Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 7 (19.2.1915)
- Date
- 1915-02-19
- Page
- Seite 55 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 7 Das Jüdische Echo 55 1 sein, kette,;rie:>»": <> is#*,,trt*" L.,ih VVLuM .CT* SJj äS Notdurft sorgen drei jüdische Volksküchen, in welchen ständig etwa je 300 Juden speisen. In die materielle Leistung teilen sich hauptsächlich die Kultusgemeinde Chemnitz (1000.— M. Monatsbeitrag), die Saxonia-Loge (500 M. Monats- und 1000 M. einmaliger Beitrag), wohlhabende ausländische Juden in Chemnitz (500 M. monatliche und 1300 M. einmalige Beiträge), Kultusgemeinde Dresden und Leipzig (je 1000 M. Monatsbeitrag), die Leipziger Orthodoxie (2000.— M. monatlich); außerdem diverse jüdische Vereine und Einzelpersonen mit mehr oder minder großen Spenden. Aus diesen Mitteln werden auch in zahlreichen Fällen Mietzinszuschüsse gewährt, eine jüdische Lesehalle wurde errichtet und einiges mehr. Auch die zionistische Organisation und ihre Zweige sind selbstverständlich tatkräftig an dem erhebenden Hilfswerk beteiligt. —1—n München. Der soeben erschienene Verwalttungsbericht der Israelitischen Kultusgemeinde für 1914 bringt auch diesmal wieder eine Übersicht über die gemeindlichen Angelegenheiten. Wir behalten uns eine eingehende Besprechung für später vor und möchten heute nur die wissenswertesten Punkte daraus wiedergeben. Da der Krieg auch an die Münchner Gemeinde für Wohlfahrtszwecke größere Anforderungen stellte, hat die Verwaltung eine Kriegshilfskasse ins Leben gerufen, aus welcher bis Jahresschluß nahezu 27.000 Mark an Unterstützungen verausgabt wurden. Die Einnahmen hiefür kamen aus der gemeindlichen Wohltätigkeitskasse und den einschlägigen Vereinskassen; 11.000 Mark erbrachten hiezu auch die Enthebungskarten für Neujahrswünsche. Dem Roten Kreuz wurden bei Beginn des Krieges von der Gemeinde 3000 Mark überwiesen. Die Zahl der Gemeindebeamten beträgt 20, wovon drei militärisch eingezogen sind; Rabbinatssubstitut Dr. B ä rw a 1 d wurde vom Kriegsministerium als bayerischer Feldrabbiner berufen und übt seine Tätigkeit am westlichen Kriegsschauplatz aus. Die Zahl der Kultussteuern zahlenden Gemeindemitglieder beträgt 2650 gegen 2644 im Vorjahre. — Im Laufe des Jahres wurde ein neuer Kantor und Religionslehrer in der Person des Herrn A. Müller, bisher in Karlsruhe, angestellt. Herr Hauptlehrer Frei konnte im abgelaufenen Jahre auf eine 40jährige Tätigkeit als Beamter an der hiesigen Gemeinde zurückblicken und wurde in entsprechender Weise geehrt. Die Wahlen zur Kultusverwaltung, welche Ende 1914 erfolgen sollten, wurden ebenso wie die neue Steuerveranlagung der Gemeindemitglieder wegen der Kriegslage auf nächstes Jahr verschoben. Der Zuschuß für die Religionsgesellschaft „Ohel Jakob" wurde ab 1. Januar 1915 auf 4000 Mark pro Jahr festgesetzt (bisher wurden 2 Prozent aus dem Anfall der Kultusbeiträge bewilligt). — Anläßlich der Jahrhundertfeier der Gemeinde ist die Herausgabe einer Denkschrift in Arbeit; sie erfolgt unter Zuziehung einer wissenschaftlich vorgebildeten Persönlichkeit. — Das Finanzwesen der Gemeinde ist recht erfreulich; die Einnahmen an Kultusbeiträgen betrugen 144.000 Mark (+ 1500 Mark gegen 1913), die Ausgaben 190.000 Mark; außerdem hat die Gemeinde Rückzahlung von Vorschüssen geleistet. — Der Religionsunterricht wurde an 849 Volksschüler (im Vorjahre 816) und zwar an 408 Knaben und 441 Mädchen erteilt; an den Fortbildungsschulen waren es 97 Knaben und Mädchen (gegen 107 im Vorjahre). Der Bericht bemerkt bei diesem Punkt, daß der Beginn des hebräischen Leseunterrichts von der ersten in die zweite Klasse verlegt wurde; hierauf werden ■ wir zu seiner Zeit bei Besprechung des Verwaltungsberichts noch zurückkommen. Zu den Kosten des israelitischen Religionsunterrichts zahlte die Stadt 2000 Mark (hierüber wurde bereits früher in diesen Blättern eingehend referiert). — Die israelitische Abteilung des Krankenhauses München - Schwabing wurde von 95 Kranken frequentiert; für diejenigen Kranken, welche nicht frei von Gebühren Aufnahme finden, zahlt die „Krankenfürsorge israelitischer Vereine". An dieser Stelle sei auch der segensreichen Tätigkeit des seit Jahren als Verwaltungsrat wirkenden Herrn Albert Landauer und seines Stellvertreters Herrn Popper besonders gedacht. — St e r b e f ä 11 e kamen im abgelaufenen Jahre 161 (137 Erwachsene, 24 Kinder) vor; die Kosten von unbemittelten Verstorbenen werden von der Gemeinde und der Chewra Kadischa gemeinsam getragen; hiefür wurden nahezu 4000 Mark verausgabt. — Die Zahl der Stiftungen, welche unter der Verwaltung der Gemeinde stehen, erhöhte sich im Jahre 1914 von 137 auf 150. Von dieser seien besonders die „Rabbiner Dr. Werner-Stiftung" mit 17.500 Mark, die „Stipendienstiftung", sowie die „Kirchdörfersche" und „Hermannsche" Stiftungen erwähnt; über beide letztere werden wir an anderer Stelle berichten. Der Bericht der „gemeindlichen Wohltätigkeitskasse" weist 28.000 Mark Ausgaben für Unterstützungen aus; aus der „Waisenstiftung" wurden Erziehungsbeiträge für 62 Kinder mit 13.500 Mark bewilligt. Die unter gemeindlicher Verwaltung stehende „rituelle S p e i s e a n s t a 11" gewährte 51629 Mahlzeiten, und zwar unentgeltlich aus Stiftungsmitteln 32124, während der Rest zu 45 Pfennig pro Mahlzeit an Erwachsene, 25 Pfennig für Kinder verabfolgt wurde. — Zum Schlüsse sei noch die bedauerliche Tatsache erwähnt, daß ein Mitglied der Verwaltung, Herr Rechtsanwalt Dr. Oestreich, verwundet in französische Gefangenschaft geriet und sich noch dort befindet. Wir wollen mit dem Wunsche schließen, daß der Friede bald einkehre und das gefangene Verwaltungsmitglied bald wohlbehalten rückkehren möge. J. F. München. Donnerstag, den 10. Februar, fand eine Sitzung des Verwaltungsausschusses der Kultusgemeinde statt, in der als erster Punkt Stiftungsangelegenheiten behandelt wurden. Herr Justizrat Frankenburg e r teilte mit, daß Frau Samuel Strauß der Gemeinde 1000 Mk. aus dem Nachlaß ihres Mannes für wohltätige Zwecke zuwende, daß zu der von Herrn Raphael E. Landauer zu seinen Lebzeiten begründeten Bernhard Landauerschen Wohnungsstiftung unter den gleichen Bedingungen eine Zustiftung von 15 000 Mk. erfolgt sei und die Erben des Herrn Bernhard Krämer 2500 Mk. für die Israelitische Waisenstiftung zur Verfügung stellten. So begrüßenswert diese Zuwendung sei, führte der Referent aus, müsse man doch darauf hinweisen, daß der Waisenhausfonds der mindestbedürftige sei. Es wäre zu wünschen, daß Personen, die sich mit Schenkungsabsichten trügen, bei Kennern der Verhältnisse vor Ausführung ihrer Absichten über deren Zweckmäßigkeit sich orientierten. Ferner wurden aus dem Nachlaß 200 Mk. für hiesige Stadtarme zugewiesen, davon die Hälfte für israelitische. Die Verteilung wurde dem Herrn Rabbiner Dr. Werner persönlich überlassen. Er wandte 200 Mk. der Wohltätigkeitskasse und 200 Mk. der Kriegsfürsorge zu. — Der zweite Punkt betraf Anregungen ffir«