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Das jüdische Echo · 1914-12-01 · 12 (Dez. 1914) · p. Seite 140

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
12 (Dez. 1914)
Date
1914-12-01
Page
Seite 140 (sequence 8)
Language
German
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140 Das Jüdische Echo Nr. 12 Feuilleton Das Schwert des Juda Makkabi Von Richard Huldschiner. Zitternd im Dunst der Wüste stand der rote Mond über dem Horizont. Die Feldfeuer der Juden waren erloschen; denn es war Sabbat. In den tiefen Höhlen des Berges, der die Flüchtlinge barg, war ein heimlich sorgendes, ängstliches Leben. Alte Männer saßen gebeugt auf dem Boden und beteten um ihre erschlagenen Söhne, die Klageweiber schrien und zerfleischten sich die welken Brüste mit ihren verzweifelten Händen. Es kam ein Stöhnen von der blutgetränkten Erde, stieg auf, breitete sich aus, schwebte über der Wüste wie eine dräuende Wetterwolke, bedrückte den Aufrechten und zerschmetterte den Gebeugten. Die Wüste blieb stumm und lauschte. Im Osten aber stand eine rote Helle über demLand. Dort war das Lager der Feinde. Und auf einem Altar erhob sich das Bild des Gottes Milkom, des Verwüstenden, sieben Mann hoch, mit feurigen Augen und Nüstern; denn in seinem Innern lohte das Opferfeuer. Wie ein brennender Turm erhob das Bild sich über die Ebene, sandte heiße Strahlen aus und schien das Land bis in die weitesten Weiten, bis an das flutende Meer hin, in seinen Besitz nehmen zu wollen. Die Augen der Flüchtlinge irrten scheu über die fernen Feuer, wandten sich hilfesuchend zum Himmel, an dem flimmernd die Sterne standen, und sanken dann gleichsam in sich selber/zurück, zum eignen Elend, zum Tode der Brüder, zum Weinen der Mütter. Aber ein Alter, Eleasar, der Sohn des Saphan, Sohnes des Abdon, kauerte auf dem Boden, umschlang seine Knie mit den abgezehrten Armen, stützte die Stirn auf seine Knie und schrie zum Herrn: „Herr, wir haben sehr gesündigt. Herr, Du straftest uns, Rissest uns aus dem Taumel empor, Stürztest das Haus. — Edom steht wider uns, Reckt sich höhnend empor, Und seine eherne Faust Rüttelt An Deines Heiligtums Säulen. Wehe Israel, ich sage Dir, Gekommen ist die Zeit, da Deine Mütter weinen Und Deine Kinder sterben, Israel! Mit seinen Wurzeln ausgerissen Verschmachtet der Weinstock. Wehe, Israel, die Dürre ist über Dir. Es lechzet der Gaumen nach dem Naß der Befreiung, Die Klüfte des Berges sind voll Klagen, Und ein Zittern geht über die geborstene Ackerkrume. O Herr, wir liegen vor Dir im Staube. Wann wird aufs neue erstehen die grüne Saat? Wann wirst Du neue Triebe keimen lassen? Mit Blatt und Stengel und mit Knosp' und Blüte? Mit stolzer Blüte, die der Sonne zu sich neigt? Herr, Deine Knechte haben lang getrauert---". Aber seine Stimme erstickte unter Tränen, und er sah es nicht, daß die Brüder, die um ihn her auf den Steinen lagen, sich in den Staub beugten, die Arme ausbreiteten und einander zuriefen: „Ein Prophet! Ein Prophet! — Segne uns, Eleasar!" — HOTEL VIER JAHRESZEITEN MÜNCHEN empfiehlt seine vornehm ausgestatt. Saalräumlichkeit, zur Abhaltung von Familien-Festlichkeiten aller Art. Weingrosshandlung. Verl. Sie unsere Preisliste! ...... IHM. cteiiauraf 8ut?ö(lrjT,tnitSlop6n(lu6cS^arfapn)lr. empfiehlt im Reftaurant Burgftra&e 17 feljr ausroafjlreidjen TTtittagtifd} non ITTk. 1.80 an, flbenötifdj Don m&. 1.20 an. ptfante ^rür/ftücfe bei Perabretd)ung vov? 5ÜgItd)er reeller ^lafcfyertu. Sd}oppenrr>etrte. I f f Cafe und Restauration t il Der Reichsadler ■früh. Savoy a. Karlstor Ganz erstkl. Küche Civlle Preise I iKünstler-Konzerte £3 i-u u£l Sfufenf&attbe* 1Ü1 ' ©euffcfte* Sfteafer @3>tDanft)a(er«;pa|Tage — Xel.7882 SägKd? oftettfrg 8 jfftr fforffeUmta WlENER CAFE DEUTSCHES THEA TER Anerkannt vorzüglicher Kaffee Aufmerksame Bedienung :: :: M K O H M früherer Besitzer des „Schloss-Caß 1V1. l\VUl\, Nymphenburg" ammerffss mWeU Xomefymftcä u. befffrequentierfeö (Stab* Hffement t>er ZRefifcena. Sägt. t?on 2—11 abentx*. <5alon*Drcf;effer. »efi oentiliert. 3eben@jn ':a neueö Programm ffaufmgerfir. 28 / Sei. 400Z

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