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Das jüdische Echo · 1914-10-01 · 10 (Okt. 1914) · p. Seite 115

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Journal
Das jüdische Echo
Volume
1 (1913-1914)
Issue
10 (Okt. 1914)
Date
1914-10-01
Page
Seite 115 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 10 Das Jüdische Echo 115 einer unserer bewährtesten jüdischen Pädagogen auf dem Felde der Ehre gefallen — Herr Max Strauß. Als Lehrer an der hiesigen Religionsschule des Ohel-Jacob (Israelitische Religionsgesellschaft) e. V. entfaltete er eine äußerst ersprießliche Wirksamkeit, durch die er sich die Liebe seiner Schüler und die Wertschätzung der Eltern erworben hat. Auch der erwachsenen Jugend widmete er durch Abhaltung von Vorträgen aus dem Gebiete der jüdischen Religionsliteratur Zeit und Interesse. Für den jüdischen Wanderbund „Blau-Weiß" trat er als Wahrer Freund der Jugend ein. Mit Begeisterung ist er dem Rufe zu den Waffen gefolgt. Wer ihn gekannt, wird dem tüchtigen Manne ein ehrendes Andenken bewahren. M. Z. München. Der bekannte Philantrop Josef Kronheimer, gebürtig aus Schopfloch, ist vor kurzem in Melbourne (Australien) gestorben. , Er hat stets seiner Heimat gedacht. So beruht das „Israelitische Pensionat" in München zum Teil auf seinen Schenkungen. Wie wir hören, hat er in seinem letzten Willen der hiesigen Gemeinde eine größere Stiftung zur Ausstattung jüdischer Bräute zur Verfügung gestellt und den „Studien- und Arbeitsbeförderungsverein" mit einem bedeutenden Legat bedacht. München. Herr Rabbinatssubstitut Dr. Leo Bärwald, der zum Feldrabbiner ernannt worden war, hielt in Metz den Jörn Kippur-Gottesdienst. Zur Zeit befindet er sich in Nordfrankreich bei der Front. München. Unser Gesinnungsgenosse Alexander Wetzlar liegt verwundet im Lazarett Köln a. Rh. Er wurde für besondere Tapferkeit vor der Front zum Unteroffizier befördert. München. Der Oberleutnant d. R., Herr Rechtsanwalt Dr. Karl Ostreich, Mitglied der Israelitischen Kultusverwaltung, ist im August als Verwundeter in französische Gefangenschaft geraten. München. Die Sammlung des Komitees für die Enthebung von schriftlicher Beglückwünschung beziffert sich auf 11 760 Mark, die, wie in der vorigen Nummer schon mitgeteilt wurde, nicht auf die Vereine verteilt, sondern zur Milderung der bestehenden Not verwendet werden. München. Bekanntlich wurden in Königsberg i. Pr. 32 russische Juden als Kriegsfreiwillige ins Heer eingereiht . Auch in München meldete sich eine Anzahl, von denen einige angenommen wurden, ein Beweis dafür, daß die Regierung die patriotische Gesinnung der schon lange hier ansässigen ausländischen Juden, welchen Deutschland zur Zufluchtsstätte wurde, anerkennt. Nürnberg. Im Alter von 84 Jahren ist Geheimer Hofrat und Justizrat Gustav Josephthal gestorben, der langjährige Vorsitzende und Ehrenvorsitzende der Kultusgemeinde. Er war Mitbegründer und Ehrenvorsitzender des „Landesvereins", des „Gemeindebundes", dessen Versammlungen er oft leitete, wie überhaupt ein tätiger Mitarbeiter der großen jüdischen Organisationen Deutschlands. Viele Jahre bekleidete Geheimrat Josephthal auch das Amt eines Vorsitzenden der Anwaltskammer. Nürnberg. Unser Gesinnungsgenosse, Rechtspraktikant Nathan Kahn, wurde am Oberarm verwundet. — Am 20. August wurde Herr Kapellmeister Stephan Wortsmann, Einjährig-Freiwilliger im 13. Infanterieregiment, verwundet. Er wird demnächst wieder zur Front zurückkehren. Nürnberg. Herr Rabbiner Dr. Freudenthal hat zum Anfang der Schulzeit eine Mahnung an seine Gemeinde gerichtet, in der die Eltern aufgefordert werden, ihre Kinder regelmäßig die Gottesdienste besuchen zu lassen, und die Jugend angewiesen wird, die Synagoge auch aufzusuchen. Es dürfe nicht sein, daß die Schüler von den Eltern selbst an der Teilnahme der Gottesdienste behindert würden. Er hoffe, daß es ihm erspart bleibe, die Hilfe der neuen Schulordnung gegen Zuwiderhandelnde in Anspruch nehmen zu müssen. Nürnberg. Die sattsam bekannte antisemitische Zeitschrift „Der Hammer" glaubte, sich die Juden Nürnbergs zum Zielpunkt ihres Geifers wählen zu dürfen, weil sechs Juden vom Magistrat zu ehrenamtlichen Leitern der Kriegsfürsorgeämter bestellt worden waren. Die richtige Antwort darauf erteilte ihr Herr Oberbürgermeister Dr. G e ß 1 e r in einer Sitzung vom 6. Oktober, indem er auf die von den betreffenden Herren geleistete große Arbeit verwies. Ihm sekundierte Magistratsrat und Landtagsabgeordneter H ä b e r 1 e i n , der es höchst bedauerlich fand, daß eine solche Zeitschrift in dem gegenwärtigen Zeitpunkt mit ganz gehaltlosen Angriffen hervorzutreten wage. Regensburg. Den sechs jüdischen Kriegsgefangenen aus Frankreich wurde auf Fürsprache des Herrn Distriktsrabbiners Dr. Meyer erlaubt, rituelle Kost anzunehmen und an Sabbathen und Feiertagen den Synagogengottesdiensten unter Bewachung deutscher jüdischer Soldaten beizuwohnen. Reichenhall. Nach einer Mitteilung des Kgl. Bezirksamtsassessors in Reichenhall an unsere Redaktion waren am 30. September noch mehrere vollständig mittellos gewordene kranke Juden aus Russisch-Polen, z. T. mit Frau und Kindern, zurückgeblieben. Davon mußten vier Männer wegen schwerer Erkrankung an Tuberkulose in dem Krankenhause aufgenommen werden. Hiefür wie für die allernotwendigste Unterstützung der Familien ist die k. b. Staatskasse aufgekommen. Die Fälle wurden vom Zionistischen Gruppenverband Bayern dem Hilfskomitee der Zionistischen Vereinigung für Deutschland mitgeteilt. Auf dessen Veranlassung gingen 300 Mark für die in Not geratenen russischen Stammesgenossen in Reichenhall ab. Auch die Israelitische Kultusgemeinde von München sandte auf ein Schreiben des Bezirksamts 200 Mark zur Unterstützung der Notleidenden nach Reichenhall. Schweinfurt. Die Kultusgemeinde sollte dieser Tage ihr 50jähriges Jubiläum begehen. Von der Veranstaltung einer Feier sah man selbstverständlich ab. Man beschränkte sich auf die Verteilung einer Festschrift des Herrn Distriktsrabbiners Dr. S a 1 o m o n Stein an die Mitglieder. Sie enthält unter Hinweis auf die vorhandenen Arbeiten eine chronologische Ubersicht über die Geschichte der Juden in Schweinfurt und beschreibt in ausführlicher Weise die Entwicklung der seit 1864 bestehenden jüdischen Gemeinde. Windsheim. Die Kultusgemeinde überwies dem Roten Kreuz 170 Mark.

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