Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 9 (Sept. 1914)
- Date
- 1914-09-01
- Page
- Seite 101 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9102850-9114188--00120-9072948- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 9 Das Jüdische Echo 101 ^nen J*? und das aas rt .seiner »innen Zionistischen Deutschland!lichl a»erderi^ kT Hand dem \at» w Achten der £ 'usarnmenueschlö^ c d»e allsemeiiK \" ilien sind durch en r.\istenz vemi;a;: worden. Viele Ii en in Deutschland u; Leben iristen I der Juden, die »■ )ire Not geraten st tben sofort bei Bett eingeleitet und .fe rtassetL Der J&. ts mitueteilL eine tis mmlune von Spen:; id iür durch den ük eingeleitet, che Vereinuji unternotninen. ü- 1(ktl Juden aniMf t und ihrer rs°^ wS&i Nol,Ä* »en »,r ' .„Iii* B ■B*S< mu>*u "*U°Jf ..M *' *oMi[°S t«: *\£ S«** rS^tf? ef 'S. SV *J2*5w" ' ** «Jt i^** ,|f «*2fc: vWv>' ,fC?ke» J ö«rk V dl«v ilMJ ,/ ■** k'rlf .. f;^'" Der Jüdische Nationalfonds läßt eine Hilfsmarke zum Verkauf gelangen, deren Ertrag allen Verwundeten und Notleidenden ohne Unterschied des Bekenntnisses zu Gute kommen soll. Längst sind alle Scheidelinien zwischen Parteien und Konfessionen verschwunden, und in aufopferungsvoller Weise arbeiten alle gemeinsam im vaterlandischen Interesse. Es ist deshalb anzunehmen, daß der Absatz der Hilfsmarke entsprechend dem patriotischen Zweck recht erheblich sein wird, zumal der Preis eines Markenheftchens, das 20 Marken enthält, auf nur M. 1.— bemessen ist. Die Hilfsmarke soll insbesondere für Feldpostsendungen benutzt werden, die bekanntlich portofrei sind. Unsere in der Front stehenden Vaterlandsverteidiger werden sich freuen, aus den Marken zu ersehen, wie die in der Heimat Zurückgebliebenen mit allen Mitteln bemüht sind, die verwundeten Krieger und die notleidenden Familien in der Heimat zu unterstützen. Aber auch bei gewöhnlichen Postsendungen dürfen und sollen die Hilfsmarken in Anbetracht des edlen Zweckes reichlich verwendet werden. Sie sind in München von der Redaktion des „Jüdischen Echos" zu beziehen. Der Zionismus Von Max Nordau IV* Die bisherigen Aktionen des Zionismus — Vorbereitungen einer zweckdienlichen Besiedlung Palästinas — Der „praktische Zionismus" — Die zionistische Organisation — Der Schekel — Zionistische Zeitschriften — Schulen und Fortbildungsanstalten — Hebung des jüdischen Volkes und seines Selbstbewußtseins — Die diplomatische Arbeit — Die jüdische Kolonialbank — Der Nationalfonds — Die „Anglo Palestine Company" — Der Bezalel — Das hebräische Gymnasium in Jaffa Will man wissen, was die auf dem Kongreß vertretenen Juden bisher getan haben, um das vom ersten Kongreß aufgestelte Programm zu verwirklichen, so halte man sich folgende Tatsachen im Zusammenhang mit den einzelnen Programmpunkten vor Augen: „1. Zweckdienliche Förderung der Besiedelung Palästinas mit jüdischen Ackerbauern, Handwer-' kern und Gewerbetreibenden." Der Zionismus versagte sich unter Herzl grundsätzlich die Kleinkolonisation und die Einschleichung in Palästina. Die Zionisten beschränkten sich damals darauf, sich zu eifrigen, unermüdlichen Fürsprechern der bereits bestehenden jüdischen Kolonien in Palästina bei ihren bisherigen Unterstützern zu machen, als diese von ihnen die Hand abziehen wollten, die Gründung von Fabriken im heiligen Lande vorzubereiten, die den dortigen jüdischen Arbeitern Beschäftigung geben sollten, und den Fortbestand der wegen Mangels an Mitteln zur Schließung verurteilt gewesenen hebräischen Musterschule in Jaffa durch Zuwendung einer jährlichen Subvention zu sichern. Sie wollten nur darüber wachen, daß die vorhandenen, verheißungsvollen Ansätze einer jüdischen Kolonisation gepflegt und erhalten wurden, bis die Besiedlung Palästinas in großem Umfange möglich werden würde. Allein neben dieser Richtung, die als die „politische" bezeichnet wird, gab es im Zionismus immer auch eine andere, die sich selbst die „praktische" nannte und die im Gegensatz zur ersteren aus allen Kräften die Erwerbung von Grund und Boden, wäre es auch in noch so geringem Umfange und unter mühseliger Anpassung an die ottomanischen Gesetze, und die Absiedlung von Juden, wäre es auch in noch so bescheidener Zahl, in Palästina anstrebte. Die „Bilu waren die vorbildlichen und rührenden Träger dieser Form des Zionismus, der sich in den „Chowewe Zion", „den Zionsfreunden", verkörperte, den Vorläufern des Herzischen politischen Zionismus. Nach langen und bedauerlichen Kämpfen zwischen beiden Richtungen, die einander nicht bekriegen, sonderen ergänzen sollten, siegte auf dem zehnten Kongreß in Basel 1911 durch den freiwilligen Rücktritt Wolffsohns und die Wahl des Professors Warburg zum Vorsitzenden des Engeren Aktionskomitees die praktische, die gegenwärtig in erster Reihe die Arbeiten der zionistischen Organisation bestimmt. Diese hat in Palästina eine Musterfarm zur Erprobung der für das Land geeignetsten landwirtschaftlichen Methoden, einen Versuchsbetrieb auf genossenschaftlicher Grundlage nach dem Plane des Dr. Franz Oppenheimer, einen großen Ölbaumhain, den „Herzlwald", Ansiedelungen für die yemenitischen Juden und das neue Stadtviertel .Teil Abib in Jaffa geschaffen, das der Stolz der jüdischen Bewohner ist. „2. Gliederung und Zusammenfassung der gesamten Judenschaft durch geeignete örtliche und allgemeine Veranstaltungen." Lokal ist die zionistische Judenschaft gegenwärtig in etwa sechshundert Vereinen organisiert, die eine überaus rege Tätigkeit entfalten. An allgemeinen, das ganze Judentum umfassenden Organisationen besitzt der Zionismus die Landesverbände seiner Vereine, das Große und Engere Aktionskomitee und den Kongreß, der ein ständiges Sekretariat, gegenwärtig in Berlin, unterhält. Die Kosten dieses Apparates decken die zionistischen Juden durch eine freiwillige jährlich« Abgabe, nach der altjüdischen Münzbezeichnung „Schekel" genannt, die in Rußland 50 Kopeken, in den westlichen Ländern je eine Münzeinheit (1 Mark, 1 Franc 25 Centimes, 1 Schilling usw.) beträgt. Die Bezahlung eines Scheckeis 2 Jahre hintereinander gibt das Wahlrecht für den Kongreß. Der Zionismus besitzt in der deutschen Wochenschrift „Die Welt" ein offizielles Organ. Seine Gedanken werden außerdem von nahe an siebzig Zeitschriften in hebräischer, deutscher, russischer, polnischer, italienischer, englischer, französischer, rumänischer Sprache, in jüdisch-deutscher, jüdischspanischer und jüdisch-arabischer Mundart vertreten. Er hat zahlreiche Schulen und Fortbildungsanstalten (Toynbeehallen, Volksuniversitäten, Turn- und Wandervereine) gegründet und in der letzten Zeit begonnen, sich einen Platz in den jüdischen Gemeindeverwaltungen zu erobern, um die Mittel der Gemeinden mehr, als es seitens der bisherigen antinationalen oder gedankenlosen Leiter geschehen ist, national-jüdischen Lehr-, Erziehungs- und Kulturzwecken zuzuwenden. „3. Stärkung des jüdischen Selbstgefühles und Volksbewußtseins." Die zionistischen Vereine sorgen allenthalben dafür, daß ihre Mitglieder und die jüdische Menge überhaupt mit der Geschichte ihres Volkes bekannt, mit der heiligen und profanen Literatur in hebräischer Sprache vertraut werden. Sie lehren die Juden, den Kopf hoch zu tragen, auf ihre Abstammung stolz zu sein und die antisemitischen Lügen, Verleumdungen und Beschimpfungen zu verachten. Sie sorgen nach Kräften für die Verbesserung der Hygiene des jüdischen Proletariats, für dessen wirtschaftliche Hebung durch die Mittel der Assoziation und der Solidarität, für zweckmäßige Kindererziehung und für Frauenbildung. Sie geben der studierenden Jugend ein Strebensziel und Lebensideal. Sie predigen die Pflicht musterhafter, durchgeistigter Lebensführung, die