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Das jüdische Echo · 1915-02-26 · 8 (26.2.1915) · p. Seite 62

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
2 (1915)
Issue
8 (26.2.1915)
Date
1915-02-26
Page
Seite 62 (sequence 6)
Language
German
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62 Das Jüdische Echo Nr. 8 Gemeinden-Echo Fürth. Herr Herz Rosenblatt, der 40 Jahre lang das Amt des Vorbeters in der Claussynagoge bekleidete, ist im Alter von 79 Jahren gestorben. Rosenblatt war auch ein durch große Gewissenhaftigkeit ausgezeichneter Sofer. München. Im Bericht über die Sitzung der Kultusgemeinde-Verwaltung (Nr. 7) muß es, wo von der Schenkung aus dem Nachlaß Bernhard Krämers an die Armen der Stadt die Rede ist, Z. 6 v. u. statt 200 M. 2000 M. heißen. München. Der vor einigen Monaten verstorbene Herr Simon Hermann hat fast sein ganzes Vermögen für die Gründung eines jüdischen Siechenheims für Bayern bestimmt. Das Kuratorium konstituierte sich am Sonntag, den 31. Januar, im Verwaltungsgebäude der Israelitischen Kultusgemeinde und hat schon Schritte eingeleitet, um das ideale Werk zur Ausführung zu bringen. Es sei noch bemerkt, daß das Heim nach den Statuten rituell geführt werden muß. Der Ausschuß des Kuratoriums, das aus einer größeren Anzahl in verschiedenen Gemeinden Bayerns wohnhafter Persönlichkeiten gebildet ist, setzt sich zusammen aus Herrn Justizrat Dr. E m i 1 F r ä n k e 1 als ersten, Rabbiner Dr. C. Werner als stellvertretenden Vorsitzenden, ferner den Herren Justizrat A. Ofner, Rabbiner Dr. Ehrentreu in München und Rabbiner Dr. G r ü n f e 1 d in Augsburg. Als Sitz der Anstalt ist eine kleine Gemeinde in Aussicht genommen, deren Verhältnisse in besonderem Masse den sanitären Anforderungen entsprechen. Würzburg. Herr Rabbiner Nathan Bamberger erläßt an die Gemeinden seines Distriktes folgenden Aufruf: „Wenn auch der Wohltätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen in der gegenwärtigen ernsten Zeit allenthalben und vielfach in Anspruch genommen ist, macht es uns die bevorstehende Pessach-Zeit dennoch zur Pflicht, unserer schwer geprüften Glaubensgenossen im heiligen Lande besonders liebevoll zu gedenken. Ich stelle daher auch in diesem Jahre die höfliche und dringende Bitte an Sie, eine Sammlung zu M a z z o s in Ihrer Gemeinde vornehmen und das Ergebnis baldigst anher einsenden zu wollen, damit diese Spenden rechtzeitig ihrer Bestimmung zugeführt werden können, worauf die öffentliche Rechnungsablage wie bisher erfolgt". Würzburg. Vor einigen Tagen erfolgte unter großer Beteiligung die Ueberführung der Leiche des verewigten Kantors u. Sekretärs der hiesigen israelitischen Gemeinde Samson Lehmann zum israelitischen Friedhof, woselbst die Bestattung stattfand. Die Trauerrede hielt Distriktsrabbiner Bamberger. Im Namen der israelitischen Kultusgemeinde widmete Justizrat Dr. Stern dem Verklärten ehrende Worte. Mit Kantor Lehmann hat die hiesige israelitische Gemeinde einen schweren Verlust erlitten. Ueber 35 Jahre hat er hier in seltener Pflichttreue und Aufopferung sein Amt versehen. Aber nicht nur seine Gemeinde schätzte ihn als einen aufrechten geraden Mann, allenthalben hatte sich der Verblichene wegen seines freundlichen, offenen Wesens zahlreiche Freunde erworben. Erst vor kurzem war er im Alter von 68 Jahren in den Ruhestand getreten, den lange zu genießen, ihm nicht vergönnt war. In Geduld trug er sein Leiden, bei dem ihm sein lebensfroher Humor nicht verließ. An der Bahre trauert seine Witwe, mit der er fast 40 Jahre in glücklichstem Einvernehmen lebte, sowie vier Kinder und Enkelkinder. Sein Andenken wird auch in der hiesigen Bürgerschaft, mit welcher ihn mannigfache Beziehungen verbanden, in Ehren gehalten werden. Vereins-Echo München. Sonntag, den 21. Februar, fanden, wie angekündigt, im Gebäude der Kultusgemeinde mehrere Hauptversammlungen statt. Die Jahres¬ und Rechenschaftsberichte aller Vereine wurden anerkannt. Die Versammlung der Chewra Kadischa leitete der 1. Vorsitzende Herr Joseph Spanier. Der Verein entwickelte auch im Jahre 1914 eine recht segensreiche Wirksamkeit. An 153 Leichen wurden die religiösen Pflichten erfüllt; auch für Unterstützungen wurden reichliche Mittel zur Verfügung gestellt, ebenso wurde der Kriegsfonds der Kultusgemeinde mit 2000 M. bedacht. Für Beerdigungskosten von Unbemittelten verausgabte der Verein nahezu 4000 M., wovon die Hälfte von der Kultusgemeinde ersetzt wird. Spenden und Legate erbrachten 4500 M.; die Zahl der Mitglieder war am Jahresschluß 474. Durch den Tod seines eifrigen Mitgliedes und langjährigen Kassiers, Herrn Raphael Landauer erlitt der Verein einen schweren Verlust; an seiner Stelle wurde der 2. Vorsitzende, Herr Louis Seiinger mit der Kassaführung betraut, während Herr Oberinspektor S. Silber neu in die Vorstandschaft gewählt wurde. Den Jahresbericht der Krankenfürsorge erstattete Herr Justizrat Leo Oppenheimer. Er gedachte im Sinne der Ausführungen des Rechenschaftsberichtes des Wirkens der Herren Raphael E. Landauer und des Gründers des Vereins Dr. Heinrich Einhorn. „Die K r a n k e n f ü r s o r g e" hat auch im verflossenen Jahre recht segensreich gewirkt. Die Einnahmen, welche sich aus Beiträgen einzelner Mitglieder und aus solchen einer Anzahl von Vereinen, ferner aus Geschenken und Legaten zusammensetzen, betrugen ungefähr 9000 Mk., denen Ausgaben in der Höhe von 7500 Mk. gegenüberstehen. Dem Verein wurde im abgelaufenen Jahre noch eine Stiftung von 10.000 Mk. seitens des vertsorbenen Herrn Raphael Landauer sei. Andenkens überwiesen. Der Genannte bekleidete bis zu seinem im Juli 1914 erfolgten Tode die Stelle eines 1. Vorstandes; während der Jahre, in welchen er die Leitung inne hatte, war sein Bestreben stets darauf gerichtet, nicht nur die Finanzen zu kräftigen und zu festigen, er bemühte sich auch allen Ansprüchen möglichst gerecht zu werden. Wo die Mittel des Vereins nicht'ausreichten, hat er stets durch seine persönliche Hilfe gar manche Sorge und Kummer zu beseitigen gewußt. An seine Stelle trat Herr Justizrat Leo Oppenheimer als 1. Vorstand, während Herr Rentner Louis S e 1 i n g e r neu in den Ausschuß eintrat. Auch an diesen Verein stellt die Zeit der Not große Ansprüche. Es ist wünschenswert, daß die Allgemeinheit die Bestrebungen desselben tatkräftigst unterstützt. Nürnberg. Daß trotz des Krieges in der Z i o - nistischen Ortsgruppe Nürnberg- F ü r t h noch reges Leben herrscht, zeigte die am 13. Februar zahlreich besuchte Versammlung. Sicherlich war die Hauptursache des guten Besuches wohl dem angekündigten Vortrage des

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