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Das jüdische Echo · 1915-05-07 · 18 (7.5.1915) · p. Seite 146

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
18 (7.5.1915)
Date
1915-05-07
Page
Seite 146 (sequence 6)
Language
German
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146 Das Jüdische Echo Nr. 18 Nürnberg. Oskar Rosenfelder. Würzburg. Felix Fechenbach, Qefr. d. Res., Sohn des Noc Fechenbach. Berichtigung. Dr. Julius Heßdörfer, Nürnberg, (vergl. „Eiserne Kreuze" in Nr. 16) ist kein Jude. Feuilleton Hm Grabe Davids Von Davis T r i e t s c h , Berlin.*) Vor Jahren war ich einmal am Grabe unseres Königs David in Jerusalem. Es war am Tage des Schebuoth-Festes, und viele Juden waren gekommen, um gleichfalls das Grab zu sehen. — Einige sagten mir, es sei selten, daß die Moslems den Besuch gestatteten — andere sagten, der Tag hätte ^J^**^Jj^^^j^^^P^> jjfr Davids Grab in Jerusalem durfte. Eine türkische Militärwache sorgte dafür, daß niemand zu lange den Platz vor dem Gitter versperrte. Es wollten ja viele heran. Aber wer da wollte, durfte noch eine Weile in dem Zimmer bleiben und — den Blick auf das Gitter gerichtet — beten . . . Das taten viele. Unter den Anwesenden bemerkte ich eine sehr alte Frau, hochgewachsen, eine prachtvolle alte Judenfrau. Sie konnte sich kaum von dem Gitter trennen, blickte tränenden Auges hindurch und schluchzte und betete, alles zu gleicher Zeit. Sie stand mit erhobenen Händen und berührte mit den Fingern ihre Augen, und küßte die Finger, die die Augen berührt, die das Grab des Königs geschaut. Ich habe nie so ergreifende Trauer gesehen. Das war keine Trauer um einen Volkshelden, der seit dreitausend Jahren tot und begraben ist — es war wie Trauer um einen königlichen Vater, oder wie die Totenklage um einen königlichen Sohn, der eben erst gestorben ist. Am Ausgang des Vorsaals sah ich die Frau noch einmal. Beim Uebertreten der Schwelle wandte sie sich nochmals, um noch einmal die Hände zu erheben und sie an ihre Augen und an ihre Lippen zu führen. — Sie hatte keinen Blick für den Weg und die Volksmenge, die zwischen ihr und dem Grabe waren — ebensowenig wie für die Jahrtausende, die sie von dem Gegenstand ihrer inbrünstigen Trauer trennten. Ich habe oft an diese Szene denken müssen. Sie erinnert mich an den Zeit undf Raum überwindenden Zusammenhang unseres Volkes mit seinen versprengtesten Gliedern, mit seiner fernsten Geschichte. — Und vielleicht ist noch eine andere Erklärung für die Trauer der Frau erlaubt: Sie beweinte nicht den toten König, sondern weinte über sich selbst und ihre Kinder — in der Erinnerung an den einstigen Glanz und die Herrlichkeit, die der Name unseres Königs David bedeutet. nur den Vorzug, daß heute kein Eintrittsgeld erhoben würde, aber die paar Pfennige, die sonst verlangt würden, kämen bei der armen Bevölkerung Jerusalems einem Verbote gleich. Aber wie dem auch sei, in der Burg und im Vorsaal des Grabes drängte sich die Menge, und auf dem schmalen Treppchen, das an der einen Saalwand in das obere Gemach hinaufführt, stand einer an den anderen gepreßt, bis der obenstehende Soldat wieder eine kleine Anzahl einließ. In dem oberen Zimmer ist nahe der Treppe ein Fensterchen mit einem Gitter, durch das man in ein anderes Zimmer hineinsieht. Dort steht ein riesiger Sarg mit Tüchern verhangen, auf denen nach arabischer Art Stickereien angebracht sind. Der Sarg in diesem oberen Gemach ist nur eine Nachbildung des Sarges, der an derselben Stelle tief unter der Burg in einer Felsenkammer ruht, und den die Moslems ehrfürchtig und eifersüchtig behüten. Aber das Volk, das nur den oberen Sarg kennt, sagt: dies ist das Grab Davids. Der Besuch des Grabes bestand darin, daß man durch das Gitter hindurch den Sarg betrachten *) Aus den „Bildern aus Palästina" von Davis Trietsch. 2. Auflage. Orient-Verlag, Berlin. 159 S. Preis M. 4.—, Wissenschaftliches Echo München. In den letzten Wochen ist die Handschriftenabteilung der K. Hof- und Staatsbibliothek in neue, moderne, der Straßenseite zu liegende Räume umgezogen. Die damit ermöglichte Vergrößerung der Handbibliothek kommt auch der Benützung der hebräischen Schätze, deren sich die Staatsbibliothek rühmen kann, zugute. An bibliographischem Material, das noch auf Grund praktischer Erfahrungen ergänzt werden wird, finden sich im Arbeitszimmer der Handschriftenabteilung folgende Werke Moritz Steinschneiders: Die arabische Literatur der Juden (zu ihr gehören eine große Zahl von Manuskripten der Staatsbibliothek, über die das Buch Auskunft gibt); die Geschichtsliteratur der Juden in Druckwerken und Handschriften (Bibliographie der hebräischen Schriften); die hebräischen Uebersetzungen des Mittelalters und die Juden als Dolmetscher, ein Beitrag zur Geschichte des Mittelalters meist nach handschriftlichen Quellen: und des früheren Münchener Rabbiners Dr. Joseph P e r I e s „Beiträge zur Geschichte der hebräischen und aramäischen Studien", die deshalb in der Handbibliothek Platz gefunden haben, weil sie sich zum Teil mit hebräischen Handschriften der Bi-

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