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Das jüdische Echo · 1915-04-02 · 13 (2.4.1915) · p. Seite 104

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
13 (2.4.1915)
Date
1915-04-02
Page
Seite 104 (sequence 4)
Language
German
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10t Das Jüdische Echo Nr. 13 Wir stehen also bei der Handschrift vor der Tatsache, daß das Jüdische an ihr mit dem Künstlerischen nichts zu tun hat und das Künstlerische nichts mit dem Jüdischen. Künstlerisch ist sie, das sei nochmals bemerkt, ein reines Erzeugnis ihres Zeitstiles. * * * Die von J. v. Schlosser im Verein mit D. H. M ü Her besorgte Herausgabe der Serajewoer Haggadah mit ihren in Ton und Schärte mustergültigen Lichtdrucken ist zu kostspielig, um in weitere Kreise dringen zu können. Da ist es besonders zu begrüßen, daß sich der Verlag J. Kauffmann - Frankfurt a. M. entschlossen hat, der bei ihm erschienenen bereits rühmlichst bekannten Lehmann sehen Haggadah Nachbildungen sowohl aus der Serajewoer wie aus anderen altjüdischen Haggadahhandschriften beizugeben. Im Zusammenhang mit unseren obigen Ausführungen möchte ich dabei auf die Illustration nach Seite 80 hinweisen, die einer Haggadah aus dem Besitze des Baron Rothschild - Paris entnommen ist. Beflissen der Forschung nach Elementen jüdischer Kunst müssen wir auch hier sagen: wir haben es lediglich mit einer Arbeit italienischer Herkunft zu tun, auf der ein ferner Abglanz von Mantegnas großer Meisterschaft ruht. Eiserne Kreuze und andere Auszeichnungen. München. Dr. Karl Landauer, Assistenzarzt beim 122. (württembergischen) Füsilierregiment, während seiner Anwesenheit in München Mitglied der Zionist. Ortsgruppe, erhielt das Eiserne Kreuz und gleichzeitig den württembergischen Friedrichsorden 2. Klasse; Jakob Fleischmann, Unteroffizier vom bayr. Res.-Inf.-Reg. 10; Otto Goldstern, Feldwebel d. Res. vom bayr. Res.-Inf.-Reg. 1; Josef Genigroß, Landwehrm. v. bayr. Res.-Inf.-Reg. 10; Siegmund Nußbaum, Wehrmann i. Inf.-Reg. 167; Albert Oesterreicher, Einj.-Freiw. Unteroffizier von der Luftschifferabt. 1; Julius Pollack, Unteroff. in einem bavr. Feld-Art.-Reg.; Hans Stern, Unteroff. im bayr. Fußart.-Reg. 1; Julius Buchmann; Georg- Cohn, Assist.-4rzt; Michael Eisenmann, Gefr. im bayr. Ulanenreg. 1; Karl Cohn, Unteroff. d. Res. im 13. bayr. Inf.-Reg.; Ludwig Simon, Leutnant der Res. im 1. bayr. Inf.-Reg.; Bela Ujhely, Leutnant, erhielt zu gleicher Zeit den bayr. Verdienstorden mit Schwertern; Maximilian Wolf, Leutnant d. Res. i. 6. bayr. Inf.-Reg.; Dr. Felix Theilhaber, Oberarzt des 3. Reserve-Armeekorps erhielt für seine Tätigkeit im letzten Balkankrieg den Orden und die Urkunde des Ritters des bulgarischen Verdienst-Ordens. Neustadt a. S. Markus Nußbaum b. 4. bayr. Landwehr-Inf.-Reg., Unt^roff., erhielt d. bayr. Verdienstkreuz 3. Kl. mit Schwertern. Nürnberg. Dr. med. Harry Warburg, Oberarzt •in einem bayr. Fußart.-Regt., Sohn des verst. L. J. Vvarb'irg aus Nordhausen, prakt. Arzt. Windsheim. Karl Stein, Unteroffizier. Würzburg. Isak Levy, Unteroff., Sohn des Kaufmanns Gustav Levy aus Marktheidenfeld b. Würzburg. Gefallen Bayreuth. Otto Hirschfeld, Sohn des Inhabers der Firma Sigmund Hirschfeld; Bruno Kurzmaiiii, Pionier-Unteroffizier, Regierungsbaumeister, Sohn des Luitpold Kurzmann. Kehl Anfangs Februar bei Douais in Frankreich Kriegsfreiwilliger Arthur Kaufmann. München. Waldemar Sänger. Lehren des Krieges Von Dipl. Handelslehrer I. Lipper, Nürnberg. In dem gigantischen Völkerringen ist bekanntlich das jüdische Volk in besonderem Maße in Mitleidenschaft gezogen worden. Tausende seiner Söhne kämpfen in den Reihen der kriegführenden Mächte und nicht wenige von ihnen eilten freiwillig dem bedrängten Vaterlande zu Hilfe. Die nicht aktiv am Kampfe teilnehmenden Juden haben mehr wie alle anderen Völker unter den Schrecknissen des Krieges zu leiden. Wohnen doch fast 50 Prozent aller Juden und dazu die Aermsten der Armen, in Polen und Galizien, in den Ländern, in denen der Krieg mit all seinen Schrecknissen am meisten wütet. Wer dort nicht der zügellosen Soldateska zum Opfer fiel, flüchtete ruhe- und ziellos nach Westen, bis ihm die sorgende Bruderhand in den jüdischen Zentren: Budapest, Wien, Prag usw. ein Asyl gewährte. Und diese Liebestätigkeit der Brüder ist doppelt zu bewerten, denn auch die .Lage derer, die nicht unmittelbar vom Kriege betroffen sind, ist stark beeinträchtigt worden. Haben doch gerade die Berufe, wie Handel und die freien Berufe, in denen 75 Prozent aller erwerbstätigen Juden vertiefen sind, durch den Krieg am meisten zu leiden. Es ist eine allbekannte Tatsache, daß die große Masse der Juden auch schon zu Friedenszeiten schwer unter dem Kampfe des Daseins zu leiden hatte. Dazu kommt noch, daß die Erwerbsfähigkeit der Juden im Laufe der Zeiten großen Veränderungen unterworfen war und eine Umbildung ihrer Berufstätigkeit auch heute noch vor sich geht. Im frühesten Mittelalter wurde bekanntlich der Jude aus dem Großhandel verdrängt und der jüdische Großkaufmann wurde, zum Geldverleiher und Wucherer erniedrigt. Religiöser Fanatismus, der in Judenverfolgungen sich austobte, lichtete die Reihen der Juden, beraubte sie der erworbenen Güter. Später als der Handel geordnete Bahnen annahm, als das Wirtschaftsleben gefördert durch Handwerk und Industrie in neue Bahnen gelenkt wurde, errang auch der Jude wieder eine gekräftigte Pos-ition im Klein-, Detail-, Zwischen- und Geldhandel. So leitete der Jude als Vermittler zwischen Produzenten und Konsumenten die Früchte des neuen Gewerbefleißes in die tausend Kanäle des wirtschaftlichen Lebens. Er schuf neue Absatzmöglichkeiten für die sich kräftig entwickelnde Industrie und arbeitete mit an der Schaffung eines Weltmarktes, der in Börsen und Messen ein Zentrum fand. Aber rastlos und machtig ging die Entwicklung ihren Weg. Konzentration und Organisation schufen große Umwälzungen im ganzen wirtschaftlichen Organismus. Die Konzentration schuf Großbetriebe und konzentrierte Ein- und Verkauf immer mehr in einzelne Hände, der Vermittler wurde ausgeschaltet. Die Organisation ließ neue Verbände der Produzenten und Konsumenten entstehen. Durch Innungen, Konsumvereine und Genossenschaften wurde dem Zwischen- und Kleinhändler der Erwerb erschwert. Die Entwicklung der Großbanken läßt den kleinen Bankier verschwinden. Der Jude, der besonders auf dem Lande sich immer mehr ausgeschaltet

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