Moses haddarschan aus dem 13. Jahrhundert. Im allgemeinen orientiert über den Handschriftenbestand der Bibliothek Steinschneiders Verzeichnis: Die hebräischen Handschriften der K. Hof- und Staatsbibliothek in München, das seit 1895 in zweiter Auflage vorliegt. An der Fensterwand des Ärbeitssaales ist die von Hermann L. Strack herausgegebene Lichtdruckreproduktion des Münchener Babylonischen Talmuds, der einzigen vollständigen Handschrift, zu finden, die 1806 in das Eigentum der Staatsbibliothek überging. (Ein zweites Exemplar des Faksimiles hat in München der Verein Ohel Jakob erworben.) Trotz dieser erst vor wenigen Jahren erschienenen Faksimileausgabe haben die variae lectiones der Münchener Talmud-Handschrift von Raphael Rabbinowicz samt ihren bekannten Mängeln immer noch großen Wert. An einer anderen Stelle, an der Wand vor der Tür, die in den Arbeitssaal führt, steht die erste zensurfreie Bombergsche (neunbändige) Ausgabe des Talmuds, 1520—23 in Venedig gedruckt; ferner die jetzt meist verbreitete Wilnaer Ausgabe des Babylonischen Talmuds, in 14 Bänden, erschienen 1880—85; und schließlich die noch nicht vollendete, aber von einer deutschen Uebersetzung begleitete Ausgabe von LazarusGoldschmidt. Unter den Handschriften-Katalogen befinden sich selbstverständlich auch die Beschreibungen der wichtigsten, an anderen Orten vorhandenen Sammlungen hebräischer Handschriften. Nicht unerwähnt soll bleiben, daß auch das von J. v. Schlosser und D. H. Müller verfaßte Werk über die Serajewoer Haggadah im Arbeitssaal aufgestellt ist, weil sich darin auch Reproduktionen der „Oster-Haggadah" befinden, einer in der Staatsbibliothek aufbewahrten Handschrift. Berlin. Als Nachfolger des verstorbenen Geh. Rats Professor Barth ist der Privatdozent Professor Dr. Eugen Mittwoch zum außerordentlichen Professor für semitische Philologie, insbesondere für Arabisch, in der philosophischen Fakultät der Berliner Universität in Aussicht genommen. Gemeinden-Echo Laudenbach bei Karlstadt. Die rein katholische Ortsverwaltung von Laudenbach hat den Gemeindemitgliedern Feldpostpakete mit Eßwaren zugehen lassen. Die jüdischen Gemeindemitglieder erhielten rituell zubereitete Eßwaren zu Pessach. Diese Aufmerksamkeit geschah ohne Erinnerung von außen und verdient daher besondere Anerkennung. München. Sitzung.des Verwaltungsausschusses der Israelitischen Kultusgemeinde vom 28. April 1915. Als erster Gegenstand der Tagesordnung wurde die Zuteilung von Stipendien und die Gewährung von Beiträgen aus einer Reihe der unter Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden Stiftungen behandelt. Die Anträge der Referenten fanden einstimmige Annahme. Zar Verteilung gelangten die Renten aus der Klara Freifrau von Hirschsehen Wohltätigkeitsstiftung für Hoch- und Mitelschüler, der Jakob und Gutilde von Hirschsehen Stipendienstiftung für Studierende, der Adolf Kohnschen Stiftung für allgemeine Unterstützungszwecke, der J. H. Breslauschen Stiftung für Handwerkslehrlinge, der L. J. Schleißmannschen Stipendienstiftung für Rabbinatskandidaten, der Hermann und Jettchen Müllerschen Allgemeinen Wohitätigkeitsstiftung und die Renten aus einigen kleineren Stiftungen. — Der Kultusgemeinde sind zur Errichtung neuer Stiftungen oder als Zustiftung für bereits bestehende Stiftungen wieder einige kleinere Vermächtnisse zugefallen. Diese Zuwendungen wurden sämtlich angenommen. — Zum nächsten Gegenstand Schulwesen wurde vom Referenten bekannt gegeben, daß auf Grund eines Beschlusses der Kommission für das Schulwesen an den Stadtmagistrat das Ersuchen gerichtet wurde, die unterm 15. März 1915 an die genannte Stelle in Sachen Zuschuß zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichtes gerichtete Eingabe in Bälde der Verbescheidung zuzuführen. — In dringlicher Beratung folgte hierauf die Aufnahme einer Pensionärin in das Israelitische Pensionat. — In geheimer Sitzung wurde sodann nach Bekanntgabe des Abschlußergebnisses der Heberolle für das Rechnungsjahr 1914 die Abschreibung und Löschung von Kultusbeiträgen nach den gestellten Anträgen genehmigt. — Außerhalb der Tagesordnung fanden noch Erörterungen über Anregungen und Wünsche von Verwaltungsmitgliedern statt. Von Interesse dürfte die Mitteilung eines Verwaltungsmitgliedes sein, daß nach einer ihm von maßgebender Seite abgegebenen Erklärung auf Grund der angestellten Erhebungen eine Fleischnot in der hiesigen Stadt nicht zu befürchten sei. Es könnte gegebenenfalls nur mit einer Steigerung der Fleischpreise gerechnet werden, die durch Knappheit gewisser Fleischsorten eintreten könnte. Vereins-Echo München. Am 28. April fand im Lokal der München-Loge die heurige Generalversammlung des Vereins für die Statistik der Juden statt. Der Kassabericht, den der Schatzmeister, Herr Bankier Max Krämer erstattete, ergab, daß für das kommende Jahr 1915 346 Mark für die Verwaltung des Vereins, ferner 1020 Mark für wissenschaftliche Arbeiten zur Verfügung stehen. Der Kassabericht wurde genehmigt und beschlossen,weitere 100 Mark auf das Separatkonto „wissenschaftliche Arbeiten" zu übertragen, so daß dasselbe auf 1120 Mark anwächst. Um das Interesse der Mitglieder zu beleben, soll ein kurzer, zusammenfassender Bericht über die Tätigkeit des Vereins seit seiner Entstehung an die Mitglieder versandt werden. Hierauf wurde der Vorstandschaft Entlastung erteilt. Bei der nun stattfindenden Vorstandswahl wurde Herr Norbert Weldler gewählt, im übrigen die bisherige Vorstandschaft wiedergewählt. Die Vorstandschaft besteht somit aus den Herren: Prof. Dr. Cohen, 1. Vorsitzender; Dr. Elias Straus, 2. Vorsitzender; Dr. Ludwig Feuchtwanger, 1 Schriftführer; Redakteur Norbert Weldler, 2. Schriftführer; Bankier Max Krämer, Schatzmeister; ferner Beisitzer Lehrer Simon Dingfelder, Jakob H i r s c h i n - ger, Dr. Jakob S e g a 11 - Berlin, Dr. Arnold Wadler, Dr. Rudolf Wassermann. — Zur Frage Militärstatistik sprach sich die Generalversammlung dahin aus, daß es Aufgabe der jüdischen Kultusgemeinden usw. sei, das Material zu sammeln, und daß das Material für Deutschland von einer Stelle aus zentralistisch zu bearbeiten sei. Die nächste Schrift, die der Verein herausgeben will, ist von Frau Dr. Paula Weiner-Oden-