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Das jüdische Echo · 1915-04-09 · 14 (9.4.1915) · p. Seite 113

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
14 (9.4.1915)
Date
1915-04-09
Page
Seite 113 (sequence 5)
Language
German
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Nr. 14 Das Jüdische Echo 113 mit einer Taglohnerin gemeinsam im Schnee arbeitend Bei genauerer Besichtigung während eines Rundganges durch das Gehöft, hatten die Besucher standig den angenehmen Eindruck daH hier eine einzelne jüdische Dame etwas Vorbild! hches geschaffen. In den allerdings noch recht bescheidenen Anlagen, in den Vorratsräumen Kellern und Ställen, kurz, überall hatte man den Eindruck, daß hier planvoll und sparsam gewirtschaftet wird und „Der Immenhof" aller Voraussicht nach, ein sehr rentables Gut werden dürfte Das Wohnhaus, unmittelbar mit den Arbeitsräumen verbunden, ist ebenso geschickt wie rationell gebaut, behaglich und geschmackvoll eingerichtet Hätte gegen Abend nicht die Petroleumlampe das gemütliche Zimmer erhellt, man hätte kaum die Empfindung gehabt, sich außerhalb der Stadt zu befinden. Nur das auf dem Schreibtisch befindliche Telephon vermittelt hier die Verbindung mit Stadt und Umgegend. Eine ziemlich große und mit gutem Geschmack gewählte Bibliothek deutete darauf hin, daß die junge Landwirtin, trotz aller Inanspruchnahme durch ihren Beruf, es dennoch wohl versteht, auch der Geistespflege noch genügend Zeit zu widmen. Und diese vielseitig gebildete junge Dame nennt sich, nicht ohne stolzes Bewußtsein, eine jüdische Bäuerin! Fräulein R. dürfte nicht nur vorbildlich für jüdische Gärtnerinnen, sondern auch berufen sein, junge jüdische Mädchen — es kämen solche unter 17 Jahren hauptsächlich in Betracht — für die Landwirtschaft vorzubilden. Welt-Echo Eine Vertretung der Juden bei der Friedenskonferenz. Wie die Jüdische Volkszeitung in Kopenhagen meldet, haben sich die offiziellen jüdischen Organisationen in England an ihre Regierung und an die Frankreichs, Amerikas und England mit der Forderung gewendet, sie sollten eine jüdische Delegation zu den Friedensunterhandlungen zulassen. Die russisch-jüdischen Studenten in der Schweiz sind durch den Krieg in große Not geraten. Deren Zahl ist, da ihrer in Deutschland und Oesterreich kein Bleiben war, erheblich gestiegen. Das New Yorker „Tagblatt" hat einen Aufruf zur Unterstützung der notleidenden Studenten erlassen. Deportation galizischer Juden nach Sibirien. Dem „Kiewljanin" zufolge haben zwei Transporte gefangener galizischer Juden Kiew passiert. Diese Gefangenen sollen angeblich nach Sibirien deportiert worden sein. Ein türkisches Dementi. Die Beyruther arabische Zeitung „El-Ittihad-el-Osjnani veröffentlicht in ihrer Nummer 1962 vom 10. Chubbat 1330 (23. Februar 1915) ein offizielles Communique des Armeekommandanten folgenden Inhalts: „Es ist zu unserer Kenntnis gelangt, daß Gerüchte in der Bevölkerung in Umlauf gesetzt werden, wonach die in Palästina ansässigen ottomanischen Juden ihre patriotischen Pflichten nicht erfüllen, und eine Haltung einnehmen, die mit denen guter ottomanischer Staatsbürger unvereinbar ist. Diese ruchlosen Erfindungen sind gefährlich und absolut im Widerspruch mit der Wahrheit Demzufolge wurde es für notwendig befunden, diese Geruchte auf das entschiedenste zu dementieren und so die Beschuldigungen unserer jüdischen Staatsbürger endgültig zu vernichten, weil diese abscheulichen Gerüchte die Gefühle und Herzen eines leiles der ottomanischen jüdischen Mitbürger verwunden, deren Haltung den Beweis für ihren ottomanischen Patriotismus erbracht hat, wie den aller anderen Volkselemente unseres Reiches. Wir geben bekannt, daß auf die Verbreitung dieser Gerüchte schwere Strafen gesetzt sind." Nachrichten aus Jerusalem. Die Jerusalemer Blätter melden, daß eine jüdische Deputation sich am 10. Februar in den Konak begab, um dem neuen Mutessarif Midhad Bey die Glückwünsche und den Willkommgruß der Jerusalemer jüdischen Bevölkerung zu überbringen. Diese Deputation bestand aus dem Großrabbiner von Jerusalem Rabbi Mosche Franco, dem Oberrabbiner von Jaffa Rabbi Benzion Uziel, Rabbiner Nissim Eliyachar, Albert Antebi, Aron Valero und Josef Panigel. Der Oberrabbiner von Jerusalem bewillkommnete den Mutessarif im Namen aller jüdischen Gemeinden Palästinas und gab seiner Treue für das türkische Vaterland Ausdruck. In seiner Antwort betonte Midhad Bey unter anderem, daß die türkische Regierung mit gleichem Wohlwollen alle Bürger behandele, ohne Unterschied der Konfession zu machen, und daß sie ein ganz besonderes Zutrauen zu den Juden habe. Die Regierung, fügte er hinzu, wird unter keinen Umständen leiden, daß die Rechte irgend eines Teiles der Bürger angetastet werden. Albert Antebi gab in seiner Ansprache der Meinung Ausdruck, daß nicht nur die ottomanischen Juden von Liebe für ihr Vaterland beseelt sind, sondern daß auch alle Juden des Auslandes eine besondere Freundschaft für die Türkei hegen, eine Freundschaft, die ihren Grund hat in der Liebe, die das jüdische Volk seitJahrhunderten für dieses Land hat. Die ottomanischen Juden, sagte Antebi, sind der treuen Anhänglichkeit ihrer ausländischen Brüder an die Türkei sicher. — Die Aufnahme, die die Deputation bei dem Mutessarif Midhad Bey gefunden hat, machte den denkbar besten Eindruck auf die jüdische Bevölkerung. Der Bezalel. Wie wir erfahren, hat der Korpskommandant von Jerusalem letzthin der bekannten Kunstgewerbeschule „Bezalel" eine große Bestellung erteilt. Bei der Ablieferung der bestellten Erzeugnisse sprach der Korpskommandant seine vollste Zufriedenheit über die Lieferung aus und beglückwünschte den Leiter der Anstalt, Professor Schatz, durch das Mutessariflik von Jerusalem zu den Leistungen der Schule. Das Hilfswerk der Bnai-Brith in Palästina. Die „Aurore" meldet aus Chicago, daß das Exekutivkomitee des Bnai Brith Ordens in Chicago zu Pessach 50 000 Francs an die Juden Palästinas gesandt hat. Weit bedeutendere Summen sollen an die durch den Krieg schwer betroffenen Juden Galiziens, Polens, Serbiens usw. abgegangen sein. Gemeinden-Echo Bayreuth. Herrn Distriktsrabbiner Dr. S a 1 o - m o n wurde die Mitversorgung des Rabbinatsbezirkes Burgkundstadt, zu dem die Gemeinden Aschbach, Burgkundstadt, Altenkundstadt, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels, Oberlangenstadt und Redwitz a. Rodach gehören, vom Ministerium übertragen. Das Rabbinat war durch das Dahinscheiden des Herrn Rabbiner Dr. E. G o i t e i n bisher verwaist. Fürth. Am 2. Tage Pessach verschied hier Herr Rentier Bernhard Ichenhäuser im Alter von 85 Jahren. In dem Verlebten verliert

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