Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 2 (1915)
- Issue
- 7 (19.2.1915)
- Date
- 1915-02-19
- Page
- Seite 56 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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56 Das Jüdische Echo des Verbandes der deutschen Juden zur Regelung der Gehaltverhältnisse der Feldrabbiner. Die Vorschläge wurden angenommen. Herr Justizrat Of ne r teilte mit, daß die Entsendung und das Wirken der Feld-, rabbiner in jeder Beziehung außerordentlich ersprießlich sei. — Der dritte Gegenstand der Verhandlung betraf Personalfragen des Schächtw esens. Die Anträge des Referenten der Ritualkommission, Herrn Siegmund Feuchtwang e r , wurden angenommen. In der Debatte gab ein Verwaltungsmitglied bekannt, daß in Kreisen, die auf einen rituellen Haushalt Gewicht legten, noch immer Unzufriedenheit wegen der Fleischpreise der jüdischen Metzger herrsche, mit denen neuerdings diese Angelegenheit besprochen werden soll. — Gelegentlich der Beratung über den Voranschlag für das Israelitische Pensionat (vierter Punkt) berichtete Herr Albert Landauer über dessen Verhältnisse. Er schilderte die Wirtschaftsführung als musterhaft. Unter Dankesworten für den Verwaltungsrat des Instituts, Herrn Landauer, wurde der Voranschlag genehmigt. — Bei Punkt 5 der Tagesordnung beantragte Herr Albert Landauer als Referent für Friedhofsangelegenheiten die Abschreibung der uneinbringlichen Grabgebühren. Der Antrag fand die Zustimmung der Versammlung. — Hierauf wurden in geheimer Sitzung Einsprachen gegen Veranlagungen zur Kultussteuer erörtert. Vereins-Echo München. In der Zionistischen Ortsgruppe berichtete am 23. Januar der vom Felde heimgekehrte Herr Theo H a r b'u r g e r über die Stellungnahme der polnischen Juden und der Polen überhaupt zum deutschen Invasionsheere und die Ansichten und Möglichkeiten, die je nach dem Ausgange des Krieges sich ergeben würden. Ein großer Teil der polnischen Juden erhofft vom Siege der deutschen Waffen eine Besserung seiner sozialen und wirtschaftlichen Lage. Die Ansprüche der Nationalpolen gehen hingegen auf hohe politische Ziele, deren Verwirklichung immerhin leicht in Konflikt mit Lebensinteressen des Deutschen Reichs und der ihm verbündeten Monarchie geraten könnte. Daß wir Juden schon als Juden über eine Lostrennung Polens von Rußland erfreut sein müßten, kann nicht zweifelhaft erscheinen. Denn schlechter kann es für unsere Brüder im Osten nicht werden. Dagegen können wir bedingt hoffen, daß mit dem deutschen Einfluß in dem vom russischen Reich befreiten Polen mindestens wirtschaftliche und soziale Freiheit für die polnischen Juden einkehren wird mit allen Segnungen, die ein ehrlich, im Interesse des Gesamtwohles regiertes Staatswesen seinen Bürgern gewährt. Ob die Juden darüber hinaus, wie in der österreichisch-ungarischen Monarchie, in ihrer Gesamtheit auch politische Selbständigkeit und eine eigene Vertretung im Parlament erhalten werden, darüber öffentlich zu diskutieren, dürfte heute verfrüht sein. Es wäre nicht mehr als Recht, denn die 4x/a Millionen Juden in Polen sind ein so großer Teil der Gesamtbevölkerung, daß es ungerecht wäre, bei der Verteilung der politischen Rechte, eine so große nationale Minderheit nicht zu berücksichtigen. Hier rückt die „Judenfrage", soweit sie die polnischen Juden betrifft, wieder einmal in den Tätigkeitsbereich der großen politischen Welt. Hoffen wir, daß die maßgebenden Kreise diese Frage, die auch die ihrige ist, einsichtsvoll behandeln, wie es mit Bezug auf die rumänischen Juden der Berliner Kongreß 1878 tat, und vor allem — daß diesmal der Erfolg ein besserer werde als damals. Wie schon wäre es, wenn unter den Juden, die auf die Geschichte der Welt und ihre Leite Einfluß haben, auch solche wären, die ihn zum Wohle der polnischen Juden verwerten wollten! I—s Anzeigen-Echo München. Fahrtenzettel des Jüdischen Wanderbundes „Blau-Weiß" für den 21. Febr. Mädchen. 1. Zug. Treffpunkt 8.30 Uhr Erlöser- Kirche, Schwabing-Garchinger Heide. Kosten 5 Pf. _ 2. Zug. Treffpunkt 8 Uhr Hofgarten-Tor. Schleißheim-Dachau. Kosten 45 Pfg. — Buben: 1. Zug. Treffpunkt 1.30 Uhr Reichenbachbrücke. Streifzug und Kriegsübung im Perlacher Forst. Kosten 5 Pfg. — 2. Zug. Treffpunkt 1.30 Uhr Siegestor. Föhring. Kosten 5 Pfg. München. Im Gebäude der Kultusgemeinde finden Sonntag, den 21. Februar, mehrere Jahresversammlungen statt und zwar vom Verein zur Unterstützung mit Brennmaterialien um 10 Uhr, von der Krankenfürsorge Israelitischer Vereine um IO'/l- Uhr, vom Frauenverein um 11 Uhr, vom Verein für Ferienkolonien um II1/-' Uhr im oberen Saale, von der Chevra Kadischa um VslO Uhr im Sitzungssaale. Der Verein „Frauenhilfe" lädt für Montag, den 22. Februar, um 3 Uhr zur Mitgliederversammlung im Verwaltungsgebäude ein. München. Verein Bne Jehuda. Samstag, 27. Februar, statt einer Purimfeier: Literarisch- Musikalischer Abend. Beginn: 9 Uhr abends. Lokal: Nebensaal des Hotel Reichshof. Gäste herzlich willkommen. Geschäffs-Echo Durch den Weltkrieg sind viele Familien in Trauer versetzt worden. Viele tragen zum Gedenken an den Gefallenen einen einfachen, aber mit großem Geschmack 'stilisierten Palmzweig, in Hinblick darauf, daß man früher den Helden auf dem Schlachtfelde Palmzweige überreichte. Dieses einfache, aber würdige Schmuckstück fertigt die Email-Industrie Th. Kommereil in München am Platzl an. Es kann in fast allen einschlägigen Geschäften gekauft werden. Wo es nicht erhältlich ist, wolle man es durch den Fabrikanten direkt beziehen. Wir erfüllen die traurige Pflicht, das Hinscheiden unseres bewährten Gesinnungsgenossen, Herrn Siegmund Hausdorf der am 17. Februar d. J. im 59. Lebensjahre starb, anzuzeigen. Wir beklagen in dem Verblichenen den Heimgang eines Gründungs- und Vorstandsmitgliedes, dem wir alle Zeit ein ehrendes Andenken bewahren werden. Die Zionistische Ortsgruppe München. Druck und Verlag: B. Heller, Buchdruckerei, München, Herzog Maxstr. 4. - Verantwortlich für die Redaktion: Norbert Weldler» München-Solln, Erikastr. 6, für den Anzeigenteil: Chr. Lehmeyer, München.