Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 4 (April 1914)
- Date
- 1914-04-01
- Page
- Seite 38 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Jüdische Echo Nr. 4 Der Zionismus erstrebt für das jüdische Volk die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte in Palästina. Baseler Programm 1897. Zur Zahlung von Schekolim wende man sich mündlich oder schriftlich an folgende Ortsgruppenvorsitzende oder Vertrauensmänner: Augsburg: Felix Schwarz, Kaiserstr. 41; Bamberg: Julius Strauß, Kettenbrückenstr. 2; Bayreuth: Rechtspraktikant Adolf Bloch, Leopoldstraße; Burgkundstadt: Dr. Lazarus; Erlangen: Leopold Katz; Floß: Ferdinand Bloch; Förch heim : Lehrer Ehrenreich; Günzenhausen: Zahnarzt Wolff, Schillerstraße 10; Kissingen: Dr. Bamberger; K i t z i n g e n : Edmund Nußbaum, Bismarckstraße 1; K r o n a c h : Dr. Bamberger; Laudenbach: Lehrer Hirsch Oppenheimer; Nördlingen: Dr. Heimann; München: Dr. Straus, Kobellstr. 13; Nürnberg-Fürth: Zahnarzt Singer, Nürnberg, Josephplatz 25; Partenkirchen: Dr. Weissenberg, Pension Schweizerhaus; Regensburg: Alois Natzler; Waidhaus: M. Sadler; Würzburg: Moritz Steinberger. Aus dem Statut der Zionistischen Organisation Beschlossen vom X.Kongreß in Basel August 1911. § 2. Die zionistische Ortsgruppe umfaßt alle Juden, die das zionistische Programm anerkennen und den Schekel entrichten. § 26. Jeder Verein ist berechtigt, für je 400 Schekel, die für ihn seit dem letzten ordentlichen Kongreß an das Engere Aktionskomitee abgeliefert sind, einen Delegierten zu wählen. Vereine, für welche weniger als 400 Schekel abgeliefert worden sind, werden zwecks Vornahme der Wahl vom Landesvorstand zu einer Wahlgruppe zusammengelegt. Zur Einführung in den Zionismus empfiehlt sich die Lektüre folgender Schriften, die vom Jüdischen Verlag (Berlin W. 15) bezogen werden können: Hugo Schachtel: Zionist. Merkbuch. 20 Pfg. Richard L i c h t h e i m : Das Programm des Zionismus. 30 Pfg. Elias Auerbach: Palästina als Judenland. 30 Pfg. Theodor H e r z 1 : Zionistische Schriften. 3.50 Mk. Max N o r d a u : Zionistische Schriften. 2 Mk. Arthur R u p p i n : Die Juden d. Gegenwart. 4 Mk. Der Zionismus Von Max Nordau III. Die Vorläufer — Moses Heß — Dr. Leon Pinsker — Die erwachende Volksseele — „Der Judenstaat" von Dr. Theodor Herzl — Seine Wirkung— Der erste Kongreß — Das Baseler Programm — Die übrigen Kongresse — Der Tod Theodor Herzls — Der Rücktritt David Wolffsohns Der neue oder politische Zionismus hat vereinzelte Vorläufer gehabt, deren erstes Auftreten schon in die Mitte des 19. Jahrhunderts fällt. Ein deutscher Jude, der nicht einmal den Mut hatte, seinen Namen auf den Titel seines Buches zu setzen, schlug Mitte der Vierziger Jahre die Erwerbung und Besiedlung Palästinas vor, die bereits der Fürst von Ligne im 18. Jahrhundert (in seiner „Denkschrift über die Juden") als eine Lösung der Judenfrage empfohlen hatte. Einige entrüstete kritische Abweisungen in den damaligen jüdischen Blättern, die völlig unter dem Bann der Reform- und Assimilationsgedanken standen, waren die einzige Wirkung. Mehr beobachtet wurde Moses Heß' „Rom und Jerusalem", ein prophetisches Buch, das in den Sechzigerjahren erschien, zuerst den jüdischen Nationalismus inmitten des Emanzipations- und Verbrüderungstaumels verkündete und bei den in ihrer jungen Gleichberechtigung schweigenden deutschen Juden, soweit sie sich überhaupt herbeiließen, es zu lesen, einen wahren Sturm der Empörung entfesselte. Welcher Prophet in Israel hat nicht die Wut seines Volkes erregt? ... Anfang der Achtzigerjahre ereigneten sich im europäischen Osten gewisse Vorfälle, welche die Juden rauh aus ihren hundertjährigen Illusionen weckten und wieder zum Bewußtsein der Wirklichkeit brachten. Der russische Jude Dr. Pinsker schrieb damals ein Büchlein „Auto-Emanzipation", das bereits dem modernen politischen Zionismus präludierte und all seine Motive vorführte, ohne sie noch symphonisch zu entwickeln. Immerhin gab es die wesentlichen Schlagworte aus: Die Juden sind keine bloße Religionsgemeinschaft, sie sind ein Volk. Sie wollen wieder als geeintes Volk im eigenen Lande leben. Ihre Verjüngung muß zugleich wirtschaftlich, leiblich, geistig und sittlich erfolgen. Die jüdische Gymnasial- und Universitätsjugend Rußlands wurde von Pinskers Ausführungen mächtig ergriffen. Sie begann national-jüdische Vereine zu gründen. Einige Studenten, die ausländische Universitäten bezogen, machten sich in der neuen Umgebung zu Aposteln der Pinskerschen Gedanken und fanden da und dort, am meisten wohl in Wien, bei den jungen Stammesgenossen Anklang. Andere zogen dem Wort die Tat, der Predigt das Beispiel vor, hängten das Studium an den Nagel und wanderten nach Palästina aus, um dort Bauern zu werden, jüdische Bauern auf geschichtlich jüdischer Erde. Das war die Großtat der „Bilu", jener dreißig Pioniere der judischen Besiedelung Palästinas, die einst in der Geschichte des erneuten Judenlandes die Heldenrolle spielen werden, die den „Pilgrimvätern" in der Geschichte der Vereinigten Staaten angewiesen ist. Ergriffen von dem Idealismus einer besonders begeisterungsfähigen Auslese, traten auch kuhlere Juden in Rußland und Deutschland