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Das jüdische Echo · 1915-03-19 · 11 (19.3.1915) · p. Seite 90

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
11 (19.3.1915)
Date
1915-03-19
Page
Seite 90 (sequence 6)
Language
German
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90 Das Jüdische Echo Nr. 11 oder Empfehlung des Werkes zu vermeiden. — Nachdem bereits ein großer Teil der Auflage in den Besitz von Sortimentsbuchhandlungen übergegangen ist, glaubt das Kriegsministerium die sehr verehrliche Geschäftsstelle ersuchen zu dürfen, die Mitglieder des Börsenvereins der Deutschen Buchhändler in dem gleichen Sinne verständigen zu wollen._(gez.) K ö b e r 1 e. Besprochene Schriften sind zu beziehen von Ludwig Wertheimer, hebräische Buchhandlung, München, Westenriederstraße 4/i. Telephon 23 804. Welt-Echo Am 6. März fand in Petersburg die Verhandlung gegen die Rechtsanwälte statt, die seiner Zeit gegen den Beilis-Prozeß protestiert haben. Von den über achtzig Angeklagten waren fünfundzwanzig Rechtsanwälte in erster Instanz zu Gefängnisstrafen von sechs bis acht Monaten verurteilt, in zweiter Instanz aber freigesprochen worden. Gegen dieses Urteil hatte der Staatsanwalt Revision eingelegt. Ueber den Ausgang der Verhandlung ist noch nichts bekannt. Die Schulen der „Alliance Israelite" sind alle im Betrieb, selbst die in Syrien und Palästina. Die Alliance ist indirekt mit den Leitern der Schulen in Verbindung. Die große Schwierigkeit bestand in der Ueberweisung der Gelder. Auch dies ist jetzt gelungen. Die Auswanderung nichttürkischer Juden aus Palästina hat die Schülerzahl nicht vermindert, da sie Schüler aus anderen Schulen, die geschlossen werden mußten, hinzubekamen. Zur Aufrechterhaltung der Existenz der jüdischen Bevölkerung in Palästina, sowie zur Erhaltung der Kolonien sind monatlich 200 000 Mark unbedingt erforderlich. Es wird daher von den an Palästina interessierten Organisationen beabsichtigt, auch in Deutschland eine große Hilfsaktion speziell für Palästina ins Werk zu setzen. Gemeinden-Echo München. In der Sitzung des Verwaltungsausschusses der Kultusgemeinde vom 10. Februar 1915 wurde vom Referenten im Anschluß an die Bekanntgabe eines Legates des Herrn Bernhard Kraemer für die Israelitische Waisenstiftung ausgeführt, daß die Israelitische Waisenstiftung bereits über bedeutende Mittel verfüge. Es wurde dann weiter vom Referenten als wünschenswert erklärt, daß alle diejenigen, die sich mit der Absicht trägen, Stiftungen an die Gemeinde zu machen, sich vorher bei der Verwaltung erkundigen würden, für welche Zwecke Stiftungen in erster Linie in Betracht kämen. Wir werden ersucht, darauf hinzuweisen, daß diese Ausführungen nur allgemeiner Natur waren, daß darin keineswegs eine Kritik des Vermächtnisses des Herrn Kraemer zu erblicken ist, daß vielmehr das Legat wie alle derartigen Vermächtnisse von der Verwaltung auf das wärmste begrüßt und dankbarst angenommen werden (worüber unser Bericht auch gar keinen Zweifel läßt. D. Red.). München. Sitzung des Verwaltungsaus- ^chusses der Israelitischen Kultusgemeinde vom 11. März 1915. In der genannten Sitzung erfolgte gelegentlich der Bekanntgabe des Einlaufs die Mitteilung, daß vom Sohne eines vor einiger Zeit verstorbenen Gemeindemitgliedes, welches zu Lebzeiten während eines Zeitraumes von mehreren Jahren mit 1000 Mark aus Stiftungs- und Wohltätigkeitsmitteln der Gemeinde unterstützt wurde, dieser Betrag in voller Höhe wieder zuruckvergütet worden ist. Dieser Akt wurde sowohl vom Vorsitzenden als auch von der Versammlung als äußerst pietätvolle Handlungsweise gekennzeichnet, die verdiene, in weiten Kreisen bekanntgegeben zu werden. — Gegenstand der Tagesordnung bildete zunächst die Beratung des Entwurfs einer Eingabe, welche an den Stadtmagistrat gerichtet werden soll als Erwiderung auf die seitens der städtischen Kollegien gefaßten Beschlüsse ^in Sachen Gewährung eines Zuschusses zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichtes an den Volksschulen. Der Entwurf wurde genehmigt. — Der Kultusgemeinde sind wieder eine Reihe namhafter Zuwendungen für bereits bestehende Stiftungen, sowie für eine neu zu errichtende Wohltätigkeitsstiftung aus dem Nachlaß des verstorbenen Herrn Leopold Guggenheimer zugefallen, die sämtlich Annahme finden. — In Erledigung der letzten beiden Punkte der Tagesordnung wurden die Voranschläge der Lipschützschen Versorgungsanstalt und der Gabriel und Rosa Ritterschen Stiftung für das Jahr 1915 behandelt und genehmigt. München. Die Israelitische Kultusgemeinde hat wie auf die erste auch auf die zweite Kriegsanleihe 50 000 Mark zur Anlage von Stiftungsgeldern gezeichnet. Vereins-Echo Der Verband der Deutschen Juden versendet wie zu Chanuka 1914 auch zum bevorstehenden Passahfest eine kleine Druckschrift als „Gruß an die jüdischen Soldaten im deutschen Heer." Die Schrift enthält eine dem Fest entsprechende Zusammenstellung von biblischen und Hagada-Stellen und Psalmen, sowie eine Predigt von Rabbiner Dr. Cohn- Bonn. Sie wird vom Verbände an die jüdischen Feldgeistlichen zur Verteilung unter die Mannschaften ihres Bereiches versandt, sowie nach Möglichkeit auch anderweitig an jüdische Soldaten im Felde übermittelt. — Gemeinden oder sonstige jüdische Organisationen, die die Druckschrift jüdischen Soldaten im Felde oder in Garnisonen oder Lazaretten zukommen lassen wollen, erhalten auf Wunsch Exemplare vom Bureau des Verbandes, Berlin W. 35, Potsdamerstr. 45. Der Verband hat außerdem eine hebräische Hagada an die Feldrabbinen zur Verteilung an diejenigen Soldaten versandt, die den hebräischen Text verwenden möchten und nicht etwa von anderer Seite ins Feld gesandt erhalten haben. Die Feldrabbinen aller Armeen haben dem Verbände mitgeteilt, daß sie nach Möglichkeit für die Abhaltung von Sederabenden in den Truppenteilen ihrer Armee sorgen wollen. Feuilleton Bergab Eine Purim-Geschichte von David Pinski. Aus dem Jüdisch-deutschen übertragen von Theodor Zlocisti. (Schluß.) Daheim im Stübchen war es licht und hell. Eine feierliche Stimmung ruhte über dem stillen Heim. Gittel und das älteste Mädchen hatten ihre Sabbatkleider angezogen und warteten auf den heimkehrenden Simon,

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