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Das jüdische Echo · 1915-04-30 · 17 (30.4.1915) · p. Seite 139

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
17 (30.4.1915)
Date
1915-04-30
Page
Seite 139 (sequence 7)
Language
German
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chen Rechte wie alle andern haben, sich mit Beschwerden an die Konferenz zu wenden, die den Krieg zu beenden berufen sein wird. Solange niemand die Zusammensetzung dieser Konferenz wissen kann, ist es unmöglich, zu bestimmen, ob die Juden erwarten können, auf dieser Konferenz direkt vertreten zu sein. Insoweit als die Beschwerden der Juden interne Angelegenheiten eines Staates darstellen, ist es selbstverständlich,, daß kein anderer Staat sich in diese Angelegenheiten einmischen kann. — Welche Rolle unser Land in Zukunft in den großen Fragen der Gegenwart spielen wird, ist unmöglich vorauszusehen. Das Klügste, was Ihr Volk tun kann, wird sein, sorgfältig alle die Tatsachen zu sammeln, die mit den Sie interessierenden Fragen zusammenhängen und die Maßnahmen und Mittel zu formulieren, welche nach Ansicht Ihrer Nation zur Lösung dieser Frage angewandt werden sollen. Meiner Meinung nach wäre es nutzlos, zu versuchen, jetzt solche Fragen zur Diskussion zu stellen, denn die ganze Welt hat heute nur Interesse für den großen Krieg in Europa und dieses Interesse kann nicht abgelenkt werden. Wenn ich mich militärisch ausdrücken soll, so möchte ich sagen: Sagen Sie Ihrem Hauptmann, nicht früher den Befehl zum Schießen zu geben, als bis der Feind in Sicht ist. — In andern Worten, warten Sie, bis wenigstens Aussicht vorhanden ist, daß Ihre Argumente gehört werden, bevor Sie alle die Gründe und Beweise vorbringen, die Ihrer Ansicht nach Ihren Bemühungen förderlich sein sollen." Das Deutsche Zentralhilfskomitee für die Notleidenden in den von deutschen Truppen besetzten Teilen Russisch-Polens hat, wie uns von seinem Geschäftsführer, Herrn Kommerzienrat H. M. G u t m a n n , mitgeteilt wird, von den zahlreichen Spenden bisher ungefähr 300 000 M. nach Polen zur Linderung der Not überwiesen, wovon ungefähr ein Drittel der jüdischen Bevölkerung zugute gekommen ist. * * * Am 22. April beging Prof. Dr. Jakob Guttmann, Rabbiner der Breslauer Synagogengemeinde und Vorsitzender des Rabbinerverbandes, seinen 70. Geburtstag. Am 19. April feierte Kirchenrat Rabbiner Dr. Theodor Kroner in Stuttgart seinen 70. Geburtstag. Er bekundete alljährlich sein Einverständnis mit den zionistischen Bestrebungen durch Zahlung des Schekels. Soeben erfahren wir, daß Dr. med. Erich Rosenkranz aus Berlin, seit Beginn des Krieges Militärarzt in Metz, das Opfer eines Unglücksfalles geworden ist. Rosenkranz war lange Jahre Vorsitzender des Kartells Jüdischer Verbindungen'. Besonders in den Kreisen der jüngeren jüdischen Akademiker wird der Verlust schwer empfunden werden. Zum Ärtikel über Prof. Ä. Berliner Es dürfte interessieren, daß sich der verstorbene Großherzog Friedrich von Baden bei der Prof. A. Berliner gewährten Audienz in St. Moritz über den Zionismus folgendermaßen geäußert hat: „Sie kennen doch gewiß die Zionistische Bewegung, Herr Doktor, wie auch deren Führer Dr. Herzl. Ja, Herr Dr. Herzl ist ein edler Mann, der ohne jede Selbstsucht, aus den reinsten Motiven sich an die Spitze gestellt hat. Die Bewegung ist von Bedeutung und bedarf einer kräftigen Unterstützung. Leider, haben die Regierungen noch nicht das ganz richtige Verständnis für die Sache, aber es muß mit der Zeit kommen. Für unsere deutschen Juden brauchen wir Gottlob solche Zuiluchtstätten nicht, aber für ihre Glaubensgenossen im Osten und Norden." Vereins-Echo Berlin. Der überaus rührige Zentralverband selbständiger Handwerker jüdischen Glaubens (Geschäftsstelle: Berlin N., Krausnickstr. 9) hat eine Wohltätigkeitsmarke für seine Kriegshilfskasse herausgegeben. Sie ist eine Stiftung des 1. Vorsitzenden, Herrn J. Löwenstein. Die zweifarbige Marke (violett u. schwarz) läßt den Schattenriß eines Husaren zu Pferde sehen. In den Rahmen sind die Worte „Kriegshilfe des Zentralverb, selbstdg. Handwerker Deutschlands 1914/15" eingedruckt. Die Idee ist sehr gefällig ausgeführt. Das Stück kostet 10 Pfg. Berlin. Die Jüdische Lesehalle und Bibliothek in Berlin gab Ende März ihren 20. Jahresbericht heraus. Der Bestand der Bibliothek betrug am Ende des Jahres 1914 9169 Bände. 2419 Bände wurden von 265 Benutzern in 1347maligem Wechsel geliehen. Bis 1. August lagen 118, nach dem 1. August 59 jüdische Zeitschriften auf. Auch in der Besucherzahl äußerte sich die Wirkung des Krieges. Am stärksten war die Frequenz im März: 2607, am schwächsten im November: 1191. Die Jüdische Lesehalle, die nicht mit der Gemeindebibliothek zu verwechseln ist, erfreut sich einer allgemeinen verständnisvollen Förderung, ersichtlich auch an den Subventionen des V. f. j. G. u. L., der jüdischen Gemeinde, der Logen, des Zentralvereins usw. An Jahresbeiträgen vereinnahmte der Verein beinahe 6000 M. Unter allen jüdischen Lesehallen in Deutschland entwickelt sich die Berliner am besten. An ihrem Vorbild, möchte man wünschen, sollten sich die anderen ein Beispiel nehmen. Literarisches Echo Samuel Grünberg. Professor Dr. Abraham Berliner. Eine biographische Skizze (mit Bild). Bearbeitet nach verschiedenen Quellen und persönlichen Mitteilungen. Verlag „Kadimah", M. Gonzer, Berlin 1912. 23 S. 8°. Preis 60 Pfg. Hebräisch. Eine mit Liebe gezeichnete Lebensskizze des Gelehrten. Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, /München, Westenriederstraße 4/±. Telephon 23 804. Anzeigen-Echo München. Rabbiner Dr. Werner hat sich auf Veranlassung des Oberbürgermeisters Dr. v. Borscht bereit erklärt, seinen in der Orientiiistischen Gesellschaft mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag über das Thema „Der Weltkrieg und das alte Testament" vor einer größeren Versammlung zugunsten der Ostpreußenhilfe zu wiederholen. Diese Versammlung findet am Mittwoch, 5. Mai, abends 8.15 Uhr, im Richard Wagner-Saale des Hotels Bayerischer Hof statt. Numerierter Sitzplatz 1 M., Stehplatz 50 Pf. Kartenvorverkauf bei Zechbauer, Residenzstr. 10, Neuhauserstr. 33 und Odeonsplatz 17. München. Jüdischer Turn- und Sportverein und Verein Bne Jehuda. Sonntag, 2. Mai (Lag Beomer) gemeinsamer Ausflug. Abfahrt 1.30 nachmittags

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