Das jüdische Echo
- Journal
- Das jüdische Echo
- Volume
- 1 (1913-1914)
- Issue
- 2 (Februar 1914)
- Date
- 1914-02-01
- Page
- Seite 22 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/9072829-9102850-9111406--00030-9072858- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
22 Das Jüdische Echo der Lösung der Judenfrage, der Bekämpfung der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Judennot befassen, des rein religiösen Judentums, der Assimilation und des Zionismus. Er stellte fest, daß die Gemeinschaft der Juden keine rein religiöse sei und daß ein rein religiöses Judentum den Kampf schon deshalb nicht aufnehmen könne, weil die Judennot mit religiösen Mitteln nicht bekämpft werden könne. Die Lösung der Judenfrage könne nur auf nationaler Basis erfolgen. Die Juden müßten daher entweder ihre eigene Nation aufgeben und in den anderen Nationen aufgehen oder du ich Konzentration in Palästina dem jüdischen Volke wieder normale Daseinsbedingungen schaffen. Die Parole laute also Zionismus oder Assimilation, ein drittes gebe es nicht. Den äußerst klaren und konsequenten Ausführungen des Redners schloß sich eine angeregte, bis halb 12 Uhr dauernde Diskussion an, in der die Herren Dr. med. Steinberger, Rechtsanwalt Klein, Rabbiner Dr. S a 1 o m o n , Bayreuth, und Rechtsanwalt Stern, Nürnberg, sprachen. M. S. Günzenhausen. Der Anregung eines Gunzenhausener Zionisten, von dem Brauch abzukommen, bei jüdischen Festen Lustspiele mit billigen Witzen und Dutzendcouplets aufzuwarten, war es zu verdanken, daß das diesjährige Chanukkahfest national-jüdischen Charakter trug. Das vielseitige Programm fand eine gelungene Wiedergabe, der Beifall bezeugte, daß die Art desselben der Geschmacksrichtung des anwesenden Publikums viel besser entsprach. Der erste Teil fand eine gute Einleitung durch das Arrangement eines lebenden Bildes (Chanukkahleuchter), Rezitationen aus Morris Rosenfelds Werken folgten, darauf Variationen zur Chanukkahmelodie usw. Der zweite Teil galt der Fröhlichkeit und dem Humor und hielt die Anwesenden bis zum Ende des Festes in steter Aufmerksamkeit. S. W. Nach Schluss der Redaktion M ü n c h e n. Auf Veranlassung der Zionistischen Vereinigung für Deutschland fand Dienstag im Mathildensaal eine Versammlung statt, die nach einem Referat des Herrn Dr. E. S t r a u s — um ganz genau zu sein — gegen die gewichtigen Stimmen von ungefähr 10 Studenten folgende Entschließung annahm: Die von der Zionistischen Vereinigung für Deutschland in München einberufene öffentliche Versammlung vom 17. Febr. 1914, welche von mehr als 600 Personen besucht war, weist die jüngst im Inseratenteil politischer Tageszeitungen veröffentlichte Erklärung des Antizionistischen Komitees als in der Form unwürdig, dem Inhalt nach unberechtigt aufs entschiedenste zurück. Anzeigen-Hinweise Die Mietspreise der Verkaufsläden sind auf eine geradezu fabelhafte Höhe geschnellt. Was wunder, daß da ein findiger Kopf auf den Gedanken kommt, sein Detailgeschäft nicht in einen Laden, sondern zu Nutz und Frommen des Publikums und nicht zu seinem eigenen Schaden in den ersten Stock zu verlegen. — Ein Unternehmen dieser Art ist die Bottina Schuh-Gesellschaft m. b. H. Kaufingerstrasse 28/1, wo schöne helle Räume zum Detailverkauf eingerichtet sind, der Aussicht bietet in nicht zu ferner Zukunft amerikanische Verhältnisse anzunehmen. Es werden dort Schuhwaren in verhältnismäßig besten Qualitäten zu so außerordentlich billigen Preisen verkauft, daß jeder sein eigener Feind sein müßte, wenn er nicht von diesen großen Vorteilen Gebrauch machen wollte. Eine großzügige Raumkunst-Ausstellung stellen die erst seit kurzem bezogenen neuen Geschäftslokale der Möbelfabrik Viktor Schwarzhaupt dar. Außerordentlich reichhaltig und vielseitig sind die zahlreichen vollständigen Musterzimmer, welche ein gutes Bild von der Leistungsfähigkeit der >-irma geben. Für jeden Geschmack von der gut bürgerlichen bis vornehmsten Ausstattung finden sich treffliche Beispiele und eine Besichtigung kann nur empfohlen werden. Sie bietet reiche Anregung. h.- Voranzeigen. Vortragsreise. Herr Jakob Reich aus München, der im Frühjahr 1913 ganz Palästina bereist hat, wird in folgenden Orten über „das neue Paläsina" mit Vorführung von über hundert Lichtbildern sprechen: Erlangen, 28. Februar; Günzenhausen, 1. März; Fürth, 3. März; Ansbach, 4. März; Bayreuth, 7. März. Protestversammlungen gegen die vom „Antizionistischen Komitee" ausgegangene „Erklärung" finden statt am 19. Februar in Nürnberg, wo Rechtsanwalt Max Stern, und in Regens bürg, wo Rechtsanwalt Siegfried W e i n e r sprechen werden. Jüdischer Wander-Bund „Blau-Weiß" München. F a h r t e n z e 11 e 1. Datum Gegend Treffpunkt Kosten u. Führung 1. III. I. u. II Zug 8. III. I. Zug II. Zug 15. III I. Zug II. Zug 21. III. 29. III. 1. III. I. u. II Zug 8. III. I. u. II. Zug 15. III. I. Zug II. Zug 22. III. 29. III. März-Fahrten für Bube •i Uhr Isartalbhf. Bayerbrunn —Gleißtal—Icking Pasing—Maxhof — Gauting Gauting—Starnberg Lochham —Martinsried—Solln Purimfeier Planegg—Solln Purimfeier Ebenhausen—Aufkirchen — Starnberg Solln — Forstenried— Starnberg 9 Uhr Hptbhf. 8 Uhr Starnberger-Bahnhof 8 Uhr Starnberger-Bahnhof 8 Uhr Starnberger-Bahnhof 9 Uhr Isartalbhf. 7« Uhr Hptbhf. n: 1.05 Mk. J. Töplitz 0.50 Mk. J. Töplitz 1.10 Mk. E. Freud (Probe) 0.40 Mk. i. V.: H. Feuchtwanger 0.30 Mk. E. Freud 1.05 Mk. i.V.; A. Wetzler 0.85 Mk. i. V.: H. Feuchtwanger März-Fahrten für Mädel: Starnberg- Feldafing—Haßling Planegg - Römerschanze—Großhessellohe Stockdorf—Solln Purimfeier Isartalbahnhof -Solln Purimfeier Gebirgstour Starnberg—Aufkirchen—Ebenhausen 6as Uhr Starnberger-Bahnhof 805 Uhr Starnberger-Bahnhof 8°« Uhr Starnberger-Bahnhof 8 Uhr Isartalbahnhof Anmeldung Sprechst. 18. III. 650 Uhr Starnberger-Bahnhof Sprechstunde: hausstraße 2/1. 1.60 Mk. . Feuchtwanger 0.55 Mk. K. Freyer 0.40 Mk. K. Freyer frei Feuchtwanger H. Feuchtwanger 1.20 Mk. K. Freyer Mittwoch 3—4 Uhr, Bräu- Schluß der Redaktion für jede Nummer jeweils am 10. des betreffenden Monats. ISR. TÖCHTER- PENSIONÄT KONSTÄNZ a. B. 107 VILLÄ SEEGÄRTEN Herrschaftliche Villa am See in nächster Nähe des Waldes. Unterricht in allen Wissenschaften, Sprachen, Musik, Malen usw. Sorgfältige häusliche und gesellschaftliche Ausbildung. Sommer-, Wasser- und Wintersport. — Beste Referenzen. Prospekte durch die Vorst.: Frau Berta Wielen